Bürogeflüster: Miß(t)geschicke

Ich betrete die Kaffeeküche unserer Büroabteilung heute nicht mehr! Nein, kein Stück und das liegt daran, weil es schon ziemlich bedenklich ist, wenn einem (nämlich mir) am frühen Morgen gleich mehrere Miß(t)geschicke widerfahren sind.

Halten wir kurz fest, es ist Montagmorgen (7.15 Uhr) und ich denke, mehr muss ich an dieser Stelle schon gar nicht mehr sagen.

Mein Kollege hat bereits einen koffeinhaltigen Kaffee aufgesetzt, jetzt muss nur noch meine bleifreie Variante her. Zu diesem Zweck haben wir eigens zwei Kaffeekannen. Ein bisschen müde schlurfe ich also in die Küche, lege den Kaffeefilter ein und gebe das Kaffeemehl dazu.

Ach was soll’s. Ich gebe einfach einen Löffel mehr dazu.Wirkt zwar nicht, schmeckt aber stärker.

Als ich nun die Kanne unter die Maschine stellen will stelle ich fest, dass sie gar nicht da ist.

??? 

Sicherheitshalber schließe ich noch einmal kurz die Augen, öffne sie wieder und starte einen zweiten Versuch die Kanne zu entdecken. Manchmal ist es ja so, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Aber die Kaffeekanne ist und bleibt verschwunden.

???

Ich sehe in alle Schränke und sogar in die Spülmaschine, obwohl eine Thermoskanne dort nicht wirklich etwas verloren hat. Zwar kann ich erkennen, dass die Spülmaschine dringend angeworfen werden muss (ich glaube, mich hat sogar jemand aus dem Dunkel da drinnen angesprochen), aber die Kaffeekanne ist einfach nicht da.

???

Wehmütig sehe ich auf den vorbereiteten Filter, aber ich könnte mich auf den Kopf stellen, wenn ich denn wollte, die Maschine kann ich ohne Kanne einfach nicht in Gang bringen. Ende der Durchsage.

Also schlurfe ich in das Büro meines Kollegen.

„Hi. Sage mal, hast du die Kaffeekanne gesehen?“

„Ich habe schon Kaffee gekocht.“

„Ja, ich weiß. Aber ich will koffeinfreien Kaffee. Also brauche ich die andere Kanne doch. Die is wech.“

„Wie wech?“

Warum muss immer alles so kompliziert sein?!

Ich seufze tief.

„Ich kann sie nicht finden. Guck‘ du doch mal. Bitte.

Gemeinsam gehen wir zurück in die Küche. Mein Kollege guckt und sucht, doch auch er kann sie nicht finden.

„Tja, tut mir echt leid. Aber ich sehe sie auch nicht.“, spricht er und dackelt wieder ab. Kaffeelos bleibe ich allein zurück. Es gibt drei Möglichkeiten, die ich in Windeseile auslote.

1. Ich trinke koffeinhaltigen Kaffee

2. Ich schütte manuell heißes Wasser in den Filter und bringe diesen Filter irgendwie dazu, dass die braune Suppe in meine Tasse fließt. Zugegeben, lecker ist anders!

3. Ich durchsuche jeden Schrank noch einmal mit aller Sorgfalt. Die Kanne war am Freitag schließlich noch da.

Ich gebe Variante 3 eine Chance und öffne den Schrank.

Seit wann haben wir denn so viel Tee und so ein Kramszeuggedöns hier im Schrank? Und was ist das denn hier eigentlich?

In meiner Hand halte ich einen Gefrierbeutel, in dem ein zusätzliches Paket mit losem (!) Zucker aufbewahrt wird. Generell ist die Idee ja gar nicht so schlecht, Zucker aufzubewahren. ABER ES WÄRE DOCH GANZ HERVORRAGEND, WENN DAS PAKET GESCHLOSSEN AUFBEWAHRT WORDEN WÄRE!!!

Nachdem ich also mindestens eine große Hand voll von feinstem Kristallzucker auf dem gesamten Boden und der Küchenzeile verteilt habe und unter Schockstarre stehend noch immer auf die nahezu leere Tüte sehe, erkenne ich den Henkel meiner gesuchten Kaffeekanne. Zwar ist sie in diesem Augenblick für mich unerreichbar, da ich sonst den Zucker fest treten würde, der unter mir liegt, doch immerhin habe ich sie gefunden.

Und wenn ich später noch Zeit habe werde ich denjenigen suchen, der sie dort hin gestellt hat!

/&$!!!**/%()

Da der Zucker bereits unter meinen Sohlen knirscht, mache ich mich daran, Zentimeter für Zentimeter zu säubern. Mit etwa 20 – 30 feuchten Papiertüchern, denn leider haben wir kein Kehrblech auf der Etage. Natürlich kommt es in dieser Situation auch noch dazu, dass einige Kollegen mit lustigen Sprüchen an mir vorbei gehen. Nein, diese werde ich jetzt sicher nicht wiederholen! Veräppeln kann ich mich nämlich immer noch prima alleine!

