Was für ein Schreck!?

Emily: Was für ein Schreck!

Neulich hatte ich eine so herzliche Begegnung, die mir vermutlich viel, viiiiiel Glück gebracht hat! Manchmal trifft man ja auf Menschen, die man eine Ewigkeit nicht gesehen hat und zack plötzlich kreuzen sich die Wege wieder. So war es bei mir und Karin. Karin hatte ich seit Jahren nicht gesehen und so verabredeten wir uns zu einem schönen langen Spaziergang. Das Wetter war toll und Karins Hunde, zwei kniehohe, graue Wuschelhunde, hatten ebenso viel Spaß wie wir. Wenn nicht sogar noch mehr, denn gleich als wir durch die Felder gingen, sprangen sie auch gleich im hohen Gras umher.

Wir spazierten in einen kleinen Wald, der an ein Freibadgelände grenzte. Karin und ich waren damit beschäftigt uns ziemlich rege über die vergangenen Jahre auszutauschen, nichts desto trotz hielt sie immer einen Blick auf ihre zwei flauschigen Racker. Und dennoch geschah es, dass diese hübschen Wonneproppen uns plötzlich aus dem Inneren eines abgesperrten Bereiches ansahen. Ein ziemlich hoher Metallzaun trennte die Hunde von uns. Na das war jetzt aber mal eine ganz blöde Situation! Diese zwei Blitzmerker waren nämlich unter den Zaun gekrabbelt, haben sich dann auf die andere Seite gestellt und gemerkt, dass sie den Weg nicht zurück finden konnten.

Karin rief sie, um sie dazu zu motivieren, bitte auf dem selben Weg wieder zu uns zurück zu kehren. Hätten die beiden vermutlich auch gern gemacht, nur wie?

Unser Gesprächsstoff musste also zunächst mal in die Warteschleife, obwohl wir gerade ein sehr spannendes Thema hatten und so liefen wir um das Gelände herum, um nach Rettungsmöglichkeiten für entlaufene Hunde zu suchen. Vergebens. Klar, wäre ja auch alles viel zu einfach gewesen!

Während ein Hundi es also tatsächlich geschafft hatte den Ausgang und den Weg zu uns zu finden, war das Mädchen – Carissa – ihrem Kumpel augenscheinlich nicht gefolgt und blieb vorübergehend verschollen. Der Rückkehrer, sowie Frauchen waren sehr froh darüber, dass sie sich wieder hatten und so verbanden sich beide blitzschnell mit einer hübschen Hundeleine. Carissa hatte sich derweil voll und ganz unsichtbar gemacht! Das arme Ding war sicherlich total verängstigt und suchte nach einem geeigneten Weg. Wir litten natürlich alle mit ihr und riefen sie bei jeder Gelegenheit.

Karin und ich trennten uns. Ich suchte weiter in dem kleinen Wäldchen, Karin trat den Heimweg an, um auf dem Rückweg nach ihr zu suchen. Vielleicht war sie ja auch einfach nur heim gelaufen. Blöd war nur, dass sie dazu eine Straße überqueren musste und Karin und mir war klar, dass sie den Ampelknopf nicht betätigen würde …

Nun war mein Blick ins Gehölz gerichtet und weniger auf den Boden vor mir und so geschah es, dass ich ordentlich – und richtig mittig – in einen ganz fein platzierten Hundehaufen trat. Halbe Sachen mache ich ja einfach nicht! Dieser Scheißhaufen war von einem Hund produziert worden, der die Größe eines Kalbes gehabt haben musste! Es war einer von der Sorte, die mit einer überprächtigen Darmtätigkeit ausgestattet waren! Damit allein nicht genug. Wenn schon Glück, dann aber auch richtig. Ich trug nämlich Ballerinas!

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass jeder Leser nun in etwa ein Bild vor Augen hat und ich bitte darum dieses Bild jetzt mal nicht weich zu zeichnen!

Meine Schläppchen hatten auch noch ein Profil… Kurzum, ich war also kurzzeitig, ziemlich lautstark, davon abgelenkt Carissa zu suchen. Man mochte es mir nachsehen…

Nun lief ich langsam, aber sicher durch die Felder wieder zurück und streifte meinen Schuh an jedem noch so kleinen Grasbüschel ab. Teile meines Fußes mussten noch ein Weilchen auf die ersehnte Reinigung geduldig warten. Eine kurze Zeit später erhielt ich den ersehnten Anruf von Karin: Carissa war heil zu Hause eingetroffen. Was für ein Glück!

Carissa: Was für ein Schreck!

Frauchen bekam Besuch. Nee, ist das immer aufregend! Leider bekamen ich und mein haariger Kumpel eine Leine angelegt und mein Laufradius wurde damit auf ein Minimum eingeschränkt. Aber gut, da musste ich durch, wenn ich ein Leckerchen abgreifen wollte. Menschen waren ja so durchschaubar! Offen wie ein Buch. Egal, wir trabten also artig los. Ab und an lief ich den Zweibeinern ein bisschen vor den Füßen herum. Das nervt die und zwar volles Programm. So bald wie möglich nehmen die einem nämlich dann auch die Leine ab und man kann endlich frei sein! So frei wie man nur sein will. Dann kannst du nämlich auch dein Häufchen da ablegen, wo du willst. Ein ganz anderes Kack-Gefühl ist das!

