Wanderung im Zwillbrocker Venn + Orientierungssinn wie eine Fliege!

Hier habe ich für heute für euch einen absolut geheimen Geheimtipp – also psssssssssssssssssssssst!!!

Hier in Zwillbock (an der niederländischen Grenze) campieren nämlich von Februar bis Juli die Flamingos! Flamingos? Jaaaaaaaaa, Flamingos. Hier der Link, damit ihr mir auch glaubt! Zu dieser Zeit habe ich es bisher leider nie her geschafft, aber auch sonst ist dieses wunderbare Naturschutzgebiet eine Reise wert! Wer die Ruhe in der unberührten Natur mag, ist hier richtig aufgehoben. Eine Wanderung ist ein wahrer Genuß und es würde mich nicht wundern, wenn sich in dem Gehölz nicht sogar Feen und Kobolde versteckt halten!

Kürzlich war ich zum ersten Mal dort. Schon lange wollte ich hier her, aber wie es nun einmal so ist, kann man sich die Zeit klauen.

An diesem Tag duftete es bereits nach Herbst und die Sonne schien. Ich schulterte meine Kamera und lief drauf los. Gut, ich lief nicht einfach so drauf los. Ich überprüfte die Akkuleistung meines Telefons, blickte kurz auf die Wanderkarte (einfach einmal rund um den See…) und fragte an der Flamingostation sicherheitshalber noch einmal kurz nach dem Weg.

Warum?

Weil ich ein geografisches Gefühl wie eine Fliege habe! Darum!

Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich gleich, dass sich die Flamigos erst wieder im kommenden Februar hier aufhalten würden. Gut. Dann brauche ich die wenigstens nicht länger zu suchen!

„Äh, sagen Sie, wie weit ist es um den See?“, fragte ich den Flamingoforsthüter.

„..&seu8i“, antwortete er mir.

Er war ziemlich alt und ich verstand kein Wort. Also lächelte ich, bedankte mich freundlich und zog einfach los.

Unterwegs fiel mir noch ein, dass ich meine Flasche Wasser im Auto vergessen hatte, aber gut, ich war ja gleich wieder da.

Ich wanderte und wanderte und überlegte sogar, ob ich kurz noch einen Umweg einlegen sollte. Ein Schild wies auf eine Aussichtsplattform hin, aber ich wanderte erst einmal weiter um den See. Immer wieder tauchte der wunderschöne See auf, Kühe weideten auf den Wiesen und Spinnen strickten ihre Netze im Moor. An einer sonnigen Bank pausierte ich ausgiebig.

Was für ein herrlicher Ort!

Ich wanderte weiter und kam an Holunderbüschen vorbei. Was ich mit den Händen tragen konnte, nahm ich mit mir. Es konnte nicht mehr weit bis zum Wagen sein, schließlich war ich schon lange unterwegs. Ich kam an einem Schild vorbei und suchte meinen Standort. Es irritierte mich nicht, als ich den nicht sah. Unbekümmert lief ich weiter.

Ich wurde durstig,  die ersten Holunderfrüchte fielen zu Boden, aber weit durfte es eigentlich nicht mehr sein… Verlaufen konnte ich mich ja nicht. Ich musste ja „nur“ den See umrunden…

Plötzlich bekam ich eine SMS, vermutlich wurde ich liebevoll vermisst, doch ich las stattdessen folgende Nachricht: „Willkommen in den Niederlanden!“

Gut, ich gebe zu, dass mich dieser Moment durchaus beunruhigt hat. War ich bisher ganz ruhig, wollte ich jetzt doch einmal genauer wissen, wo ich mich befand. Kein Schild kam mir entgegen, viel mehr wich ich von meiner Strecke ab und steuerte einen Ausguck an. Glücklicherweise war ich noch am See! Also musste ich ja „nur“ noch weiterlaufen.

Ich seufzte laut (hören konnte mich eh keiner). Meine Füße taten weh, die Holunderfrüchte hätte ich liebend gerne weggeschmissen, aber wenn ich etwas Gutes geerntet habe, bin ich hartnäckig im Nehmen, ich hatte schrecklichen Durst und dann war ich schließlich auch schon in Holland!

