Eine wirklich gruselige Spinnengeschichte!

Gestern war Sport angesagt, dazu traf ich mich mit einigen Kolleginnen am Golfplatz. Während wir gerade dabei waren, unseren Krempel aus den Autos zu hieven, erzählte eine Kollegin davon, dass sie gerade ein Schwalbennest in ihrer Garage hat.

„Die brüten da drin bestimmt jetzt schon zum dritten Mal in diesem Jahr!“, schimpfte sie.

„Brüten die nicht nur zwei Mal im Jahr?“, wollte ich wissen. Irgendwie war mir doch so, als wenn Vögel es nur zwei Mal im Jahr tun, also brüten meine ich. 

„Keine Ahnung! Ich habe das Gefühl, als wenn die seit dem Frühling andauernd nur brüten und schlüpfen und wieder brüten und schlüpfen und meine Fenster voll kacken und dann wieder brüten und so weiter…“

Ich musste lachen.

„Was? Die kacken deine Fenster voll?“

„Die Fenster, die Wand. Alles sage ich dir! Und das stinkt vielleicht!“

„Na, dann freue dich mal darüber, dass ein schlauer Mensch die Gummihandschuhe erfunden hat!“ Klugscheißen mit Emily.

Meine Freundin Marlene wollte mehr wissen.

„Hiiiiiieeeh, das ist ja soooooooooschrecklich!“, jammerte meine Kollegin weiter und holte noch einmal aus.

Schrecklich? Schrecklich war etwas anderes und zwar etwas ganz anderes! Diese arme Unwissende.

Da das Jammern gar nicht aufhören wollte, sah ich mich dazu genötigt dem nachzuhelfen. Besser so, als wenn ich mir den ganzen lieben langen sonnigen Abend lang Gedanken über Schwalbenfäkalien machen sollte.

„Okay, wollt ihr jetzt mal eine richtig fiese Geschichte hören?“

Beide sahen mich an. Im Grunde genommen, wollte ich eigentlich weder darüber sprechen, noch daran denken. Aber meine Bekannte bettelte ja förmlich darum, also musste es raus.

„Ich habe eine Kellerspinnenfamilie in meiner Garage.“

Die Augen der beiden wurden größer. Spinnengeschichten hört niemand gern. Zumindest kenne ich niemanden!

Tja Mädels…. ohne Worte was?! Ich hab noch mehr!

„Zuerst hingen nur Vater und Mutter an der Wand, aber dann hat die Mutter den Vater wohl gefressen.“

Stille.

„Ihr wisst ja, wie das bei den Spinnenviechern so ist. Jedenfalls hing 24 Stunden, nach dem ich die beiden entdeckt hatte, nur noch sein Gerippe an der Wand!“

Ich schüttelte mich. Als Spinnenphobikerin darf ich das.

„Igitt!“, erwiderte Marlene.

„Das kannst du wohl laut sagen. Jetzt hängt da nämlich auch das Muttergerippe an der Wand. Ich vermute, die niedlichen Babys haben sich über sie her gemacht.“

Ich schüttelte mich wiederholt. Was für ein Kanibalenverein!

„Und jetzt habe ich etwa 6-7 von diesen fetten Achtbeinern in meiner Garage.“

„Uaaahhhh.“ Meine Bekannte verzog ihr Gesicht und ich kann es ihr absolut nachfühlen! Für mich ist das hier auch alles andere, als ein innerliches Blumenpflücken, wenn ich die Garage betrete. Das kann ich euch wohl sagen!

„Und was machst du jetzt dagegen?“, fragte sie mich und zog noch immer eine Schnute.

„Ich bin noch gar nicht fertig, mit meiner Geschichte!“, sagte ich.

Die Vermutung lag jedenfalls nah, dass die Schwalbenkacke mittlerweile vergessen war.

„Wieso? Hast du sie etwa schon verjagt?“, wollte Marlene wissen. In der Zwischenzeit war der Freund meiner Bekannten dazu gekommen. Er konnte der Geschichte gleich noch etwas beisteuern.

„Ich fange sie immer ein und lasse sie draußen laufen.“

Schön für dich und ich hole immer den Staubsauger …

„Na ja, in meinem Fall sind sie ja eigentlich draußen. Und bei aller Liebe, diese fetten Viecher werde ich im Leeeeeeeben nicht anrühren! Selbst dann nicht, wenn Glas uns trennen würde.“

„Ich kenne sogar eine, die sie in die Hand nimmt und…“, setzte er noch einmal an. Aber ich hielt es für besser ihm den Satz abzuschneiden, denn ich möchte es mir nicht ansatzweise vorstellen, eine von diesen Dingern in meiner Handinnenfläche zu spüren. Spinnt wohl! Außerdem bin ich hier die Erzählerin!

„Jedenfalls bin ich gerade gegen meine verpackten Winterreifen gestoßen und da hörte ich wie eine von denen über den Kunststoffbezug der Reifen tippelte.“

 Meine Freundin und die Bekannte wandten sich ab.

„Ääähhhh!“, sagte Marlene, „Jetzt reicht’s aber! Lass‘ uns über etwas Schöneres sprechen!“

Ich lächelte. Nichts lieber als das! Wohlwissend, dass Besuch auf mich warten würde, wenn ich heim komme. Und das gleich 6 oder 7fach…

Tierische Grüße, die Emily

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24 Gedanken zu „Eine wirklich gruselige Spinnengeschichte!