Die Zweibeinigen liefen in das kleine Wäldchen und quasselten in einer Tour. Wenn ich so viel bellen würde wie die quasseln… ich wäre wohl längst heiser! Aber bitte, muss ja jeder auch irgendwie für sich entscheiden. Mein haariger Kumpel und ich sahen dann diese Leute die da arbeiteten. Ich dachte jedenfalls, die hätten gerufen. Konnte ja sein, dass die eine Bratwurst übrig hatten. Oder ein Schweineohr. Oder so. Jedenfalls haben wir uns ganz klein gemacht und sind unter dem Zaun durch. Wenn wir mal Kohldampf haben, hält uns auch so ein Zaun nicht auf! Dann waren wir drüben, aber die Leute hatten sich nur unterhalten. Es gab für uns weder eine Bratwurst noch sonst etwas. Da hatten wir wohl Pech gehabt.

Die Zweibeinigen gingen just in diesem Moment an uns vorbei in dem uns klar wurde, dass es nicht so leicht werden würde, den genauen Eingang, oder Ausgang – wie man es nimmt-,  wieder zu finden. Mein Frauchen rief mich. Klar, mein haariger Kumpel musste natürlich gleich zu ihr laufen. Ich dachte, ich spiele noch ein bisschen. Dann sind alle weg gegangen und das fand ich dann doof. Da haben mich doch alle einfach alleine gelassen und alleine mochte ich nicht spielen. Also habe ich mir meinen eigenen Ausgang gesucht und machte mich auf den Heimweg.

Zwar hörte ich wenig später, wie die Begleitung von meinem Frauchen ganz böse Worte rief, aber ich ließ mich nicht bekehren. Kein Stück! Als ich zu Hause eintraf war natürlich ein großes »Hallo« angesagt. Was für eine Freude. Ich hatte Spaß, weil ich endlich zu Hause war und mein Frauchen auch irgendwie. Jedenfalls gab es so viele Streicheleinheiten und Leckerchen natürlich. Was für ein Glück!

Und das Glück nehmen wir dann heute mal mit ins Spiel was?! 😉

Ich wünsche euch einen ganz tollen Fußballabend und haltet ein Leckerchen für eure lieben Hausgeister parat. Sie haben es sich sicher verdient!

Alles Liebe,

die Emily

Advertisements

38 Gedanken zu „Was für ein Schreck!?

  1. Erinnert mich stark an eine Geschichte, bei der ich barfuß als Kind in einen warmen Kuhfladen gerutscht bin…aber sowas von Igitt 😉
    Da bist du auch einmal ins Glück gerutscht, liebe Emily 🙂 sind die Ballerinas farbecht?
    Herzliche Grüße von Fischi

    • Hihihiiiii…. der Fladen ist doch bestimmt durch die Zehe gequitscht! Wenigstens war er warm und du hast dir nichts weg geholt 😆
      Die Ballerinas waren aus waschechtem Leder. Sonst hätte ich sie weg geschmissen!

      Viele liebe Grüße, Emily

  2. uahh sowas braucht man mit dem Hundehaufen.
    Gut dass Carissa uns die Geschichte auch erzählt hat ggg.

    Heute gewinnt Brasilien fürchte ich, Leckerlis sind für die Katern und für uns bereit;-)
    lg Sina

  3. Danke für diese Story, habe lange dafür gebraucht, musste doch die bis jetzt 5 Tore in der ersten Halbzeit gucken, du verstehst.
    Wahnsinn, dieses Spiel. Als seien die Brasilianer nur 8 Leute….

    • 5 Tore und die 1. halbe Stunde war noch nicht vorüber. Die Brasilianer taten mir wahnsinnig leid… aber ich freue mich natürlich für die deutsche Mannschaft!

  4. Das war ein Omen, Emily! Könntest Du nicht kurz vor dem Finale einen weiteren Spaziergang im Wäldchen machen und wieder kräftig auf eine „Hundetretmine“ stapfen? Ganz Deutschland wird Dir danken!!!!

  5. Du weißt doch, dass gewisse Dinge Glück bringen, liebe Emily 😆 .
    So ein Hundedasein ist scheinbar spannend, das kann auch schon mal aus dem Rude(l) laufen. Aber alles ist gut ausgegangen, das ist das Wichtigste 🙂 .
    LG Anna-Lena

    • Ja, ich weiß, dass gewisse Dinge Glück bringen. Aber deswegen muss man da ja nicht…äh… rein.
      Wir sind so froh darüber gewesen, dass Carissa heil nach Hause gekommen ist. Über mehr will ich gar nicht nachdenken!
      Hab einen schönen Donnerstag, liebe Anna-Lena.

  6. Mit „ich lebe ein Hundeleben“ ist ein nicht so gutes Leben gemeint. Andererseits sich um nichts kümmern zu müssen, etwas zu Essen bekommen, zwar, nicht gerade wann man will, tagsüber sich auf einem bequemen Platz ausruhen und Gassi geführt zu werden und was weiß ich noch alles für angenehme Situationen, das muss nicht das schlechteste Leben sein.
    Liebe Grüße, Charles

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: