Auf geheimen Schlappen unterwegs!

Oder auf des Schusters Schlappen? Spielt im Grunde genommen auch keine Rolle, ich habe heute nämlich meine ganz eigene Schlappengeschichte geschrieben. Dabei fing alles ganz harmlos an!

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In meiner heutigen Mittagspause hatte ich noch schnell einen Geburtstagsgutschein zu besorgen. Ganz in der Nähe meines Büros gibt es einen kleinen Kosmetiksalon und ich weiß, was müde Arbeitskolleginnen gut brauchen können, die an alle denken, nur eben selten an sich selbst: Eine gepflegte Verwöhneinheit.

Wie ich da also so stehe und darauf warte, dass die Schönheit in diesem Salon an meinem Gutschein arbeitet und an Bändern herum zupft, die an Zuckerwatte erinnern, überlege ich, wann ich mir das letzte Mal die Nägel habe anpinseln lassen. Jaaa, war wohl schon eine Weile her. Nicht, dass ich nicht selbst die Pflegeeinheiten einlege, aber ein ausgiebiges Fußbad, zzgl. Massage, eincremen, anpinseln? Mit einer knalligen Farbe?

»Sagen Sie, wann haben Sie eigentlich den nächsten Termin für eine Pediküre frei?«, höre ich mich fragen.

Die Schönheit sieht in ihren Kalender und antwortet erfreulich: »Eigentlich gerade jetzt. Es hat nämlich jemand abgesagt. Mit Lack?«

»Aber jaaa! Mit Lack!«

Sekunden später liege ich schon gemütlich auf dem weichen Kosmetikstuhl und halte meine Füße in eine Wanne mit warmem Wasser. Himmlisch!

»Hätten Sie vielleicht gern einen Kaffee?«

»Aber jaaa«, seufze ich und sinke noch tiefer in den Stuhl. Draußen regnet und gewittert es heftig und ich nippe an meinem Kaffee.

Mal ehrlich. Kann eine Mittagspause an einem Montag besser beginnen? Für mich mal gerade so gar nicht!

Ich suche mir eine hübsche knallige Frühlingsfarbe aus und lasse mir die Nägel bepinseln, als ich überlege, wie ich denn wohl mit den frisch lackierten Nägeln zurück ins Büro komme.

Jetzt könnte man sagen: Na, dann wartest du halt noch ein bisschen und lässt die Nägel in Ruhe trocknen. Ich würde antworten, dass meine spontane, wie begrenzte Mittagspause leider schon vorbei war und 3 Schichten Lack so schnell dann doch nicht trocknen!

Man könnte auch sagen: Dann schlüpfst du in deinen offenen Schuh und es wird schon nichts passieren. Ich würde antworten, dass ich gerade heute nur leider keinen offenen Schuh trage!

Man könnte auch sagen: Luxusprobleme. Ich würde antworten: Jawoll.

Aber die Kosmetikschönheit hat tatsächlich eine Lösung für mich und zaubert eine Lage Kunststoff aus ihrer Schublade.

»Ich habe Schläppchen für Sie.«

Sparsam sehe ich auf die kleine Kunststoffmatte, die sie in ihrer Hand hält, aus der sie im Nu Schläppchen bastelt.

Potzblitz!

»Damit können Sie schnell zurück ins Büro huschen. Sie werden bestimmt nicht gesehen.«

Doch, werde ich mit Sicherheit, dachte ich, doch mir blieb wohl kaum etwas anderes übrig, wenn ich meinen gut bezahlten Lack heile nach Hause tragen wollte!

Ich schlüpfte also in diese Plastikschläppchen, die bei jedem Schritt leise vor sich hin knackten, und schlurfte aus dem Laden. Draußen lag natürlich eine Pfütze neben der anderen und natürlich kam mir auch gleich eine Kollegin entgegen. Ich lächelte sie mit ziemlich roten Wangen an, wünschte ihr eine schöne Mittagspause und wollte gerade durch den nahegelegenen Seiteneingang unentdeckt zurück ins Büro eilen, als ich das große Schild las, das quer über dem Eingang angebracht war:

Tür geschlossen. Bitte benutzen Sie den Haupteingang.