Bei diesen Gedanken musste ich laut auflachen! Geschichten wie diese habe ich einfach für mich gepachtet.

Mit einem Mal kam ich an Häusern vorbei. Die hatte ich stundenlang nicht gesehen! Die Zivilisation hatte mich wieder!

Da stand dann auch mein Auto und ich überlegte, ob ich vor ihm in die Knie gehen sollte… doch ich rettete die restlichen Fliederbeeren, die ich noch immer in meinen Händen hielt und stieg glücklich in mein Vehikel.

Ich hatte es geschafft und sah auf mein Handy. Ich lächelte bei dem Satz: Willkommen in den Niederlanden. 

Es war eine großartige Wanderung und ich war glücklich darüber, dass ich sie hinter mich gebracht hatte!

Fotos folgen!

Alles Liebe,

die Emily

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27 Gedanken zu „Wanderung im Zwillbrocker Venn + Orientierungssinn wie eine Fliege!

  1. h-e-r-r-l-i-c-h …. bitte diesen Bericht aufnehmen in dein neues Buch, liebe Emily, sie ist es wert!! Ich lache noch immer, es ist aber KEINE Schadenfreude :mgreen:

    • Ich kann dein Lachen bis hier her hören, liebe Rose! Es gibt tatsächlich noch ein paar Details, die ich in meiner Geschichte hier ausgelassen habe. Vielleicht kommen die auf Papier besser 😉
      Liebe Grüße zu dir, Emily

  2. Au backe, hast du ne Ahnung, wie lange zu unterwegs warst?
    Denn offensichtlich ist der See nicht gerade klein.
    Du kannst eben gut erzählen, das war wieder richtig spannend.
    Danke für diesen tollen Bericht.
    Bärbel

    • Ich war laaaaaaaaaaange unterwegs! Der See hat eine schöne Größe und dann bleibe ich ja auch hier mal stehen und da sitzen… Das war vielleicht spannend!

      ♥liche Grüße, Emily

  3. Hallo Emily,

    woher weißt Du, dass Fliegen keinen Orientierungssinn haben? Für die nächste Wanderung musst Du Dir einen ortskundigen Begleiter und/oder ein GPS-Gerät mitnehmen. Es wäre schlimm, wenn Du im Ausland verschollen wärst.

    Liebe Grüße und einen schönen Abend
    Harald

    Danke für die herzerfrischende Geschichte.

    • Ich weiß das, weil Fliegen ganz oft nur im Kreis fliegen und um sich herum. Glücklicherweise trage ich ja mein Handy mit mir herum, für alle Notfälle. Ich könnte zwar nicht sagen, wo ich mich genau befinde, aber dass es mir gut geht 😉

      Liebe Grüße & danke, Emily

    • Was ich habe, habe ich! Das lasse ich auch so leicht nicht los. Es sei denn, es macht nun wirklich keinen Sinn! Wenn ich plötzlich an der Küste gestanden hätte, wäre mir ein Licht aufgegangen. Ganz sicher!

      Liebe Abendgrüße, Emily

  4. Einen See zu umrunden, das kann sich ganz schön ziehen, liebe Emily. 🙂
    Und wie nett, dass du in den Niederlanden willkommen geheißen wurdest. 😉
    Auf die Fotos bin ich gespannt.

    Liebe Grüße,
    Martina

    • Der Weg war so abwechslungsreich, was die Vegetation betrifft, liebe Martina. Wirklich ganz toll. Aber du hast absolut recht, es kam mir sicher länger vor, als der Weg tatsächlich war!

      Liebe Grüße zu dir, Emily

    • Nüx! Der Ausflug hat sich durch und durch gelohnt. In jeder Hinsicht! Schlielich inklusive einer Holunder-Apfel-Marmelade. Die Letzte übrigens. Jetzt ist alles an Holunder abgegrast! Was tut Frau nicht alles, für ein süßes, köstliches Zeut zum Frühstück!?;o)

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