Brennesseln essen

Obwohl ich schon des öfteren darüber gelesen hatte, dass Brennesseln lecker schmecken sollten, wollte ich es eigentlich nie ausprobieren, sie zu kosten. Und wieder einmal hat die Neugierde gesiegt! Gut so. Denn mit gourmettechnischem Fakirismus hat das Essen von Brennesseln dann nichts zu tun, wenn sie entsprechend verarbeitet werden, bevor man sie verspeist.

Ich schnappte mir also zuerst einen Handschuh, ein Messer und eine kleine Tüte und machte mich auf die Brennesselsuche. Ein „Hundeweg“ wäre natürlich hier nicht ratsam. Nachdem ich einen schönen Bund entdeckt hatte, schnitt ich die Spitzen vorsichtig ab und stellte an der Stelle gleich fest, dass Einmalhandschuhe nicht so viel Schutz vor Brennesseln bieten, wie ich es gern gehabt hätte. Nun gut, die Stiche sollen ja Rheuma abhalten, habe ich früher als Kind erzählt bekommen. Es gibt jetzt eine Stelle an meinem rechten Daumen, an der ich niiiiieeeemals jetzt Rheuma bekommen werde!

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Als ich die Nesseln dann so in meiner Spüle sah dachte ich noch daran, dass ich sie eigentlich nicht noch einmal anfassen wollte. Aber aufgeben?

Ich seufzte, pustete auf meinen Daumen und zupfte die Blätter ab. Dann gab ich sie kurz in siedendes Wasser und goß sie umgehend ab.

Mir war klar, dass jetzt der große Augenblick kam, um eines der Blättchen zu kosten und es war absolut köstlich. Wirklich. Kein Witz! Man sagt, dass Brennesseln wie Spinat schmecken. Ich finde, sie schmecken besser.

Ich habe sie mit Kartoffeln zu einem Kartoffelbrei verarbeitet. Kann ich übrigens sehr empfehlen!

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Guten Appetit und ihr habt das ganze Wochenende Zeit dazu, Brennesseln zu sammeln;-)

Alles Liebe,

Emily

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58 Gedanken zu „Brennesseln essen

  1. Paah…DAS hätt ich nie und nimmer erwartet, liebe Emily, in meinem Leben war der Kontakt mit Brennnessel immer abschreckend. Kurz nach dem Pflücken sollen sie ja angeblich ihre *Schärfe* verlieren, sagte man bzw frau mir.
    Ich glaub, ich werd mal meinen Finger in deinen Pott daoben stecken müssen und probekosten.
    Herzliche Grüße und ein schöööönes Weekend
    von Fischi, die schon mal in einen Brennnesselhaufen gerollt ist als Kiddy :mrgreen:

    • Jaaaaa, ich weiß genau was du meinst! Es ging mir ähnlich. Wenn ich ehrlich bin wollte ich in jedem Jahr Brennesseln testen, jetzt war es soweit. Ich habe mich nicht getraut, sie nach dem Pflücken schon ohne Handschuhe anzufassen. Erst, nachdem ich sie angekocht hatte:-)
      Dann fand ich die aber wirklich lecker. Ich wollte es ja selbst nicht glauben!
      Wer einmal drin gesteckt hat, weiß, dass damit nicht zu spaßen ist 😉

      Liebe Grüße zu dir, Emily

  2. das klingt spannend! Martin ist jedoch skeptisch… 😉 Sein Opa hat wohl die Viecher getrocknet und dann als Fußbad gegen Gicht verwendet. Dennoch mit 85 gestorben… aber vermutlich ohne Gicht ;)))

    • Hübsches Foto!
      Weißt du, manchmal denke ich ja auch, da lebt man (relativ) gesund und wird am Ende überfahren 😉
      Aber ich muss echt sagen, dass sie mir gut geschmeckt haben. Sie haben etwas von Spinat. Du brauchst du dicke Handschuhe!

  3. Brennesseln als Salat? Klingt ziemlich exotisch, aber schliesslich gibt es ja auch Brennesseltee, der für die Gesundheit ja auch gut sein soll 😉

    Muss ich vielleicht auch mal ausprobieren, aber hier in der Stadt ist ja alles doch sehr Schadstoff belastet oder von Hunden beansprucht worden…naja vielleicht bekomme ich ja irgendwann mal die Möglichkeit welche zu probieren 😉

    Ansonsten habe ich auch nur ähnliche Erfahrungen wie Nixe mit dem Gewächs gemacht…in der 6. Klasse sind wir in Fürstenberg an der Weser auf Klassenfahrt gewesen, wo wir den einen Tag eine Kanufahrt gemacht haben und meinereiner am Ende so doll für kleine Königstigerinnen musste, dass ich mich rechts in die Büsche gehauen habe und prompt in dem Gewächs saß 😀 äh ja…XD

    • Du hast drin gesessen? Im Ernst 😯 Du Arme! Darüber darf ich gar nicht nachdenken!