Ich dachte, ich lese nicht richtig! Fassungslos und ungläubig starrte ich auf dieses Schild. Bewegungsunfähig stand ich vor der verschlossenen Tür und spürte, wie mein Mundwinkel zuckte. Es blieb mir nämlich nichts anderes übrig, als tatsächlich durch das große Bürogebäude zu laufen.

Hörbar atmete ich aus. Dann setzte ich einen knisternden Schritt vor den anderen, drückte den Rücken durch und spürte, wie sich ein Teil der Sohle des linken Schlappens löste. Mein Lächeln wurde etwas verkniffener, dennoch stieg ich die Treppen in den 4. Stock (ich hätte es nicht ertragen, so vor einem Fahrstuhl zu warten oder in einem vollbesetzten Fahrstuhl zu stehen!) und schlappte über einen – gefühlt – kilometerlangen Büroflur, um meine nackten nassen Füße unter meinem Schreibtisch zu verstecken.

Ich grinste, denn immerhin hatte der Lack dann doch gehalten 😉

Habt eine wunderbare Woche und gönnt euch etwas!

Alles Liebe,

die Emily

 

 

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34 Gedanken zu „Auf geheimen Schlappen unterwegs!

    • Ich ja irgendwie auch. Ich habe mich köstlich amüsiert. Später natürlich. Und wehe der Lack blättert ab! 😉
      Ganz liebe Grüße, Emily

  1. Hast du ein Glück, liebe Emily! Nicht auszudenken, wie der Lack ohne diese reißerischen Schlappen ungetrocknet, vielleicht auch noch durch Regen und Pfützen einfach weggeplätschert wäre.
    Eine Kosmetikerin deines Vertrauens, wie überlebenswichtig die doch ist.
    Und diese herrlichen Schlappen kannst du sicher noch bei deinen Yoga-Übungen verwenden – stat Klangschalen halt mal Knacklatschen 😆 …

    Herzlichst,
    Anna-Lena

    • Was hab ich gelacht! Danke, für deinen schönen Kommentar, liebe Anna-Lena. Statt Klangschale – Knacklatschen. Was für ein Zungenbrecher! Und wenn ich morgen den Gutschein überreiche, werde ich mit Sicherheit noch einen Satz zu den Geschehnissen verlieren 😆
      Hab einen schönen Abend und liebe Grüße, Emily

  2. *lach*, Knacklatschen, na das ist doch mal was 🙂
    Aber jetzt ist die Freude doch groß, liebe Emily, und was für ein Genuss, endlich sommerlich geschmückte Füße zu haben 🙂

    LG von Bruni

  3. Schlappen – Knackschlappen … fast so schwierig zu sprechen wie Wachsmaske – Messwechsel. Irgendwann fehlt das ’n‘ 😂
    Danke für diese köstliche Geschichte!
    Sich schlapp lachende Grüße …
    Gaby

    • Was für ein Zungenbrecher! Genau, irgendwann fehlt das „n“.Versuche dann erst einmal darin zu gehen 😉
      Danke für den Lacher und liebe Grüße zu dir, Emily

  4. …. hinreißende Schläppchen!!! Kannst du sie weiter verwenden, vielleicht beim nächsten Besuch im Kosmetiksalon? Ratsam ist auf jeden Fall, sie im Schreibtisch zu deponieren! 😁😁😁 (Ich habe herzhaft gelacht!)

    • Liebe Rose, die Schläppkes habe ich nur noch für das Foto drappiert, danach haben sich unsere Wege getrennt. Mehr war nicht drin 😆 Aber noch einmal passiert mir das nicht 😉

  5. Herrliche Geschichte, liebe Emily, bei mir zuckten nicht nur die Mundwinkel…ich brach in schallendes Gelächter aus…..Iwo…nicht vor Schadenfreude, ich schwöre!
    Liebe Grüße von Ellen

  6. Hihi!!! Liebe Emily ich hab Dich genau gesehen, wie Du dich zurück ins Büro geschlichen hast. Ein Bild für die Götter 😉
    Komm gut durch die Woche
    Astrid

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