Bürogeflüster: Immer so ein Käse

Mein Kollege klapperte munter auf seiner Tastatur herum. Das ist ja ein wirklich nettes Geräusch, wenn es dauernd in einer gleichbleibenden Geschwindigkeit vor sich hin tappert!

Bevor dieses Tastaturgeklappere einschläfernd auf mich wirken konnte, zog ich mir – ganz leise – meinen Mittagssnack an Land. Am frühen Morgen hatte ich mir ein belegtes Brötchen gezaubert, dass seinesgleichen suchen konnte! Die Vorfreude war groß! Leise klappte ich meine Frühstücksbox auf und lächelte das Brötchen an. Eine vorwitzige Tomatenscheibe suchte sich den Weg ins Freie und ich stopfte sie mit dem Finger wieder an die Stelle zurück, an die sie gehörte. Der Käse, der auf dem Brötchen lag, war einfach ein Traum! Für mich jedenfalls…

Mein Kollege unterbrach sein Getippe. Wir waren durch einen Sichtschutz voneinander getrennt. Also konnten wir uns hören, aber nicht sehen.

»Du Emily?«

»Jahaa?!«, sagte ich und biss in mein Brötchen.

»Sag mal, was isst du da?«

Ich kaute eilig und schluckte.

»Woher weißt du, dass ich etwas esse?«, fragte ich verdutzt. Ich war doch ganz leise!

Es folgte eine Pause. Dann atmete mein Kollege hörbar tief ein.

»Tjaaa…«

Meine Güte, was will er mir denn damit sagen?

»Was tja?«

Gut, okay, ich hatte heute einen etwas kräftigen Käse aufgelegt … ob er den vielleicht …?!

»Ich weiß jetzt nicht, wie ich es sagen soll!«

Ach, was soll’s! Ich biss erneut in mein Brötchen.

»Immer frei raus damit!«, antwortete ich.

»Es riecht hier so ein bisschen … wie soll ich sagen… muffig?!«

Okay, er meinte meinen Käse…

»Riecht’s vielleicht nach Käse?«

»Mmmh, aber ich wollte eh gerade Mittagspause machen! Sag mal, könntest du in der Zwischenzeit lüften?!«, fragte er noch und war auch schon aus dem Büro gestürmt!

Von nun an wusste ich was zu tun war, wenn ich einfach mal etwas Zeit für mich haben wollte 😉

Kommt alle schön ins Wochenende und

liebe Grüße,

die Emily

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48 Gedanken zu „Bürogeflüster: Immer so ein Käse

    • Das kenne ich auch gut. Meine Käse muss ich immer schon sichern. Nur irgendwann müssen sie da ja mal raus und dann… gehen alle auf die Flucht 😉

  1. In meiner vorapulischen Zeit musste ich tatsächlich anordnen, dass nur im Aufenthaltsraum gegessen wird. Da verstanden sich Kolleginnen in einem Büro offenstichtlich nicht so gut wie Du und Dein Kollege und es gab richtig Zank wegen „ständiger Geruchsbelästigung“. Zum Glück seid ihr zivilsierter! 🙂

    • Ach nein, sonst ist wirklich alles gut bei uns. Er trägt sein Salamibrot bei sich (damit habe ich es nicht so) und er muss dagegen Brokkolisalat und machmal eben auch einen (etwas kräftigeren) Käse aushalten 😉

      Was mich aber glatt interessiert ist: Was haben die Leute bei euch gegessen, dass dieser Schritt notwendig war?

  2. Bei mir muss es immer frischer Käse sein, lach.
    Aber nun hast du ein Mittel, wie du deine Mitarbeiter loswerden kannst, grins.
    Dir ein prima Wochenende
    deine Bärbel

  3. Hahaha ^^. Meine Töchter schieben den Lieblingskäse meines Mannes auch immer gaaaanz weit weg. Ich persönlich finde den Geruch von gekochten Eiern ja noch schlimmer. Ich hatte eine Schulkameradin, die musste man in der Pause nicht sehen. Man wusste immer, wo sie sass, wenn dieser Eier-Gestank rüber waberte.
    Lass dir bloss den Appetit nicht verderben! 🙂

    • Du hast mir zwei Stichpunkte gegeben.
      1. Ich glaube, der Mufti-Geschmack entwickelt sich erst im Laufe der Zeit. Früher konnte man mich damit auch jagen!
      2. Hat neulich im Flieger eine Frau ein Ei neben uns gepellt und da wäre ich am liebsten aus dem Fenster gesprungen! Also nicht wirklich, aber fast! Ich kann dich gut verstehen!

