Bürogeflüster: Fensterputzer auch noch verschnupft!

Da lag er vor mir: Ein riesiger Stapel Papier, darauf ein ellenlanger Text. Schwarze Buchstaben auf weißem Untergrund. Davon auch noch unendlich viele und alles hatte ich durchzulesen. Besser noch, ich sollte es verstehen! Lustlos starrte ich auf den Packen Papier, wie er da so stumm vor mir lag und knibbelte an einer Ecke herum. Die Worte wollten ganz bestimmt nicht in meinen Kopf.

Ich atmete tief durch und stand noch einmal ganz kurz auf, um mir einen Tee aufzusetzen. Danach ließ ich mich noch liebend gerne von einem Telefonat ablenken und dann musste ich schließlich einen geliehenen Textmarker an eine Kollegin zurück geben. Als mir danach allerdings keine weiteren Ablenkungsmanöver mehr einfielen, musste ich mich dem Text widmen, ob ich nun wollte oder nicht. Und siehe da, ich kam sogar schneller in die Geschichte als gedacht. Ich musste mich zwar arg konzentrieren, aber immerhin wurde mir grob deutlich worum es gehen sollte. Perfekt!, dachte ich, als just in diesem Augenblick der Fensterputzer in mein Büro trat.

»Juten Tach, junge Frau! Kann ich bei Ihnen gleich mal die Fenster putzen, ja?!«, fragte er und stellte sogleich seinen Putzeimer schwungvoll neben meinem Schreibtisch ab. So schwungvoll, dass ein paar Wassertropfen dunkle Spuren auf meinem Teppich hinterließen.

»Klar können Sie!«, antwortete ich freundlich. Wenn jemand schon so höflich fragt, dann kann er gerne auch seine Arbeit tun. Ich räumte also fix die Fensterbank frei und sah dabei zu, wie der ältere Herr all sein Putzgedöns, wie Leiter usw., in mein Büro schleppte.

Ich linste in seinen Putzeimer.

Ist es nicht erstaunlich, dass die Fensterputzer stets mit so wenig Mitteln, so saubere Fenster hinterlassen konnten? Ein Fingerhut voll Wasser, ein Abzieh-Wischwasch und schon strahlten die Fenster glasklar für die nächsten Wochen.Tja, nicht so zu Hause!

Ich richtete meinen Stuhl neu aus, legte mir den Papierstapel wieder passend und widmete mich wieder meinem Text zu. Zumindest tat ich das so lange, bis der Fensterputzer herzlich niesen musste.

Zwei mal!

Ohne aufzusehen wünschte ich ihm eine „Gute Besserung“ und hoffte, dass er das Stück der Fensterscheibe, vor dem er gerade gestanden hatte, jetzt nicht noch einmal putzen musste!

Was hatte ich gleich noch gelesen? Ach ja …

Offensichtlich lief dem guten Mann jetzt aber die Nase. Hörbar.

Ich wurde unruhig.

»Öhm…kann ich Ihnen vielleicht ein Taschentuch anbieten?«, fragte ich höflich und hielt ihm eine Papierbox entgegen.

»Oh, danke junge Frau! Hab‘ mich wohl verkühlt! War wohl zugig irgendwo!«

»Das geht fix, wenn man nicht aufpasst!«, antwortete ich und dachte an meine beiden Kollegen am Ende des Flures.

Der Fensterputzer machte sich pfeifend wieder an die Arbeit, während ich meinen Stapel Papier sorgsam vom Schreibtisch nahm und in meinen Aktenschrank legte.

Der würde ganz sicher noch einen Tag warten können!

Bleibt weiterhin schön gesund!

Alles Liebe,

die Emily

Advertisements

27 Gedanken zu „Bürogeflüster: Fensterputzer auch noch verschnupft!

  1. Von einem schniefenden Fensterputzer wollte ich auch nicht gestört werden *grins*

    Du hast es schon schwer, liebe Emily 🙂

    Liebe Grüße von mir

  2. Ja, inzwischen niest und schnieft es wieder überall.
    Auch Dir wünsche ich, dass Du gesund durch die kalte Jahreszeit kommst.
    LG
    Astrid

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: