Vorweihnachtlicher Ausflug

Mit dem Zug ging es für mich am frühen Morgen nach Bremen, ich war auf dem Weg zu einem Mädelswochenende. Meine Vorfreude war schon ziemlich groß, da es schon wieder eine Weile her war, dass ich eine sehr liebe Freundin gesehen habe.

Die einzige Herausforderung bestand für mich zunächst ausschließlich darin, dass ich nicht nur mit dem Zug in Richtung Bremen fuhr, sondern auch in Bremen ankam, denn schließlich musste ich einmal umsteigen. Eine Zugfahrt ist für mich eben nicht einfach „easy“, weil es nicht selten vorkommt, dass ich mich während der Fahrt festlese, ich in einen falschen Zug einsteige, oder ich einfach nur in die falsche Richtung fahre. Kann passieren, muss es aber nicht. Ich kann auch nichts dagegen machen, es passiert mir einfach.

Meine Konzentrationsleistung stand an diesem Morgen also schon erheblich unter Druck! Immerhin hatte ich einen großen Vorteil: Ich wurde auf dem richtigen Bahnsteig und am richtigen Zug abgesetzt und das war schon mal die halbe Miete!

Da ich keine Sitzplatzreservierung hatte (- O-Ton: »Nein! Sitzplatzreservierung? Wozu? Da findet sich doch immer ein Plätzchen!« -), stand ich die ganze Reise über am Ein- und Ausstieg herum. Hier hatte ich wenigstens etwas mehr Raum, als auf dem Flur, um atmen zu können und da konnte mich außerdem auch noch bequem anlehnen. Da war so ein Vorsprung und so konnte ich halb sitzen und halb stehen. Hier war also alles (fast) schön.

Etwas blöd war nur, dass ausgerechnet an der Wand neben mir ein Papierkorb angebracht war. So kam es halt dazu, dass ich während der Fahrt immer wieder Besuch bekam, da Leute ihren Müll eben an diesem Papierkorb loswerden wollten.

Auf dem Papierkorb stand eigentlich ausdrücklich »Papierkorb«. Mir war es schleierhaft, wieso die Leute ihre Apfelkitschen und Getränkeflaschen in den kleinen Behälter stopften. Konnten die denn nicht lesen? Ignoranten!

Einmal erwischte ich mich sogar dabei, wie ich einen Typen ziemlich sträflich dabei ansah, wie er eine Kunststoffflasche klein quetschte, um sie dann in die Papierbox zu stecken. Na ja, die Bahn konnte ja wohl auch kaum davon ausgehen, dass die Leute ihre Obstreste wieder mit nach Hause nahmen! Da musste so etwas ja passieren. Hatten die die Mülleimer auf einem anderen Flur oder wie? Ignoranten!

Ich steckte meine Nase wieder in mein Buch und kam so die ganze Fahrt über prima über die Runden.

Am Bahnhof in Bremen angekommen, verstaute ich mein Buch, schnappte mir meine Tasche, stand auf und bewegte mich zur Tür. Ich war hibbelig und sah noch einmal hinter mich, ob ich auch alles bei mir hatte.

Mein Blick fiel auf die Stelle, an der ich mich angelehnt hatte. Wie schon erwähnt saß ich gemütlich halb im Stehen, wenn man so will… und zwar auf einem Müllbehälter für organische Abfälle UND auf einem für Getränke“dosen“. Also nicht, dass mein Popo so groß wäre, aber mit Mantel breitet man sich da schon gern mal über zwei Schilder aus… 

Da waren also die anderen Müllbehältnisse…soso…

Ich räusperte mich, grinste in mich hinein und stieg dann man schnell aus dem Zug um meiner Freundin entgegen zu laufen.

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Wir hatten eine fantastische Zeit, eine kleine (…) Auswahl an frischen Hachez-Pralinen, Sushi, einen ausgiebigen Stadtbummel, bayrische Kost, ein Klavierkonzert, Sternenhimmel, Überraschungseier, Hitze, Käse, lackierte Fußnägel und jede Menge zu lachen. Manchmal braucht das Frauenherz genau das!

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16 Gedanken zu „Vorweihnachtlicher Ausflug

    • Die Zeit war sogar mächtig entspannt. Es gibt Menschen, mit denen erlebt man eine Wellenlänge. Mit denen ist es dann schön und tatsächlich entspannt.
      Da nehme ich den Abfalleimer gerne in Kauf! 😀

  1. Tja, soweit ich weiß, gibt es im Zug wenig, wo man seinen Müll loswerden kann.
    Und getrennt wird bei der Bahn auch nicht. Also alles da rein.
    Wie schön, dass ihr ein so verwöhntes Wochenende hattet.
    Ganz liebe Grüße
    Bärbel

    • Ohhhh ja, was war das fein. Und dafür sitze ich gerne mal auf Mülleimern. Warum nicht 😉 Es gibt Dinge, die muss eine Frau dann und wann einfach tun!

      Viele liebe Grüße, Emily

  2. Irgendwie scheinen gerade die Züge nach Bremen öfter zu dieser Zeit voll zu sein, es ist nicht lange her, da war so wenig Platz, dass ich von Celle bis Bremen noch nicht einmal einen Platz auf dem Mülleimer bekam.
    Herzliche Adventsgrüße zu dir
    von Fischi

    • Wollen alle zum Bremer Weihnachtsmarkt oder was ist da los?
      Die Züge sind ja wie rollende Sardinenbüchsen!

      Auch zu dir einen ganz besonders lieben Adventsgruß, liebe Fischi!

  3. Das war bestimmt ein richtig tolles Wochenende! Übrigens…ich liiiiebe es, mit dem Zug zu fahren! Da habe ich Zeit zu lesen, zu dösen, nachzudenken, Musik zu hören oder in mein Skizzenbuch zu schreiben oder zu zeichnen. Und oft hatte ich auch schon richtig nette, interessante Sitznachbarn. Allerdings buche ich mir immer (!) eine Platzreservierung.
    LG von Rosie

    • Das Wochenende war wirklich toll, liebe Rosie. Als ich zurück kam, wurde ich direkt zum Gänseessen vom Zug abgeholt. Es war alles perfekt!
      Mit dem Zug zu fahren war wirklich klasse. Ich kann dich da absolut gut verstehen. All das ist nicht möglich, wenn man im Wagen sitzt!
      Das mit der Platzreservierung merke ich mir;o)

      Liebe Grüße, Emily

  4. *lach* Sich aufregen, dass die Leute ihren Müll in den falschen Eimer stecken, aber selbst die richtigen blockieren. *lach* Nee, wie herrlich. 🙂

    Klingt nach einem schönen Wochenende.

    Liebe Grüße,
    Martina

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