Bürogeflüster: Tückische Trägheit

Meistens bin ich morgens eine der Ersten, die im Büro ist. Wir haben uns gemeinsam auf eine Früh- und eine Spätschicht geeinigt. Die Frühschicht kümmert sich in der Regel um die allererste Kaffeeversorgung am Morgen. Es gibt halt Dinge, die sind wichtig und dann gibt es Dinge, die sind wirklich wichtig!

Kaffee am Morgen gehört zu den wirklich wichtigen Dingen. Und dann gibt es ja auch noch diese und solche Tage. Im Winter, wenn es morgens dunkel und fies, nass und kalt ist, kann es schon einmal vorkommen, dass sich der eigene Tatendrang schwer in Grenzen hält.Wen wundert es!?

Eines Morgens war ich wieder einmal sehr früh im Büro. Oft duftete es ja schon nach besagtem Kaffee, wenn ich durch das Treppenhaus in den Büroflur gestapft kam. An diesem Morgen eben nicht. Mit anderen Worten, auch, wenn ich dazu keine Lust hatte, war es nun einmal meine wohlgefällige Aufgabe meinen Kollegen etwas Gutes zu tun.

Ich füllte also die Kaffeekanne mit Wasser, steckte den Filter ein und gab das Pulver in den Filter. Leider war danach nur ein kleiner Rest Kaffeepulver in der Dose verblieben.

Bei uns ist es ein stilles Gesetz, wer etwas leert, muss es auch wieder füllen. Stumm sah ich also in die fast leere Dose, während meine Hand den Knopf für die Kaffeemaschine drückte.

Tja, auffüllen wäre jetzt erforderlich. Dazu müsste ich ja nur eben zum Laden um die Ecke, sobald der geöffnet hat. Allerdings hatte ich in meinem Schrank noch etwa ein halbes Pfund an koffeinfreiem Kaffee…gut, der ist vermutlich nicht mehr allzu frisch schließlich steht der da ja schon ein paar Monate…

Noch immer sah ich in die leere Dose.

Der koffeinfreie Kaffee gleicht dem anderen haargenau in seiner Farbe, Form und Geschmack… und aufgefüllt ist aufgefüllt…

Wenig später saß ich zufrieden an meinem Schreibtisch und packte meine Apfelschnitze aus. Neben meiner Tastatur stand schon der zweite Kaffee – na ja, so lange noch echter Kaffee da war, so lange wollte der schließlich auch genossen werden – trudelten meine Kollegen ein.

Nach und nach bedienten sie sich an dem fertigen Kaffee und setzen frischen auf, sobald die Kanne leer war. Und siehe da, es waren alle herrlich entspannt an diesem Morgen. Selbstverständlich habe ich nichts verraten, aber vielleicht fülle ich den koffeinfreien noch einmal auf. Ein bisschen Trägheit hat noch keinem geschadet!

Kommt entspannt ins Wochenende und

alles Liebe, die Emily

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32 Gedanken zu „Bürogeflüster: Tückische Trägheit

  1. Du Schelm, nicht schlecht.. und wie man liest, kann eingebildetes Koffein sich positiv auswirken.
    Hab ein schönes, entspanntes Wochenende, liebe Emily
    Grüße
    von Fischi, in ihrem Element 😉

    • Ich hab üüüüberhaupt nichts erzählt, meine Kollegen nur lieb angelächelt und mich nach deren Befinden erkundigt! Alles paletti!

      Hab du auch ein schönes Wochenende und feste gedrückt, Emily

  2. Guten Morgen liebe Emily,
    das kann ich nur bestätigen! Ohne Kaffee geht im Büro erst mal gar nichts – no coffee no work!
    Hab einen schönen Arbeitstag und einen guten Start ins Wochenenende!
    Viele liebe Grüße,
    Caramellita

    • Ist schon komisch, aber da ticken wir alle gleich, was?! „Nicht ansprechen, der Kaffee ist alle!“ 😆 Blöder Witz, ich weiß 😉

      Hab du auch ein tolles Wochenende und viele liebe Grüße zu dir,

      Emily

  3. Ohne Kaffee geht nix.
    Und ich würds zwar wohl nicht bemerken wenn der Kaffee koffeinfrei ist, aber mein Körper merkts doch.
    Ich bin dann nicht richtig wach den ganzen Tag…gääähn!

