Wie schnell doch die Zeit vergeht – nicht alles reift im positiven Sinne…

Es ist später Nachmittag, die Sonne will gerade unter gehen. Eigentlich ist es zu dieser Zeit ruhig geworden, in unseren Büros. Eigentlich…

Chef: *seufz*

Stille.

Chef: *seufz*

Stille.

Chef: seufzt lauter

Okay, irgendetwas in mir sagt, dass ich gefordert bin das Wort zu ergreifen. Was ist denn da los?

»Alles okay bei Ihnen?«

Stille.

Chef: »Nein. Nein, ich denke nicht.«

Es folgt abermals ein tiefer Seufzer und für einen Moment lang könnte man meinen, dass er seinen Kopf auf dem Schreibtisch ablegen will, weil dieser so unendlich schwer geworden ist! Vielleicht liegt das an einem langen Arbeitstag, vielleicht an einer der zahlreichen E-Mails. Das wird jedenfalls für mich ein Geheimnis bleiben!

»Was ist denn los?«, will ich trotzdem wissen. Ich bin halt interessiert.

»Ich glaube, ich brauche Zucker.«

Stille. Ich denke nach. Leider habe ich keinen Zucker.

»Oder Schokolade…«

Okay, damit kann ich eventuell dienen! Geräuschvoll schließe ich meinen Aktenschrank auf. Darin befindet sich oft das ein oder andere Leckerchen, das sich zwischen meinen Teesorten verkrümelt hat. Und siehe da – liegen doch kleine rosa Päckchen darin. Die rose Päckchen, in denen diese dunklen Kirschen dring sind, die in etwas Likör schwappen und von einer dunklen Schokolade umgeben sind. Dass ist die überhaupt habe!? Toll!

»Chef? Ich habe genau das Richtige für Sie!«, mit diesen Worte überreiche ich ihm  -ein wenig andächtig- die kleinen Päckchen, als lägen sie auf einem silbernen Tablett. Er zögert nur einen kurzen Moment, ehe er sich eine der Schokoladenpralinen auspackt und in den Mund schiebt.

Zufrieden gehe ich zurück an meinen Arbeitsplatz und freue mich darüber, dass ich (m)eine gute Tat für heute damit vollbracht habe.

»Sagen Sie mal, Frau Rosensteuz, ist da nicht eigentlich Likör drin?«, höre ich ihn fragen.

»Öhm, ja!? Wieso?«

»Nur so, hier ist wohl keiner drin gewesen. Macht aber auch nichts!«, sagt meine Chef, während er noch vor sich hin kaut und die zweite Praline auspackt.

»Sagen Sie, die Schokolade ist irgendwie… na ja, weiß. Muss das so?«

»Nö. Eigentlich ja eher nicht.«

»Von wann sind die?«, höre ich ihn wieder fragen, bevor er sich auch die zweite Praline in den Mund steckt. Was auch immer mit der Praline ist, es scheint nicht so gravierend zu sein, als dass er sie beiseite legen müsste. Ich überlege.

Von wann sind die?

Oh, ich weiß.

»Von Ostern!«, höre ich mich sprechen, ehe ich nachdenken kann und rechne mal fix die Anzahl der letzten Monate zurück.

Ich kann sehen, dass mein Chef den Rest der zweiten Praline gerade herunter schluckt, ehe die Nachricht in seinem Verstandeszentrum eingegangen ist.

Ich lächle und greife nach meinem Telefonhörer.

Möglich, dass ich dringend mit jemandem telefonieren muss!

Versüßt euch die Zeit zwischen den Feiertagen und alles Liebe

die Emily 😉

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14 Gedanken zu „Wie schnell doch die Zeit vergeht – nicht alles reift im positiven Sinne…

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