Nachdem ich meine Arbeit getan habe, geht es nun endlich ans Kaffeekochen. Kanne unter die Maschine gestellt und angeknipst.

Ob ich mir wenigstens schon einmal einen Sinsio-Kaffee gönne?

Wir haben auch eine Padmaschine in der Kaffeeküche. Allerdings benutze ich die nicht so häufig. Das Ding verursacht für meinen Geschmack zu viel Müll und der Kaffee schmeckt eher nach eingeschlafenen Füßen. Aber gut, an einem Montagmorgen kann ich ja auch einmal eine Ausnahme machen. So krame ich in unserem Schrank nach meinen (!) koffeinfreien Kaffeepads. Doch meine Hand greift ins Leere.

???

Da ich mir ziemlich sicher bin, dass da in der letzten Woche noch 3 Pads in der Verpackung waren, bildet sich über meinem Kopf eine imaginäre Rauchwolke.

Weg.

Sie sind scheinbar von jemand anderem als mir konsumiert worden. Was soll ich sagen; dieser Zustand macht mich auch nicht glücklicher. An diesem Punkt gehen meine guten Vorsätze über die berühmte Wupper und ich lege mir ein Kaffeepad inklusive Koffein in die Maschine.

Gesagt, getan. Ich drücke auf die Starttaste und was geschieht? Ich erhalte einen pressfrischen Espresso. Weil jemand die Maschine  nämlich SO eingestellt hat!!!

Die Rauchschwaden über meinem Kopf werden dichter und sie stoßen schon fast an den Rauchmelder als ich erkenne, dass ich die Kaffeemaschine zwar angestellt, aber kein Wasser eingefüllt habe. Der Kaffee und ich werden heute keine Freunde (mehr) und so setze ich einfach Teewasser auf.

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass ich manche Tage wirklich ruhiger angehen sollte 😉

Habt einen schönen Tag &

alles Liebe,

die Emily

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12 Gedanken zu „Bürogeflüster: Miß(t)geschicke

    • Wie immer gerne, liebe Leonie! Entscheidend ist am Ende des Tages, dass man darüber lachen kann.

      Herzliche Grüße zu dir nach Dänemark, Emily

  1. Oha, da wünscht man sich am frühen Morgen schon eine „Reset“-Taste…
    Ich wünsche Dir, dass der Rest der Woche angenehmer verläuft (und bewundere Dich für den koffeinfreien Kaffee – könnte ich nicht!).
    Liebe Grüße!
    Caramellita

    • Einfach „zurückspulen“ würde schon reichen. Dafür habe ich vielleicht alle Mißgeschicke der Woche schon abgehakt. Andere müssen da noch durch :mrgreen:

      Liebe Grüße ohne Koffein an dich, Emily

  2. Menno, ihr seid ja bestens ausgestattet. Eine Geschirrspülmaschine im Lehrerzimmer? Her damit, denn der/die Doofe zum Abwasch ist immer verschwunden.
    Mit einem etwas antiquierten Teil kocht ein bestimmter Kollege Kaffe – einheitlich mit Schuss ähm Koffein. Wenn der Kollege aber mal nicht da ist, fällt auch der Kaffe weg.

    Habt ihr noch ein Plätzchen im Büro frei? Ich mache hervorragenden und absolut zuverlässigen Küchendienst :mrgreen:

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

    • Wir haben tolle Sachen was?! Die Sache mit dem Abwasch funktioniert doch kaum/selten/manchmal oder? Und am Ende sind immer die selben Personen damit beschäftigt. Aber keine Sorge, das ist bei Spülmaschinen ähnlich. Die kann noch lange nicht jede(r) ein- oder ausräumen :mrgreen:
      Und für dich ist immer ein Plätzchen frei. Wir hätten sicher viel zu lachen 😆

      Liebe Grüße, Emily

  3. Du Ärmste, das ist hart. Ich kann es mir gut vorstellen, wie es dir erging.

    Was mir mal am frühen Morgen zu Hause passiert ist: Wasser in die Maschine, Kaffee in den Filter, Maschine angeschaltet, ab ins Bad zum Rasieren, komme zurück – ein Aroma in der Luft, ein Traum von einem Kaffeeduft, nur das Kaffeeglas nicht untergestellt.

    Liebe Grüße C.H.

    • Ich habe deinen Kommentar schon am Freitag gelesen und habe laut gelacht! Der Kaffeeduft wird sich herrlich ausgebreitet haben 😆
      Nach dem Wischen warst du sicherlich hell wach!

      Liebe Sonntagsgrüße, Emily

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