Immer wieder schön an der Nordsee: Horumersiel-Schillig

Da ist es mal leise. Ruhig. Natürlich. Eigen. Nordsee.

Habt ein wundervolles Wochenende, die Emily <3

Mist an den Händen! Oder Füßen! Oder beides!

Ja, man kann darüber schmunzeln. Sich erschrocken die Hand vor den Mund legen, oder einfach nur lachen. Ich überlasse es gerne euch. Es war keine 24 Stunden her, dass ich aus einem wirklich entspannten Kurzurlaub zurück gekehrt war. Unter anderem war ich zu einem 3tägigen Yoga-Workshop und musste nun erst einmal wieder in der Realität ankommen, wenn ihr versteht was ich meine. Ich war vielleicht so was von tiefenentspannt, das glaubt ihr nicht!

Und so begann mein Alltag damit, dass ich früh am Morgen erst einmal einkaufen ging. Ich wollte mich ein bisschen durch den Tag treiben lassen. Ohne Pläne. Ich war bis auf die Knochen entspannt und doch sollte alles gaaaanz anders kommen!

Trotz eines liebevoll servierten Kaffees am Morgen wollte ich nicht so recht auf die Beine kommen. Klassische Antriebsschwäche am letzten Urlaubstag, wenn man so will. Ich fuhr zum Einkauf und lud jede Menge Grünzeug in den Einkaufswagen, zahlte artig, verstaute alles in meinem Korb und schwebte zurück zu meinem Wagen. Jetzt war noch der Biomarkt dran. Ich setzte mich also – zugegeben, ziemlich träge – ins Auto und fuhr in ein nahegelegenes Parkhaus. Schnappte meine Tasche und … griff ins Leere.

???

Panik stieg in mir auf. Wo war denn meine Handtasche? Der Beifahrersitz war leer, der Platz davor auch und die Rückbank erst recht!? Plötzlich war ich hellwach. Ich sprang aus dem Auto und lief zum Kofferraum. Ich starrte fassungslos hinein. Leere (bis auf meinen Korb) starrte zurück.

Nein. Nein, nein, nein! Mach’ bitte dass das nicht wahr ist. Ich kniff die Augen zusammen. Der Supermarkt in dem ich gerade war. Genau! Dort musste ich meine Tasche vergessen haben! Im Einkaufswagen vielleicht? Shit! In Windeseile hechtete ich durch das Parkhaus um meine Parkkarte zu lösen. Dann flitzte ich zurück zu meinem Wagen und fuhr eilig zurück zum Supermarkt. Unterwegs verließen ein paar unschöne Worte meine Lippen, aber die will ich jetzt hier nicht wiederholen!

Am Supermarkt angekommen lief ich gleich zu den Einkaufswagen. Doch alle waren leer. Mist! Dann lief ich zur Kassierin. Atemlos starrte ich sie an. Ich war blass wie ein Tischtuch! Sie lächelte.

»Meine Tasche? Hat vielleicht jemand eine Tasche bei Ihnen abgegeben?«, fragte ich sie schwer atmend.

»Ja, Sie haben sie hier liegen lassen. Ich habe sie dem Geschäftsführer gebracht. Ist alles drin. Einen Moment bitte!«

Oh Himmel! Danke, danke, danke!!! Diese Frau hat mir den Tag gerettet! Ich bedankte mich überschwänglich und würde etwas später mit einem Strauß Blumen zurückkehren wollen.

Mit weichen Knien fuhr ich zurück zum Parkhaus, um meinen Einkauf fortzusetzen. Nutzte ja alles nichts. Ich muss vermutlich nicht näher darauf eingehen, dass längst alle guten Parkplätze besetzt waren oder? Ich parkte am anderen Ende der Parkfläche und ging zum Einkaufsmarkt. So schnell wie möglich raffte ich zusammen, was ich einkaufen wollte. Als ich an die Kasse kam fiel mir auf, dass ich den Joghurt vergessen hatte. Zwei Personen standen vor mir. Schnell machte ich kehrt und holte den Joghurt. An der Kasse angekommen standen nun drei Personen vor mir. Jetzt bemerkte ich, dass ich den Gelierzucker vergessen hatte. Wenn ich an diesem Tag eines zubereiten wollte, dann eine Marmelade von den Mispeln, die in meinem Einkaufskorb lagen. Also drehte ich um und holte den Gelierzucker. Als ich zurück an die Kasse kam, standen sechs Personen vor mir. Ich atmete tief durch und stützte mich schwer auf meinen Einkaufswagen. Wenn Pech, dann aber auch so richtig, dachte ich mir, packte ich alles ein und stieg über das Treppenhaus zum Parkhaus. Erst jetzt fiel mir auf, dass meine Parkkarte nicht entwertet war. Also lief ich mit meinem ganzen Gepäck, denn mein Wagen stand ja am A…h der Welt, wieder zurück zum Supermarkt, wo meine Parkkarte entwertet wurde. Dann endlich lief ich zu meinem Wagen. Ein Blick in den Innenspiegel verriet mir, was ich schon längst geahnt hatte. Ich sah schrecklich müde und fertig aus! Was war das aber auch für ein Vormittag bitteschön? In Gedanken schüttelte ich den Kopf und drehte den Autoschlüssel.