    Liebe Grüße Sina

  4. Buäää! *jammer* Über 30 Jahre meines Lebens war ich an Kaffee nicht ranzukriegen, aber die Italiener haben mich abhängig gemacht. Daher kann ich das jetzt auch bestätigen; Ohne einen Kaffee geht gar nichts…

    Allerdings hat auf meiner Arbeitsstelle in Deutschland der Chef für den Kaffeenachschub gesorgt und tut das wohl immer noch. Die Glücklichen! 🙂

    • Hahaa…! Sieh‘ einer an! Da haben sie dich ran gekriegt! Ich erinnere mich daran, als wir eines Tages mal in Bari mit dem Schiff angelegt hatten, sind wir ins Dorfinnere gegangen. In der Nähe vom Marktplatz (glaube ich) war eine kleine Kaffeebude. Es war noch früh am Morgen, alles war zu (außerdem war der Pabst gerade da…) nur dort gab es kleine Espressi dopio! Mit Schuß! Den hatte der Polizist auch 😉

    • Nein nein, sie kamen mir nur mächtig entspannt vor! Es ist denkbar, dass ich mir das auch nur eingebildet habe. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht probiere ich das am Montag noch mal 😉
      Dir auch ein schönes Wochenende und liebe Grüße!

  5. Hallo Emily,

    wieder lebhaft erzählt. Da kann man mal sehen was Einbildung alles macht. Wenn Du von Deinem Tun berichtet hättest hätte es bestimmt Rekationen gegeben: Der schmeckt nicht, schmeckt anders und …
    Aus dem Verhalten kann man lernen.

    Ein schönes Wochenende und liebe Grüße
    Harald

    • Da sagst du etwas, lieber Harald! Du kannst dich darauf verlassen, dass jemand genörgelt hätte. Aber so hat es ja niemand gemerkt!

      Ich wünsche dir einen schönen Abend und liebe Grüße, Emily

  6. Kaffee im Büro ist oberstes Gesetz!
    Ohne geht gar nicht.
    Egal welchen, nur mir nicht kicher.
    Ich hab immer Melitta gekauft 😉

    Man muss nicht alles breit treten 😉

    Liebste Grüsse ♥
    kkk

  7. Darf ich dich für unser Lehrerzimmer abwerben? Da weiß nicht jeder, dass leere Kaffeekannen wieder gefüllt werden möchten und der letzte Krümelverbraucher holt auch nicht unbedingt neuen Kaffee.
    Du bist so vorbildlich, auch wenn es mit List und Tücke einhergeht.

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

    • Bei uns bekommt jede(r) einen Vortrag, wenn er oder sie den Kaffee nicht auffüllt. Daher halten sich alle daran. Gut nich?! 😉
      Ich danke dir für das schöne Kompliment. Manchmal ist ein kleines bisschen List und Tücke doch herzlich 😉

      Liebe Grüße, Emily

  8. Oh wie wahr… kann mir das ganze Szenario bildhaft vorstellen. Einmal waren wir so verzweifelt, da die Kaffeemaschine kaputt ging, dass 2 Leute Kaffeebestellungen vom gesamten Büro aufgenommen haben und im größten Schneegestöber (dieser eine Tag anfang Dezember 2013 in Berlin, als es tatsächlich Schnee gab) und in ehrenhafter Mission zum nächsten Bäcker gestampft sind, um uns mit Koffein zu versorgen… ob koffeinfreier Kaffee ein gute Wirkung im Büro erzeugen würde, wäre aber mal ein interessantes Experiment… danke für die Idee! 🙂

    Liebe Grüße (ganz frisch hier),
    Fjoer

  9. Du kleines Schlitzohr. 😉 Aber ich hätte das wahrscheinlich auch so gemacht, und mir den Gang zum Laden um die Ecke erspart. 🙂
    Frohes Schaffen, und eine gute und entspannte neue Woche!

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