Irre – oder: Schwedische Möbelhäuser am Samstag

Und wieder einmal muss ich feststellen, dass das Schreiben durchaus eine Art der Therapie sein kann!

Nun, es gibt Geschichten, die sollte man besser für sich behalten, oder eben auch nicht. Ein samstäglicher Besuch in einem der gelben Möbelhäuser ist schon eine echte Leistung und ich bin überzeugt davon, dass viele von euch schon mal an so einem Abenteuer teilgenommen haben! Zumindest höre ich viele sagen: Wie kann man denn auch an einem Samstag ausgerechnet da hin gehen? Tja, ich selbst schaffe es immer mal wieder mich darauf einzulassen, obwohl ich danach wieder für eine lange Zeit von so einem Shoppingerlebnis kuriert bin! Wenn die Zeit aber – wieder einmal – verstrichen ist, denke ich nur, so schlimm wird es schon nicht werden…

Am vergangenen Samstag wollte ich nur mal eben kurz ein Teil besorgen. Mal ehrlich, wer kommt nur mit allein einem Teil aus diesem Laden?

Da ich ja bereits weiß, dass es dort von Menschen wimmeln könnte, mache ich mich also schon sehr früh auf den Weg und lande zur Frühstückszeit, bei diesem Möbelriesen, auf dem Parkplatz. Schon eine halbe Stunde vor der eigentlichen Öffnung dieses Möbelschuppens, kommen viele, viiiiiiiiele Menschen dorthin, um sich in eine lange Schlange einzureihen und sich ein Frühstück zu ergattern. Augenscheinlich handelt es sich um ein wahres Familienhappening, denn hier ist jetzt Stimmung!

Punkt 10 Uhr stolpere ich in den Markt und bemühe mich auf dieses eine Teil zu konzentrieren, was natürlich schief geht. Am Ende muss ich also doch noch einmal einen großen Teil des vorgezeichneten Weges zurück gehen, weil ich etwas vergessen hatte.

Mir war gar nicht aufgefallen, wie voll es mittlerweile geworden war und ich musste nun gegen den Strom angehen. Geschickt wich ich sich streitenden Paaren aus, ließ kreischende Kinder hinter mir und umkurvte die Verliebten, die alles testeten, was in eine Wohnung passen könnte. Als ich endlich an die Warenausgabe kam, stand bereits eine Traube an Kunden, die auf ihre Ware warteten und ich konnte mich nur noch dazu gesellen.

Uff…

Ich stützte mich auf meinem Wagen ab und versuchte die Ziffern auf der Anzeigetafel zu erkennen. Kleiner konnten die Rechnungsnummern wohl kaum angezeigt werden! Meine Augen wurden zu schmalen Schlitzen und ich musste erkennen, dass meine Nummer noch ziemlich weit entfernt von dieser hier lag.

Spitze.

Ich stützte meinen Kopf auf meinem Arm ab und starrte lustlos in meine nähere Umgebung.

Langsam wurde die Luft um mich herum dicker. An der Lüftung durften die hier gern noch einmal arbeiten!

Mein Blick fiel auf die Jungs, die an der Warenausgabe arbeiteten. Richtig eilig hatten die es nicht. Ich schon. Denn ich wollte hier schnellstens wieder raus! Interessierte hier allerdings niemanden. 

Dieses Warten ist nicht nur für mich unangenehm, Kinder haben dafür meist noch weniger Verständnis. Mir gegenüber wartete eine Familie. Eines der Kleinkinder saß im Einkaufswagen, das andere konnte schon (gut) laufen und umkreiste den Wagen. Der junge Vater hielt den Wagen, als die junge Mutter die Söhne mit einem Eis versorgte und mit den Worten »Du, ich geh‘ noch mal schnell rein. Ich habe da noch was gesehen…!« zurück in den Laden ging. Ehe ihr Liebster antworten konnte, war sie auch schon weg. Der kleine Sohn, der in dem Wagen saß, verteilte einen großen Teil von seinem Eis auf seiner Jacke. Das Eis seines laufenden Bruders klebte indes an der Werkstoffstation. Auch schön.