      Ansonsten, auf jeden Fall eine hundefreie Ecke suchen (und finden) und die Spitzen in der Kuche verwenden. Handschuhe nicht vergessen! Zu Salat habe ich sie noch nicht verarbeitet. Aber wenn du einen machen solltest, meldest du dich okay?!

      Liebe Grüße, Emily

  4. Der Kartoffelbrei könnte mir bestimmt auch schmecken, aber das Pflücken sollte jemand anderes übernehmen.
    Bin als Kind in die Brennesseln gefallen und ich habe tatsächlich kein Rheuma bekommen :mrgreen:

    Hab ein schönes Wochenende ❤ Mathilda

    • Wie viele schon in die Nesseln gefallen sind. Ist ja böse! Daran hat man eine Weile Spaß, denke ich.
      Lasse jemand anderes pflücken. Unbedingt 😉

      Viele liebe Grüße in die neue Woche, Emily ♥

    • Hihihi… ja, mit dem Gedanken musste ich mich auch erst anfreunden. Es war ein ganz merkwürdiges Gefühl, muss ich sagen. Aber lecker!

      Viele liebe Grüße, Emily ♥

  5. Ich kann das nur bestätigen … liebe Emily … im Krieg hat meine Mutter Brennessel wie Spinat zubereitet. Kiddys mögen keinen Spinat … ich natürlich auch nicht! Aber was auf den Tisch kam, musste gegessen werden. Deshalb kann ich mich auch nicht an früher erinnern. Vor einigen Jahren war ich zum Essen eingeladen in einem Lokal, wo der Küchenmeister zwei** Sterne hatte, es gab ‚junge Brennessel‘ als Gemüse. Ich kann nur sagen … l-e-c-k-e-r! (… denn heute mag ich Spinat). ♥liche Grüße

    • Konntest du denn einen Unterschied feststellen? In der Küche geht man – finde ich – schon seit einigen Jahren zurück auf die Regionalität und verwendet einiges aus den Gärten. Ich mag das sehr. Oft ist es nur eine Überwindung selbst ran zu gehen.
      Danke dafür, dass du deine Erinnerungen mit mir geteilt hast!

      Viele liebe Grüße, Emily ♥

      • Eigentlich habe ich kaum einen Unterschied feststellen können. Das Brennessel-Gemüse war mit Zwiebeln und Sahne gemacht, und wie beim Spinat gewürzt, war sehr schmackhaft!
        VlG, Rose

        • Wenn Würze das Gemüse aufpeppt, dann schmeckt man den Unterschied wirklich nicht.
          Ich werde mal noch ein bisschen herum probieren, mit dem Zeug;o)
          Hab noch einen schönen Abend und liebe Grüße zu dir!

  6. Brennessel als Salat mit anderen Wildkräutern, als Gemüse oder als Tee, kenne ich alles aus meiner Kindheit. Jetzt habe ich manchmal Bedenken wegen dem Fuchsbandwurm (*lach*).

    • Du, die Bedenken hatte ich auch. Als Salat habe ich die Brennessel bisher auch (noch) nicht verwendet, denn wer weiß, wo sich der Fuchs so ran wagt! Wenn ich sie als Gemüse zubereite, sind die Bakterien und Co erst mal hin. Ich möchte mich gerne mal intensiver mit Wildkräutern beschäftigen. Weißt du noch, wie die Salate zubereitet wurden?

    • Kennst mich ja 😉 Bin ja eher eine neugierige Natur. Irgendwann muss ich es dann ausprobieren. Wildkräuter finde ich ohnehin ein ganz interessantes Thema. Sie sind sehr gesund, wenn sie in einem geschützten Raum leben. Damit muss ich mich mal beschäftigen.

  7. meine mutter hat uns kindern immer brennesselsalat vorgesetzt und ich fand den immer super gut … du bist die erste die nun etwas schreibt über brennesseln , die meisten haben mir das nicht geglaubt :0)

    • Weißt du noch, wie der Salat zubereitet wurde? Das würde mich mal interessieren. Ich habe noch so viel Unkraut, daraus lässt sich noch einiges machen:o)

        • Brennessel Salat!!!!

          Zutaten für 4 Portionen:

          200 g junge Brennesselblätter, 1 TL Joghurt, 1 TL Mayonnaise, 1 TL Zitronensaft, Prise Salz, Prise Pfeffer, Prise Zucker

          Zubereitung:

          Brennesselblätter eine Viertelstunde in kaltes Wasser legen. Restliche Zutaten zur Salatsauce verrühren. Blätter abtropfen lassen, in die Sauce geben und vorichtig mischen. Mit Butterbrot servieren.

