Abschied

Wenn man einen Menschen eine Weile lang auf die wohl intimste Art begleiten darf, nämlich im Krankheitsfall, dann wird einem klar und deutlich vor Augen geführt, wie klein wir doch selbst sind.

Wie unwichtig vieles ist. Nichts ist selbstverständlich.

Zeit spielt plötzlich eine andere Rolle als zuvor. Meist haben wir nämlich keine Zeit. Und plötzlich gewinnen ganz andere Dinge die Oberhand.

Gefühle nehmen dich ein. Gute und schlechte.

Wir glauben möglicherweise Herr über uns zu sein und die Kontrolle zu haben. Doch wenn es darauf ankommt nimmt uns jemand das Steuer aus der Hand.

Macht sich ein geliebter Mensch schließlich auf seine letzte Reise verstehen wir, dass es unsere Aufgabe ist in Liebe loszulassen.

Wo auch immer du jetzt bist, ich sende dir so viel Liebe wie du tragen kannst.

©Nicole Markfort im März 2017

 

Pah – er hat wohl gelaubt, ich hätte es nicht bemerkt!

Aber da hat er die Rechnung ohne mich gemacht! Und dabei geht es schlichtweg um die Rechte auf unserem Büro-Mantelständer.

Zur Erläuterung: Die Haken an diesem Mantelständer sind flexibel, das bedeutet, man kann sie in alle Richtungen drehen. Da wir zu zweit in einem Büro arbeiten, hängt der Mantel meines Kollegen auf der einen und meiner eben auf der anderen Seite. Eigentlich. Neben dem Mantelständer befindet sich nur die Wand. Und nun reizt mein Kollege plötzlich mein Territorialverhalten. Mein Kollege hat seit einigen Tagen eine ganz merkwürdige Angewohnheit – zumindest ist es mir dieses vor einigen Tagen aufgefallen. Da verschiebt er meinen Haken doch tatsächlich sacht in Richtung Wand, so dass meinem Mantel kaum Platz bleibt. Hast du so was schon gesehen?! Ob der das bewusst oder unbewusst macht ist mir an dieser Stelle mal ziemlich schnuppe!

Also dachte ich mir, das beobachte ich mal in Ruhe von meinem Schreibtisch aus, wenn er denn kommt und sich seines Mantels entledigt oder sich wieder ankleidet. Gesagt getan. Mein Kollege kommt, ich sehe ganz unauffällig zum Mantelständer und sehe leider gar nichts. Sein Mantel hängt ordentlich am Haken und mein Haken ist nicht verschoben. Artig!

Als er zur Mittagspause geht, beobachte ich das Ganze wieder. Nichts ist verschoben. Als ich das zwei bis drei Tage beobachte, verliere ich natürlich das Interesse. Bis ich vorgestern Morgen plötzlich wieder einen verschobenen Haken vorfinde. Gibt es doch gar nicht!?

Ziemlich bewusst verschiebe ich erst seinen Haken in Richtung Wand (kann ich nämlich auch) und schiebe meinen wieder in die richtige Richtung. So. Die Leistung einer Putzfee kann ich von vornherein ausschließen, die kommt nur am Freitag! Als er kommt verhält er erst einmal ganz unschuldig. Friedvoll hängt er seinen Mantel auf und setzt sich auf seinen Bürostuhl. Aber sein Mantel rückt irgendwie an meinen heran. Mmmh…ob ich morgen mal etwas Parfüm an meinen Mantel sprühen sollte? Vielleicht ist es sogar besser, ich sprühe es auf, wenn der Mantel hängt. Dann verteilt sich der gute Duft besser…

Nu ja, ich behalte das Ganze mal im Auge 😉

Habt ein wundervolles Wochenende,

die Emily

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