Mein Nemo!

Heute habe ich eine fischige Geschichte mitgebracht, da es doch jetzt eilig auf Karfreitag zugeht!

Das war damals so…

Es war spät am Nachmittag, als ich nach meinem Dienstschluss noch schnell etwas einkaufen ging. Mein Magen knurrte und ich war ziemlich müde. Der Tag war lang und anstrengend. Jetzt musste am Ende des Tages nur noch etwas Gutes auf meinem Teller landen, und so war ich auf dem Weg, um genau so etwas zu erjagen! In einem Supermarkt, versteht sich. So schlenderte ich dort an einer Theke vorbei, in der die besonders eiweißhaltigen Lebensmittel lagen, und entschied mich dort für ein ordentliches Stück Fisch. Mit diesem kalten hübschen Kerl ging es also zum Bezahlvorgang an die Kasse. Vor mir standen noch zwei weitere Kunden, die darauf warteten bezahlen zu dürfen. Unmittelbar vor mir stand ein älterer Herr, der einen hochroten Kopf hatte und äußerst unbequem drein blickte. Seine Ware hielt er noch in seiner Hand. Zuerst wartete ich, legte dann allerdings meinen Nemo sorgsam neben mich auf das Kassentransportband. Dann wartete ich darauf, dass es vorwärts ging. Währenddessen sah ich mich um. Die Kassen nebenan waren ebenfalls geöffnet und auch dort herrschte ein hektisches Treiben. Nachdem ich meine Aufmerksamkeit auf meine Beute gerichtet hatte, fuhr Nemo geradewegs auf dem Transportband an mir vorbei, überholte den Rotgesichtigen und war gerade in Begriff in Richtung Kassiererin zu brausen. Doch der ältere Herr, der vor mir stand, war schließlich noch vor mir dran. Und was Recht war, sollte auch Recht bleiben! Da mein Fisch gerade dabei, ihm die Rolle streitig zu machen, fuhr er blitzschnell die Hand aus, ergriff meinen Nemo und hielt ihn zurück. Seine Fahrt in Richtung Kassiererin war unmittelbar beendet. Jetzt war ich allerdings an der Reihe. Niemand, und ich meine wirklich niemand, darf einfach so und ungefragt nach meinem Abendessen greifen! Da hört jedes Verständnis auf! Nemo rief nach Gerechtigkeit. Und so ergriff ich meinen Fisch und blickte dem Herren dabei in dessen kleine Augen, die mich durch das Rot seines Gesichtes hinweg anstarrten.

Sollte sich hier vielleicht ein kleines Kassenband-Duell anbahnen?

Komm‘ doch… Schisser, dachte ich furchtlos und hielt seinem Blick stand.

Augenblicklich nahm er seine Griffel von meinem Fisch und legte seine Ware auf das Transportband. Warum nicht gleich so? Genau zu diesem Zweck war das Laufband doch da!

Und da ich jetzt schon einmal in Form war, schnappte ich mir einen der Trennstäbe und legte es geräuschvoll zwischen Nemo und seinen Einkauf. So, damit waren die Verhältnisse nun klar wie Klosbrühe! Der Kampf war vorüber, die Fronten geklärt. Mit meinem Freund Nemo hatte ich allerdings noch eine ganz kleine Rechnung offen …

(aus: ©Emily’s Universum 2013)

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24 Gedanken zu „Mein Nemo!

  1. Beim Lesen deines Buches habe ich mich schon damals schlapp gelacht 😆 .
    Ob es bei Pansen oder ähnlichem Hundefutter auch zu Kollisionen käme? Vielleicht sollte ich das mal testen?

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

    • Hehe… Danke! Am Samstag hatte ich eine ähnliche Begegnung. Es war als hätte ich eine Erscheinung 😆
      Pansen hat man früher häufiger in der Auslage gesehen. Heute muss man es sicher bestellen. Aber es würde für Aufsehen sorgen, davon bin ich überzeugt!

      Liebe Abendgrüße, Emily

      • Unser Dackel frisst nur Frischfleisch aus einem Hundeladen. Früher habe ich öfters Pansen abgekocht, pfui deibel :mrgreen: .
        Aber es gibt ja noch andere „lukullische“ Besonderheiten… :mrgreen: .

        • Oh Himmel! Du bist aber tapfer *schüttel* Ich habe noch einen entfernten Gedanken daran wie Pansen „duftet“ 😆 Aber was tut man nicht alles für die Kleinen 😉

  2. herrlich … deine Beobachtung.
    Ähnliches ist mir heute auch passiert, da war ICH das „Rot-Gesicht“, ich wollte nur eine einzige Kleinigkeit kaufen. Vor mir an der Kasse war ein Herr, der reichlich eingekauft hatte und mit Karte bezahlte. Die Übertragung der Daten dauerte etwas länger und so war mein Einzelstück bereits bei der Kassiererin. Nur … diese Situation ist keinem von uns dreien aufgefallen, ich hätte sie auch vergessen, wenn du deine Beobachtung nicht erzählt hättest 🙂
    Einen schönen Abend … liebe Emily

    • Liebe Rose, da sage mal einer, dass ein Einkauf langweilig ist, was?! Ist er nämlich keineswegs! Selbst auf dem Kassenband zählt die Schnelligkeit. Oder die Dreistigkeit, je nach dem 😆
      Ich hoffe, dass du dich längst wieder entspannt hast!

      Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend für dich, Emily

  3. Ein breites Grinsen und gnickern konnte ich mir nicht verkneifen, das hast du mitreißend geschrieben…klasse!
    Mir gefiel der Teil mit dem Rotgesicht und den Augen ausnehmend gut…so Auge in Fischauge…öhm Auge ohne Fisch 🙂 hehe….köstlich, liebe Emily ❤
    Liebe Grüße lass ich hier
    deine Fischi

    • Danke dir, liebe Fischi 😉 Ich bin ja nu auch wirklich zu vielen Späßchen zu haben, aber bei meinem Abendessen hört der Firlefanz auf!
      Deine Grüße sind gut angekommen! Hab noch einen schönen Abend und damit fliegen liebe Grüße zu dir, Emily

      • *grins* gegen wen? Gegen den Angler, der ihn fischte?
        Oder hattest Du da einen quicklebendigen auf dem Band? Emily, Emily *lach*

        • Nein, er war leider nicht mehr lebendig, liebe Bruni, sonst hätter er sich vermutlich tatsächlich gewehrt. Oder anders: er war glücklicherweise nicht lebendig!? Schließlich hätte ich ihn doch dann nicht braten können 😯

          Ganz liebe Grüße zu dir Bruni ♥

  4. Hey, man darf endlich mal wieder bei dir schreiben.
    Ist schon manchmal echt doof, wenn sie ihre Sachen in der Hand halten, statt auf das Laufband zu legen.
    Ich mag es auch nicht, wenn jemand meine Sachen zusammenschiebt, damit der schneller sein Zeugs drauflegen kann. Zeit ist doch immer genug.
    deine Bärbel

    • Ja, jetzt kann man mal wieder schreiben. Ich konnte ein paar Tage lang nicht antworten, das finde ich dann immer recht schade. Und bei dem Unglück in Haltern wollte ich nicht kommentieren, sondern alles einfach so stehen lassen.
      Einen schönen Abend für dich, deine Emily

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