        • DANKE! Das mache ich auf jeden Fall nach. Und die pieken nicht mehr, wenn sie im Wasser lagen? Sicher?
          Emily, die Schißhose

  8. also den mut haette ich nicht gehabt

    wie habe ich diese dinger immer gehasst als wir in deutschland waren. ich kannte die naemlich vorher gar nicht. hier drueben gibt es poison ivy, die sind dermassen schlimm (brennen und jucken und verursachen ausschlag) dass man sich in der apothek eine salbe holen muss wenn man mit diesem gewaechs in beruehrung gekommen ist.

    na, dann wuerde ich wohl doch lieber mit brennesseln vorlieb nehmen, aber essen? nein, das wuerde ich mich jetzt beim besten willen nicht trauen

    lg
    Sammy

  9. Meine Tochter hat mal im Kindergarten gelernt das man de essen kann . Es gibt auch einen Trick wie man sie anfasst ohne das es brennt . Roh , frisch geflückt haben sie ein bisschen den Geschmack von Gurken , finde ich . Liebe Grüsse Anja

    • Hallo Anja,
      verlieren sie denn ihre Nesseligkeit, wenn man sie abgepflückt hat? Oder muss man sie erst waschen? Es gibt ja auch Taubnesseln. Ich habe mich nicht getraut die Nessel ohne Handschuhe anzufassen. Zumindest so lange nicht, bis sie aus dem Kochtopf kamen. Man man man, totale Schißbuchse;-)

      Liebe Grüße, Emily

      • Ich mussmeine Tochter nochmal genau fragen . Ich meinte , man muss sie beim abflücken von oben und unten zwischen den Fingern halten ohne den Rand zu berühren . Vor dem essen wurden sie zusammengerollt. Im Mund hat nichts gebrannt.

  10. Einen schönen Sonntag Mit Brennnesseln da kann man Spinat davon machen habe ich mal gemacht ist lecker Wünsche eine gute neue Woche.Lieber Gruß Gislinde

    • Genau, das ist immerhin das erste Gericht, an das ich mich heran traue. Weitere werden folgen:o)

      Danke und dir auch eine schöne Woche!
      Liebe Grüße, Emily

    • Die Erklärung ist super einfach 😆 Ich hatte mich nur an eine kleine Portion heran getraut und davon (logischerweise) gleich genascht. Viel war davon nicht übrig geblieben. Also dachte ich mir, wenn ich sie unter den Kartoffelbrei mixe, habe ich mehr davon!
      Du bist doch auch so eine Gemüseesserin, hast du nicht noch eine Salatidee oder so?

      • Ich ernähre mich derzeit von grünem Spargel!
        Einfach mit Olivenöl bepinselt ca. 20 Minuten in den Ofen, mit grobem Meersalz bestrauen – mjam! Was auch gut dazu passt: Gorgonzola-Mascarpone Sauce. Gut für die Hüften 😉
        Auch lecker finde ich persönlich Fenchel-Orangen-Salat. Schön frisch und leicht süßlich weil mit Honig… *hmmmm*
        Oooder Chicoree mit Gruyère, gekochtem Schinken und Walnüssen… oder Rucola mit Balsamico-Vinaigrette.
        😀

        • Der grüne Spargel zeigt sich hier leider noch nicht, aber wenn, dann bin ich auch sofort dabei. Mit getrockneten Tomaten, etwas Knoblauch und Olivenöl? Aber einfach mit Salz und Olivenölwerde ich auch schon glücklich! Oder mit Fenchel-Orangensalat mit Honig… Yammi!! Morgen wird das erste Garten-Radieschen zelebriert, jahaaa zelebriert sage ich dir 😉

  11. Vielleicht muss man sich die Brennessel auf die Kopfhaut legen und alles schön einwirken lassen. Wenn die Haare nicht wieder kommen, hat man wenigstens ein kribbeliges Gefühl. Einbildung hilft manchmal ja auch 😉
    Die Brennessel ist eine gute Pflanze und ich muss mir noch mal ein paar Rezepte dazu raus suchen und ein bisschen experimentieren.

    Danke und liebe Grüße, Emily

  12. Da ist es wieder: Probieren geht über studieren. Die Welt ist voller Erkenntnisse.
    Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Gedanke ja schon. Die Gewächse außerhalb des Gartens springen uns nicht gleich an. Es ist allerdings auch viel Wissen verloren gegangen, das auf diese Weise wieder zutage gefördert wird.

    Gute Idee!
    Liebe Grüße, Charles

  13. Mit kleingehäckselten Brennnesseln und Haferflocken haben wir jedes Jahr unsere Enten dick und fett gefüttert. Solchermaßen in Fleisch verwandelt schmecken mir daher Brennnesseln auch sehr gut.

    • Hehe… jetzt hast du mich aber zum Lachen gebracht. Auch eine sehr schöne Idee! Ente hatte ich schon lange nicht mehr. Jetzt sehe ich die Brennessel übrigens mit ganz anderen Augen!
      Danke für den Lacher am Morgen und hab noch einen schönen Tag!

  14. Brenneseln hab ich immer mit Handschuhe gepflückt und dann muß man mit der Teigrollen drüberrollen..so verlieren sie das „Brennen“, danach kann man sie ohne Gefahr anfassen.
    ich hab sie früher oft an die Hunde & Katzen mitverfüttert. Tut denen sehr gut.
    LG, Petra

    • Hallo Petra,
      danke für den Tipp mit der Teigrolle! Das werde ich gerne einmal ausprobieren. Hast du sie dann „roh“ verfüttert oder gekocht?
      Liebe Grüße, Emily

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