  1. Solange die Schwalbendingse nur vielleicht stinkt, geht’s doch! ;o)

    Und Spinnen mit einem Staubsauger wegzusaugen ist eine ganz großartige Idee … für die Spinnen! Die fühlen sich in dem Beutel richtig wohl. Es ist weich, es ist warm, es ist dunkel. Mehr geht nicht! Umso motivierter sind sie, sich schleunigst zu vermehren. Was letztendlich die Folge hat, das man sich die Viecher … in diesem Fall aus der Garage … direkt in die Wohnung holt.

    Jahaaa, das muss ich gleich meiner Esmeralda erzählen. Es sieht immer ZU putzig aus, wenn sie sich mit einem ihrer acht Beinchen an die Stirn klatscht, Beinchen zwei vor lachen auf das Knie von Beinchen drei schlägt, sie mit vier und fünf einen Freudentanz hinlegt, mit Beinchen sechs auf das Wohl der Wegsaugerin austößt und die Enden der Beinchen sieben und acht lautstark applaudieren! Leider ist es mir noch nie gelungen, davon Fotos zu machen. Aber ich bleibe dran!

    *gg

    • Bei solchen Exkrementen hat man die Landluft unmittelbar vor der Tür. Dazu muss man nicht auf’s Land fahren!

      Meinst du, die vermehren sich in dem Beutel?! Igitt! Von mir aus können sie sich da sogar ein Türschild anbringen. Sollen mich nur in Frieden lassen. Die kleinen Spinnentiere sehe ich jetzt, dank dir, eh mit anderen Augen. Mit so einer Esmeralda kann ich leben, aber diese Geräte da in meiner Garage sind echt nicht lustig, meine Liebe!
      Solltest du Fotos von dem Gezaubere deiner Esmeralda hinbekommen, bitte ich dich ausdrücklich darum, das zu veröffentlichen. Du erwischt sämtliche Tierchen ohnehin immer bezaubernd. Das wäre die Krone deiner Kreativität!

      Genieße den Tag ☼

  2. Diese Spezies Spinnen fressen sich also auch gegenseitig auf, dachte immer, dass es die dicken fett behaarten aus Südamerika tun, aber is wohl nicht und die Kinderchen….werden die sich nicht auch gegenseitig fressen???
    Eigentlich wäre das doch eine leckere Mahlzeit für die Schwalben.
    Solange sie in der Garage sind, ist nicht zu befürchten, dass sie dir etwas tun 😀 aber im Staubsauger möchte ich die auch nicht haben, das habe ich mit einer Ameiseninvasion probiert, die krabbelten dann in Kolonien durch die Wohnung 😯
    Einen vergnüglichen Tag wünscht dir Mathilda ♥ ☼

    • Ob sich nur die Eltern gegenseitig auffressen oder alle, ich weiß es nicht und ich will es auch gar nicht beobachten, wenn ich ehrlich bin! *schüttel*
      Ich habe meine Bekannte schon gefragt, ob sie ihre Schwalben nicht kurzzeitig bei mir einquartieren möchte. Jedenfalls habe ich mir gemerkt: Sauge nie Ameisen weg!
      Danke für den Tipp und liebe Grüße, Emily ♥

  3. Sehr gut geschrieben – und klasse Idee, um ein Thema zu wechseln. 😉

    Solche Sinnenproblme kenne ich allerdings auch. Nur leider nicht in der Garage, sondern direkt im Schlafzimmer. Haben hier Efeu an den Wänden und die Viecher kommen über den Efeu ständig in die Wohnung gekrabbelt. Und ich rede hier nicht von Kreuzspinnen-Größe, sondern von handtellergroßen Spinnen. >___< GRU-SE-LIG. Und dabei habe ich nichtmal eine Phobie.

    • Efeu ist doch die perfekte Spinnenleiter! Gewöhnt man sich dann an die handtellergroßen *schüttel* Spinnen? Oh Gott!
      Ich würde einfach die Fenster nicht mehr öffnen. Nur im Winter 😉

  4. Klasse, liebe Emily, entweder ist mir jetzt gerade kalt oder ich schüttele mich angesichts deiner grusligen Spinnenmähr 😉
    Grüßle

  5. Sie hätte ein Brett unterhalb des Nestes anbringen können, und so wäre nichts runtergefallen, hätte die Wand fast nichts zu sehen bekommen.
    So einfach kann man es sich mit und für die Schwalben machen.

  6. Das Gute an solchen Viechern ist, dass sie das Ungeziefer vertilgen sollen. Wenn die Spinnen nur lange genug fressen, bleibt immer nur ein Pärchen übrig.
    Die Kleinen fressen die ganz Kleinen, die Großen fressen die Kleinen. Und die Ringelnatter, die sich vor zwei Wochen mittags im Hof sonnte, müsste sogar Mäuse fressen, mindestens die aus dem Nest.
    Das ist ein Kreislauf wie eine Runde Golf spielen, nur, dass man sich beim Golfen Geschichten erzählen kann.

    Liebe Grüße C.H.

    • Kannst du mir die Ringelnatter nicht mal ausborgen? Vielleicht erledigt sie den Rest! Ich würde in diesem Fall sogar das Pärchen risikieren (böse, ich weiß 😉 )

      Liebe Grüße,Emily

        • Solltest du daran gehen das zu tun, bitte ich dich darum, das anschließend unbedingt zu posten. Okay?! Das wird bestimmt witzig! Wenn auch nicht für alle unter uns *g

          Komme gut ins Wochenende und liebe Grüße, Emily

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