      Ganz liebe Grüße, Emily

  4. Gute Idee, da kannst du ja der Reihe nach auch andere duftende Lebensmittel einsetzen – falls die Müdigkeit dich durch monotones Geklapper wieder überfällt. Nach Fischbrötchen, vielleicht Knoblauchbaguette? Oder Zwiebelmett?
    Liebe Grüße
    zum Wochenende wünscht dir ❤ lich
    deine Fischi

    • Ein Fischbrötchen wäre auch noch mal eine Idee. Natürlich nur, wenn er mich ärgern sollte *g Das merke ich mir!

      Viele liebe Sonntagsgrüße, Emily ❤

  5. Ich hatte mal einen indischen Kollegen, der transportierte in seiner Frühstücksbox immer sehr seltsame, aber offensichtlich essbare Sachen. In seiner Schreibtischschublade bewahrte er diverse Gläschen mit farbenfrohen Gewürzen auf, mit denen er diese Dinge kräftig bestreute. Ich erinnere mich an Kurkuma und diverse Currymischungen. Ich glaube, für unsere Nase ist dein Käse im Vergleich dann doch ziemlich harmlos.
    LG von Rosie

    • Ich liebe die indische Küche ja sehr und hätte sicherlich gerne mal genascht! Gut, vielleicht nicht unbedingt zum Frühstück…
      Ich kann durchaus verstehen, warum es Küchen und Kantinen gibt 😉 Morgen gibt es Konfitüre!

      Herzliche Grüße, Emily

  6. *hihihi* … Emily, da fällt mir eine Geschichte ein, die richtig gut zu deinem Bericht passt: ein tiefer, eiskalter Wintermorgen – Frühstückspause. Ein allseits unbeliebter Kollege setzte sich an den unbesetzten Schreibtisch im angrenzenden Labor-Büro. Meine Labor-Tisch-Nachbarin hatte an diesem Tag frei … sonst gingen wir immer gemeinsam in die Kantine. Ich blieb an diesem Tag also im Labor, bzw. setzte mich an einen weiteren leeren Schreibtisch im Labor-Büro. So auch der unbeliebte Kollege … und dieser packte sein Frühstücksbrot mit Stinkkäse aus. Der „Duft“ verbreitete sich sofort in übelster Form. Das konnte ich nicht aushalten. Ohne irgendeinen Kommentar abzugeben … denn auch ich sprach nicht mit diesem Menschen … habe ich meine Daunenjacke angezogen und das Fenster weit geöffnet … 15 Minuten lang, so lang war die Pause. Der Kollegen blieb sitzen, in seinem dünnen Laborkittel … und auch ohne etwas zu sagen. Die Pause war um, und jeder ging wieder an seinen Labor-Tisch. (normalerweise bin ich nicht bösartig).

    • Mmmmh, das war aber eine eisige Stimmung was?! Im Ernst, das kann ich gut nachvollziehen. Wenn man etwas einfach nicht riechen kann, kann man nur noch die Flucht nach vorne antreten! Ich habe mit Parfumwolken so mein Problem. Männliche wie weibliche! Dann habe ich auch kein Problem damit bei offenem Fenster zu sitzen. Auch wenn es kalt ist!

  7. ja, Essen liefert Aroma. Frisch aus dem Kühlschrank allerdings nicht besonders. Wenn Käse lange genug von der Kühlung weg ist, dann schmeckt er perfekt.
    Leberwurst ist ebenfalls so ein Kandidat. Die Leberwurst bei Zimmertemperatur essen und sie schmeckt nach Leberwurst.

    Genieße das Wochenende.
    Liebe Grüße, Charles

    • Es gibt Käsesorten, die müssen eigentlich in eine Sicherheitsverwahrung überführt werden. Mein Brötchen lag schon eine Weile bei Zimmertemperatur, nur eben in der Dose. Der Geschmack war toll! *g
      Schinken schmeckt auch besser, wenn er etwas Temperatur bekommen hat. Ist einfach so.

      Das Wochenende ist ganz nach meinem Geschmack! Einen schönen Sonntag für dich und liebe Grüße,
      Emily

  8. Pingback: Duftnoten | Meine literarische Visitenkarte

  9. *lach*, ein Käsebrötchen vertreibt die Kollegen?
    Liebe Emily, da hätte ich bei meinen Kollegen viel stärkere Geschütze auffahren müssen *kicher*

    Bei den vielen Fahrern und Lagerarbeitern, die da herumwieselten und einem manchmal kaum arbeiten ließen, da hätte ein simples Käsebrötchen nicht gereicht, höchstens hätten sie abhaben wollen *lach*

    Amüsierte Grüße von Bruni

    • Na ja, vielleicht vertreibt nicht jedes Käsebrötchen den Kollegen. Nur dieses 😉
      Hast du deine Brötchen etwa teilen müssen? Körperlich hart arbeitende Menschen haben immer Appetit, das ist einfach so. Obwohl, Appetit habe ich auch immer…

      Herzliche Abendgrüße, Emily

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