Jetzt nur noch schnell zum Blumenladen und zurück zu Supermarkt Nr. 1! Immerhin konnte ich einen nahegelegenen Parkplatz ergattern. Das war doch schon mal etwas. So schnell es mir möglich war fegte ich durch die Gänge und steuerte direkt die Kasse an. Strahlend stand ich vor meiner neuen Lieblingskassiererin und hielt ihr einen total schönen Blumenstrauß entgegen. Fand jedenfalls, dass er richtig toll aussah. Ich gab alles und grinste mit den Blumen um die Wette.

»Oohh, der ist echt schön. Aber den darf ich leider nicht annehmen!«

»Wie jetzt?«, fragte ich (etwas) begriffsstutzig. Frau Kassiererin zog eine Grimasse und zuckte mit den Schultern. Also beschloss ich kurzerhand diesen Blumenstrauß einfach ebenfalls an Ort und Stelle zu vergessen, wie zuvor meine Handtasche. Schließlich konnte mir die Kassiererin wohl kaum hinterher laufen!

Just als ich im Wagen saß musste ich bemerken, dass ich vergessen hatte Kokosmilch zu kaufen. Eine unsichtbare Nebelsäule bildete sich über meinem Kopf. Also musste ich einen weiteren Supermarkt ansteuern. Es war doch zum Piepen! Es ist ja so, ich mag einfach nicht jede Kokosmilch verwenden, weil da oftmals zu viele Zusatzstoffe drin sind. Ich will reine Kokosmilch, verflixt und zugenäht … also blieb mir nichts anderes übrig.

Ich fuhr zu einem Supermarkt, der auf meinem Heimweg lag. Langsam aber sicher war ich fertig. Ich schlurfte durch den Markt, fand dies, das und jenes und fuhr unmittelbar und ohne weitere Umwege nach Hause! Als ich vor meiner Wohnungstür stand wurde mir klar, dass ich die Kokosmilch vergessen hatte…

Jetzt brauchte ich erst einmal einen Kaffee! Ich legte alles Taschen ab und füllte Wasser in meine Kaffeemaschine. Nein, ich nutze keine Tabs und dekofertige, bunte Metalldöschen. Ich habe noch immer eine Kaffeemaschine! Leider hatte ich nur vergessen den – bereits fertig gefüllten – Filter einzuschieben…

Nach einem erfolgreich absolvierten Frühstück beschäftigte ich mich dann erst einmal damit die Mispeln zu schälen, um meine Marmelade zu kochen. Ich spülte alle Gläser heiß aus, füllte sie mit der fertigen Marmelade, auch das ganz große Glas, und stellte sie alle auf den Kopf. Das ganz große Glas entschied sich allerdings dazu nicht dicht sein zu wollen …

Nachdem ich damit fertig war die Arbeitsplatte von dieser klebrigen Soße zu reinigen, setzte ich die Hirse für das Abendessen auf. Gemüsecurry & Hirse. Grundsätzlich eine ziemlich gute Idee, wenn man Kokosmilch hat!

Zufällig sah ich in diesem Moment aus dem Fenster und befand, dass das Gras doch schon wieder ziemlich hoch stand. Mmmh, ich könnte noch schnell mähen, dachte ich und verließ die Küche. Der Rasenmäher stotterte ganz merkwürdig vor sich hin, als mir die Hirse wieder einfiel!

Der graue Qualm verzog sich nur zögerlich aus der Küche und ich hoffte inständig, dass die Nachbarn nicht auf die Idee kamen die Feuerwehr zu rufen. Die Hirse lag schwarz und total verkrustet auf dem Boden des Topfes. Gar nicht gut. Ich legte gleich mal einen Spülitab hinein, soll ja helfen (wenn jemand Tipps für verkrustete Topfböden hat, immer her damit!).

Dann öffnete ich überall die Fenster und ging wieder zu meinem Rasenmäher. Er funktionierte sogar wieder. Na sowas?

Hätte mich das stutzig machen sollen?

Und was war das für ein Blitz, den ich gerade gesehen hatte?

Ehe ich mich versah wurde der Rasenmäher wieder still. Fast gleichzeitig schmorte das Kabel des Rasenmähers durch. Glücklicherweise fand das alles statt, nachdem der FI-Schalter raus gesprungen war! Eigentlich wollte ich noch die Hecke schneiden, aber das sollte ich besser nicht tun, dachte ich mir. Außerdem hatte ich eh kein Kabel mehr!

Es wunderte mich übrigens auch nicht mehr, als eine Kralle meiner Katze – natürlich aus Versehen – in meinem Bein stecken blieb, als ich ihr nicht das Lieblingsfutter servierte. Nö.

Erstaunlicherweise war ich ganz doll entspannt. Das Yoga-Seminar war scheinbar richtig gut gewesen! Ich ging wieder in den Garten und fegte das Grünzeug zusammen – dummerweise ohne Handschuhe -, dann beschloss ich fortan das Haus nicht mehr zu verlassen. Etwas sagte mir, ich sollte vielleicht einfach besser nichts mehr unternehmen. Ich spürte gerade nur noch, wie mir eine Blase am Daumen wachsen wollte…

Ein ganz liebes und entspanntes Bin-wieder-an-Bord-Om,

die Emily ;-)

 

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