Beim Autofahren wird mir nun einmal übel!

Neulich waren mein Kollege und ich gemeinsam zu einem Meeting geladen. Dazu mussten wir ein paar Kilometer raus fahren. Ich ahnte irgendwie schon, dass das alles anstrengend werden würde. Er wollte unbedingt fahren – na bitte …

Kennt ihr das, wenn jemand beschleunigt und dann wieder seinen Fuß vom Gaspedal nimmt, wieder beschleunigt, Fuß vom Gas, usw?

Was soll ich sagen? Mein Kollege fuhr los und mir wurde schon bald ein bisschen komisch im Magen.

»Du, ich glaube, mir wird übel«, sagte ich alsbald. Schließlich wollte ich ihn an meinen Gefühlen teilhaben lassen. Er machte mal ganz große Augen und starrte mich von der Seite her an.

»Dir wird WAS??«

»Übel.«

»Wie jetzt? Soll ich … soll ich anhalten

»Nee. Geht noch!«, antwortete ich. Doch mein Kollege schien nicht beruhigt zu sein. Gut, wäre ich vermutlich auch nicht gewesen.

»Wieso ist dir denn übel?«, wollte er wissen.

Na bitte, wenn er es wissen will?, dachte ich.

»Du fährst so komisch.«

»Wie bitte? ICH fahre komisch?«

»Ja. Du fährst komisch und bremsen tust du auch komisch.«

Manchmal muss die Wahrheit einfach raus! Ungefiltert.

»Und bremsen tue ich auch komisch?«

Mein Kollege tat entrüstet.

Ich hüstelte.

»Ja, genau. Und jetzt ist mir übel.«

Ich sah auf sein Handschuhfach.

Vielleicht eine Sekunde länger, als ich es beabsichtigt hatte.

»Hey. Du denkst jetzt nicht das, was ich gerade vermute oder? Emily! Sprich mit mir!«

Ich hüstelte noch einmal. Es war aber auch stickig in dem Wagen!

»Ich weiß nicht was du vermutest. Mir ist schlecht. Ein bisschen jedenfalls.«

»Ein bisschen? Sag‘ mal, wie wäre es denn mit laufen?«

Hallo? Ich verdrehte die Augen.

»Nee. Das ist zu kalt. Ich halte das aus.«

Pause.

»So lange es geht«, schob ich sicherheitshalber nach.

Jetzt verdrehte mein Kollege die Augen. Er atmete tief. Tiefer als ich.

»Aber dann hast du frische Luft?!«

»Vergiß‘ es.«

»Und wenn ich dich hier einfach raus lasse?«

»Du darfst keine kranken Frauen aussetzen.«

Stille. Er wusste, dass ich recht hatte.

»Eigentlich wird mir immer nur übel, wenn ich hinten sitze. Oder wenn ich lese!«, ergänzte ich. Ich hatte das Gefühl, ich sollte noch ein wenig im Gespräch bleiben.

Lenk‘ dich ab Emily, lenk‘ dich ab …

Dann sah ich wieder auf sein Handschuhfach.

»Emily. Lass‘ das!«

Ich schluckte.

»Was denn?«

»Hey, du sagst mir doch Bescheid, wenn ich anhalten soll. Ja? JA???«

Ich lächelte und dachte nur: Gib Gas!

 

Habt einen schönen Sonntagabend und kommt gut in die neue Arbeitswoche!

Alles Liebe,

die Emily

 

PS. Keine Sorge, wir sind heile angekommen. Zurück übrigens auch 😉

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30 Gedanken zu „Beim Autofahren wird mir nun einmal übel!

  1. Emily ich kann dich so gut verstehen. Mir wird immer schlecht, bis zum Erbrechen, wenn ich Beifahrer bin. Das hat nichts mit dem Fahrstil des Fahrers zu tun, sondern mit meinem grottigen Innenohr. Fahre ich selbst, dann passiert gar nichts 😕

    • Liebe Sweetkoffie,
      vielleicht hängt das bei mir auch mit dem Innenohr zu tun? Das muss ich doch einmal recherchieren! Wenn ich hinten sitze, geht es mir noch schlechter und ich suche immer nach Erklärungen!

  2. Tja, nicht jeder fährt so, daß wir es gut ertragen .
    Das ruckartige Fahren ist grauselig und fördert das Unwohlsein sehr *g*.
    Übrigens fahren viele so. Sie gondeln vor sich hin, besinnen sich dann
    und los gehts 🙂 für eine kurze Zeit, dann gondeln sie schon wieder…

    LG am Sonntagabend von Bruni

    • Wirklich? Kennst du dieses Bremsen-Fahren-Bremsen-Fahren-Gemisch auch? Vorgestern saß ich bei einer Bekannten im Wagen. Wir sind gemeinsam zu einer Yogastunde gefahren und was soll ich dir sagen? Du ahnst es vermutlich schon! Himmel war mir schlecht 😆

  3. Das ist ja wieder mal so herrlich und fesselnd zu lesen liebe Emily, obwohl mir dabei auch fast etwas übel wurde. 😀
    Liebs Grüßle von Herzen ❤

  4. Einen schönen Montag liebe Emily wieder schön beschrieben kann mir das so richtig vorstellen.Ich wünsche dir eine gute sonnige Woche.Liebe Grüße von mir Gislinde

  5. Liebe Emily,
    verzeih mir mein Schmunzeln, aber Du hast das so toll geschrieben, dass ich es mir bildlich vorstellen konnte. Zum Glück ging es ja gut!
    Mir wird eigentlich beim Autofahren nicht schlecht, es sei denn: Wenn ich lese und es ist eine kurvenreiche Strecke. Deshalb lese ich immer nur bei Autobahnfahrten, da geht es immer geradeaus.
    Ich hatte jedoch vor vielen Jahren mal einen Jugendlichen (ein Schulkamerad unseres Sohnes) im Auto. Ihm wurde nicht von meiner Fahrerei schlecht, sondern vom Alkohol, den er zuvor getrunken hatte. Ich sagte ihm schon beim Einsteigen, er solle vorsichtshalber das Fenster herunter kurbeln. Er hielt während der gesamten Fahrt den Kopf nach außen. Aber es ging gut. Ich war froh, als ich ihn vor seinem Elternhaus abliefern konnte.
    LG
    Astrid

    • Ach du liebe Güte, Astrid! Das hätte aber wirklich so richtig schief gehen können 😆 Danke für deinen schönen Kommentar und
      liebe Grüße,
      Emily

  6. Hallo liebe Emily,
    nur zugut kann ich nachvollziehen welch mieses Gefühl sich breitmacht wenn man keinen feinfühligen Fahrer am Steuer hat. (Mir wurde auch schon vom nur lesen ganz mulmig zumute..würgs)
    Einfach gruselig wie schelcht manche Männer fahren….und da schimpft man immer über uns Frauen..tztztz.

    Liebe Grüße von Elllen 😉

    • Liebe Ellen,
      über uns Frauen gibt es da mal gar nichts zu schmunzeln! Vielleicht funktioniert „unser“ räumliches Sehen nicht immer einwandfrei, aber ich kenne mehr Männer, die schlecht autofahren, als Frauen 😉
      Liebe Grüße,
      Emily

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