Wind von vorne: Lauf-Lage-Bericht

Ich habe ja so meine Laufzeiten und normalerweise lasse ich mich auch vom Wetter nicht davon abhalten. Auch nicht, obwohl die Unwetterzentrale für den Morgen eine Warnung vor Orkan- und Sturmböen heraus gab.

»Na ja, musst ja nicht durch den Wald traben!«, argumentierte mein Hirn in die innerliche Kommunikationsrunde und kassierte einvernehmliche Zustimmung. So schlüpften meine Füße in die Laufschuhe und ich lief los.

»Hallöchen? Wäre schon nett gewesen, wenn jemand an uns hier oben gedacht hätte! Wieso hat keiner an eine Mütze gedacht? Hä?«, meldeten Stirn und Kopf.

Die Schultern zuckten unwissend und die Beine liefen einfach ungerührt weiter.

»Ich kann doch nicht an alles denken!«, rief das Hirn und klang ein wenig beleidigt.

»Meine Güte, jetzt sei doch nicht so mimosig«, antwortete das Herz.

Die Augen rollten einmal im Kreis.

Nicht schon wieder die Beiden… was für ein Theater!

»Was heißt hier mimosig?  Na? Na was?«, wollte das Hirn wissen.

»Denen da oben ist halt kühl und die wollten vermeiden, dass du einfrierst.« Das Herz begann zu kichern. »Verstehst du? Hirn auf Eis!«

»… und wenn hier überhaupt einer mimosig ist, dann bist das ja wohl eher DU! Als wenn ich sooo schnell erfrieren würde. Pah!«, meckerte das Hirn weiter vor sich hin und klinkte sich dann aus.

Die Beine liefen aus dem Schutz der Häuser und führten mich auf das freie Feld. Jetzt wurde mir auch klar, was die Unwetterzentrale mit »Sturm« gemeint hatte.

»Kleine oder große Runde?«, fragte das Hirn kleinlaut. Schließlich kam ich gerade an die entscheidende Weggabelung.

»Och, wie du magst!«, antwortete das Herz.

Die Augen rollten wieder im Kreis.

Na klar, erst zoffen die sich und dann gehen sie wieder auf Kuschelkurs. Immer dasselbe!

»Nein, wie DU magst«, antwortete das Hirn.

»Nein DU…«

Die Beine liefen indes weiter und waren längst auf der großen Laufrunde. Schließlich hatten sie keine Anweisung erhalten. Das merkten Herz & Hirn – innig vereint – allerdings erst, als ein heftiger Windstoß kam und etwas Regen mit sich brachte.

»Oh… äh… na ja… Du, Hirn!?«

»Mmmh«

»Schalte mal die Augen scharf!«

Gesagt getan und schon landete ein Stäubchen darin.

Der Wind war gemein und ganz gleich, welche Richtung ich nahm, der Wind kam einfach immer von vorn.

Eines kann ich euch sagen, wenn ich mir an einem Sonntag ein Stück Kuchen verdient hatte, DANN heute!

Habt einen schönen Abend und kommt gut in die neue Woche,

die Emily 😉

 

 

 

 

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23 Gedanken zu „Wind von vorne: Lauf-Lage-Bericht

  1. Gut gemacht, liebe Emily, Applaus….deine Beine haben dir gutes getan, meine waren dagegen sowas von faul *schnorchel* ich muß mal mein Hirn anmorsen :mrgreen:
    Liebe Grüße
    von Fischi …Couchpotato

  2. Mein Frauchen hat mich heute auch bei Sturm und Regen durch den Wald gescheucht. Kuchen will ich nicht, aber ne Wurst wär cool !

  3. Hach, wie interessant das mal wieder ist, liebe Emily.
    Hauptsache, die Kommunikation klappt, grins.
    Wir waren am Freitag bei Tante Emma, die hat ja immer so guten frischen Kuchen.

  4. Tapfer, tapfer – genieße den Kuchen. Ich war am Sonntag auf La Palma und da es in den Bergen so stürmte, entschied ich mich faul zu sein und nur eine kleine Strecke zu gehen. Dann erfuhr ich, dass zur gleichen Zeit dort der Ultramarathon stattfand. Ich fasse es immer noch nicht:: 83 Kilometer und 4000 Höhenmeter – ich staune, wie Menschen das schaffen. liebe Grüße Leonie

    • Die Leute sind irre! Ein Freund von mir ist auch so einer. Erst läuft der einen Marathon (Aufwärmübung) und dann steht ein paar Tage später ein Triathlon an. Völlig irre! Mir hat meine Runde schon gereicht – bei übrigens 57 Höhenmeter 😉
      Liebe Grüße, Emily

  5. ein feiner Bericht über das, was Du beim Hineinhören in Dich wahrgenommen hast. Unterhaltungen führen diese zwei beiden Wichtigen, da bin ich baff. Aber es leuchtet mir ein.
    Wer weiß, wie sie mit mir schimpfen, wenn ich das Gegenteil mache, hinaus sollte, bei Wind und Regen und ich zucke zurück, es ist mir zu kalt, zu verregnet und ich gestehe, Gründe finde ich immer *kicher*.
    Dann kommen aber Stunden und Tage, da hält mich nichts, da muß ich raus und ich tue es auch…
    immer wieder *lächel*
    Liebe Grüße von Bruni

    • Liebe Bruni,
      wenn ich bei meinen Läufen Zeit habe – und die habe ich ja dann auf langen Runden – kann ich gut in mich hinein hören und dann lausche ich den Dialogen *g* Da ist manchmal ganz schön was los, kann ich dir sagen! Spannend wird es tatsächlich, wenn es regnet, Haget oder schneit. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass mir jemand die Schuhe versteckt und die Augen zu hält, damit ich das nicht mitbekomme 😆

      Herzliche Grüße, Emily

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