Ich fing an zu transpirieren. Außerdem war ich genervt, da die Anzeigetafel sich nur äußerst langsam zu meinen Gunsten bewegte. Erst die Ansage aus den Lautsprechern, brachte mich wieder zum Lachen, also Achtung!

»Der Fahrer des Wagens: Düren xx 123 wird dringend gebeten zu seinem Fahrzeug zu kommen. Sie blockieren unsere Presse!«

Doch die erheiternde Wirkung hielt nur kurz. Ehe ich mich versah schnellte auch der Puls schon wieder in die Höhe. Nee, was war das vielleicht gruselig hier!

Eine bunt angestrichene Dame stöckelte auf Highheels durch die Kassenzone und nun zielbewusst direkt auf die Warenausgabe zu. Wie süß! Aber hier sind wir alle gleich, Schätzchen!, denke ich noch und lese plötzlich tatsächlich meine Rechnungsnummer auf der Anzeige.

Vor Erleichterung bin ich fast den Tränen nahe. Ich spüre die neidischen Blicke der wartenden Menge in meinem Rücken und bahne mir siegessicher einen Weg durch sie hindurch. Raus, in die Freiheit.

Als ich bemerken muss, dass ich mein Parkticket noch nicht habe freischalten lassen…

Ich wünsche euch allen einen wunderbaren Wochenstart und

alles Liebe,

die Emily

 

 

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51 Gedanken zu „Irre – oder: Schwedische Möbelhäuser am Samstag

  1. Und das am freien Werktag in der Woche. Bin ich froh, dass zumindest am Sonntag die Geschäfte geschlossen sind. Sonst wäre da auch Remmidemmi.
    Oder du geht beim nächsten Mal so gegen kurz vor Schluss.
    Liebe Grüße, Charles

  2. Zum Glück gehen wir da nicht mehr hin.
    Wir waren im vorigen Jahr mal da, um uns Küchen anzusehen.
    Aber ansonsten gekauft haben wir nix, gaaaaar nix. Auch keine Küche, denn ja muss man ja jede Schraube selbst bestellen.

  3. ….. herrlich gelacht habe ich nun am frühen Montag morgen …
    Deshalb so früh, weil ich unbedingt die ERSTE vorm Discounter sein will ….
    DIE haben da heute so tolle Angebote.
    Es kommt doch bestimmt kein anderer sonst noch auf die Idee, SO früh DA zu stehen … oder? 😀

    Im Ernst?! – auch ich falle immer wieder drauf rein!!!

    Zu gut sind dann auch so Fragen von Leuten die DA sind:
    „Wieso sind die alle gerade jetzt, gerade HEUTE hier?“
    Da möchte ich so gerne mal fragen: „WAS machen SIE denn gerade jetzt, gerade heute HIER?!“
    Muhahahahaha …

    Danke für den Lacher und hab einen guten Start in die neue Woche!

    Katja

    • Lachen am Morgen, erspart Kummer und Sorgen! So heißt das. Und ich glaube dir NICHT, dass du schon so früh beim Discounter deines Vertrauens warst *g* Neeneenee! Oder aber, du wolltest eines der Angebote abstauben. Das kann natürlich sein!

      Ich wette mit dir, dass ich auch wieder nur für eine gewisse Zeit schlauer bin und dann scheint das Thema aus meinem Gedächtnis gelöscht zu sein und ich stehe wieder da. Oder beim Discounter ^^‘

      Also, immer schön lächeln und ganz liebe Grüße in die neue Woche, Emily

  4. Herrlich geschrieben ! Ich stand gedanklich mit in der Schlange. 🙂 Nein , ich hab das auch noch nie geschafft mit nur einem Teil dort razs zu gehen . L.g. Anja

  5. So ein oder zweimal im Jahr vergesse ich auch, das ich es lieber unterlasse sollte, diesen Laden am Samstag zu betreten. 🙂

    • Danke Birthe. Der „normale“ Samstag hat mir schon gereicht. Jetzt kommt die Adventszeit. Dann wird es noch spannender. Wenn du also einmal nicht wissen solltest, was du machen sollst… immer rein ins Getümmel! *g*

      Liebe Grüße, Emily

      • Du wirst lachen: ich war HEUTE vormittag dort – 3 Stunden, nachdem ich Deinen Beitrag gelesen habe. Aber es war angenehm – nicht leer, aber auch nicht zu voll. War in weniger als 7 Minuten durch die Kasse durch :-))). LG Birthe

        • 3 Stunden lang warst du also bummeln? So, so. Aber die Zeit verfliegt da ja auch, wie nichts! Du musstest aber auch nicht zur Warenannahme, gell? 😉 Ich tippe, dann hättest du doch noch ienmal an mich denken müssen!

          Liebe Grüße, Emily

  6. Ein toller Bericht, aber für mich absolut nicht nachahmenswert. Denn genau aus solchen Gründen meide ich samstags alle Kaufhäuser wie der Teufel das Weihwasser 🙂 .
    LG Anna-Lena

    • Alle Kaufhäuser? Dann bist du schon weiter als ich. Allerdings kommt jetzt die Adventszeit, dann wird es auch in den Städten spannend.
      In der Woche schaffe ich vieles nicht, dann muss das Wochenende hin halten.
      Liebe Grüße und hab einen schönen Abend, Emily

      • Mein Mann ist der Einkäufer, der hat mehr Zeit als ich. Aber ich gehe auch ins Kaufhaus, jedoch spontan und auf keinen Fall am Wochenende.
        Unter der Woche kann ich das auch planen, da ich ja „vormittags recht und nachmittags frei habe“ 😆 .

        Liebe Grüße und bleib immer schön entschleunigt 😉 .

  7. Weisst Du, liebe Emily, wann wir in schwedische Möbelhäuser gehen? Ich sag’s Dir: am 31.12. – null Betrieb, zumindest hier bei uns 🙂 Das machen wir schon seit gut 2 Jahren so. Alle sind beim Silvester Einkauf und Niemand mag ins Möbelhaus fahr’n. So scheint es zumindest 😉

    LG
    Malina!

  8. Aber Du hast es ja mannhaft überstanden (frauhaft hört sich bescheuert an!), liebe Emily und uns daran teilhaben lassen 😉
    Hab eine gute Woche und sei von ganzem Herzen gegrüßt von der ♥ Pauline ❤ ❤

  9. OMG, köstlich … Ankommen und im Gedanken froh es so früh geschafft zu haben und dann ist da eine Meute für ein preiswertes Frühstück kämpfend .. 😔 ich glaub ich währ davon gerannt .. Hast Du aber toll durchgehalten 😂

    • Ich habe kurz darüber nachgedacht, später wieder zu kommen und dann dachte ich, wenn ich ganz schnell bin, wird es vielleicht gar nicht so schlimm. Denkste! 😉
      Danke und liebe Grüße zu dir ♥

  10. Wie kann man nur an einem Samstag dort hingehen, liebe Emily? *grins* Das musste ich jetzt schreiben. 😉
    Und dann auch noch gegen den Strom zurücklaufen. Ts. Das geht aber gar nicht. 😉

    Puh, aber wirklich, samstags … nee …. ich muss zugeben, ich war schon ewig nicht da, weil ich dafür immer ein ganzes Stück fahren muss. Aber ich würde gerne mal wieder … innerhalb der Woche natürlich. 😉

    Herzliche Grüße,
    Martina

    • Genau! Sag DU es mir bitte auch noch mal 😆 Glaube mir, du warst nicht die einzige Person.
      Ich sehe schon, du weißt ganz genau wovon ich spreche 😉

      Herzliche Grüße zu dir, Emily

  11. Den Ikea in Bari kann man ohne Furcht um Leib und Leben nur gegen 15 Uhr betreten, wenn der gemeine Italiener seine Mittagsruhe hält. Aber das Parken ist auf jeden Fall gratis, d.h. auch wenn man direkt vom Krankenwagen weggebracht werden würde, könnte das eigene Auto dort auf einen warten.

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