Tage können mal so und mal so beginnen…

Was am Tag zuvor geschah…

Ich saß an meinem Dienstrechner und überlegte, ob ich all die gespeicherten Ordner überhaupt noch brauchte. Die waren doch eh (nahezu) leer, was also sollte ich noch damit? Ich drückte die Entfernen-Taste und weil das gerade so viel Spaß machte, drückte ich sie gleich ein paar Mal. Aufräumen kann ja auch manchmal richtig Spaß machen!

Am Tag drauf, also heute, war ich schon zeitig im Büro. Mein Arbeitsplan hielt so einiges für mich bereit. Ich warf meinen Computer an, holte mir derweil eine Tasse Kaffee, während die Systeme starteten. Als ich zurück kehrte staunte ich, denn statt der erwarteten Bedieneroberfläche, tauchte eine rudimentäre Ansammlung einzelner Bausteine auf.

Ach? Gab es etwa eine technische Änderung, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte?

Ich beobachtete die Bedieneroberfläche eine kurze Weile lang und entschied dann besser den technischen Support anzurufen. Da plötzlich ziemlich wichtige Teile des Systems fehlten, bin ich dann doch stutzig geworden.

Sollte dieser Zustand etwa mit meiner „Reinigungsaktion“ zusammen hängen?

Da die Wahrscheinlichkeit diesbezüglich sogar ziemlich groß war, rief ich einen bestimmten Kollegen aus der Technik an, mit dem ich über solche Dinge reden konnte.

»Schmidt, guten Morgen«, sprach mein Kollege freundlich, wie immer, in seinen Telefonhörer.

»Hallo, Herr Schmidt, hier ist die Frau Rosensteuz.«

»Hallo, Frau Rosensteuz! Was kann ich denn für Sie tun?«

»Herr Schmidt, ich rufe Sie ganz bewusst an. Ich habe da, nur ganz eventuell ein klitzekleines Problem und das kann ich vermutlich nicht mit jedem besprechen.«

Meine Stimme klang verschwörerisch und Herr Schmidt war an dieser Stelle zumindest schon mal ganz Ohr.

»Was ist denn passiert?«

Ich seufzte.

»Also, das war so. Ich wollte gestern ein bisschen aufräumen. Technisch gesehen und habe dann ein paar Ordner gelöscht. Da war ja kaum noch etwas drin. Also quasi kaum. Und seither sieht meine Benutzerfläche auf dem Rechner ganz merkwürdig aus…«, sagte ich und legte eine bedenkliche Pause ein.

»Ach was! Ich schalte mich mal auf Ihren Rechner, Frau Rosensteuz. Das kriegen wir schon hin!«, antwortete der Herr Schmidt ganz zuversichtlich.

Hatte der ne Ahnung!

Dann hörte ich ein Schlucken, am anderen Ende der Leitung.

»Oh, na das sieht ja wirklich merkwürdig aus…«, sagte Herr Schmidt dann, klickerte auf seiner Tastatur und schrieb lustige Buchstaben in offene Fenster. Alles rein technisch betrachtet, verstand sich! Ich versuchte nicht zu atmen, um Herrn Schmidt nicht irgendwie abzulenken, doch scheinbar kam er nicht weiter.

»Ähm…, Herr Schmidt?«

»Mmmmh?«, er klickerte weiter auf der Tastatur herum.

»Soll ich Ihnen vielleicht mal sagen, was ich gemacht hab? Vielleicht kommen Sie der Sache dann ja näher?!«, fragte ich ganz schuldbewusst.

»Mmmmh.«

»Also, ich nehme mir mal meinen Cursor wieder und dann zeige ich Ihnen das mal. Ja?!«

Ich übernahm also kurzfristig wieder die Führung über meinen PC und versuchte den Weg nachzuahmen, den ich am Tag zuvor gegangen war.

Wieder trat eine Pause ein.

Dann steuerte Herr Schmidt ein auf zwei Mouseklicks und schon tatatataaaaaaaaaaaa war alles wieder da.

Ich strahlte. Herr Schmidt strahlte (das konnte ich hören) und beide waren wir erleichtert.

Merke: Lösche nur Dinge von deinem Rechner, von dem du WIRKLICH weißt, dass du sie nicht mehr benötigst! Oder lasse das einfach nur einen Fachmann machen!

Erleichterte Grüße, die Emily – die es manchmal einfach nicht so mit der Technik hat!

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31 Gedanken zu „Tage können mal so und mal so beginnen…

  1. Gut zu wissen, dass du einen Fachmann hst. Darf ich mir den bei Gelegenheit mal ausborgen? So etwas könnte mir auch mit Leichtigkeit passieren… 😯 .

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

    • Zur Not schicke ich den direkt über die virtuelle Autobahn. Der kommt, glaube ich, auch ziemlich gut mit Kabeln zurück. Du räumst doch auch gerade auf, nicht wahr?! 😆

      Liebe Grüße, Emily

  2. Gut ausgegangen, deine Reinigungsaktion.
    Merke: Niemals löschen ohne vorher zig Leute zu Rate zu ziehen 😉
    liebe Grüße von der Sina, die auch so eine wilde LÖscherin ist, wenn sie denn mal löscht.

    • Du glaubst ja nicht wie froh ich darüber bin, dass sich hier niemand die Hand vor die Stirn schlägt!
      Die Herren Schmidt können wir nicht entbehren. Kein Stück.

      Liebe Grüße zu dir, Emily

  3. So etwas kenne ich. Ich weiß nur immer nocht nicht, warum mich die EDV Männer auf Arbeit und mein Sohn hier zu Hause immer schimpfen. Ich räum doch nur auf. :LOL:

      • Der EDV Mann den ich am meisten beanspruche liebt Mandarinen, natürlich schon geschält. Das mache ich für ihn fast täglich. Ich brauche ihn ja auch oft. 🙂

        • Da sieht man es mal wieder, nichts im Leben ist selbstverständlich. Darüber wird er sich gewiß sehr freuen! Ich habe auch eine Schoki verschickt 🙂

    • Vermutlich muss man einmal in die Aufräumfalle tapsen, um mehr Vorsicht walten zu lassen!
      Und du pass‘ schön auf den Schlüssel auf;-)
      Viele liebe Grüße, Emily

    • Ist das so?! Alles was für mich nicht sichtbar ist, ist wech. Also, erst mal. In diesem Fall war ich tatsächlich froh darum, dass es nicht so war. Eine Hängematte aus 0 und 1. Perfekt!
      Liebe Grüße, Emily

  4. Oh, hättest du mal die Tel.Nr. des netten System-Retters für mich? Nicht, dass ich ihn gelegenlich anrufen würde (er könnte besser gleich bei mir einziehen *schäm*

  5. hihi das kommt mir doch von dem ein oder anderen sehr bekannt vor, vorsicht, smartphones sind da übrigens auch sehr anfällig für 😉

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