Dufti-Muftis

Bei diesen nahenden sommerlichen Temperaturen kommen sie wieder ganz groß raus: Die Düfte.

Düfte im Allgemeinen können ja ganz unterschiedlicher Natur sein. Einige Gedanken diesbezüglich möchte ich keineswegs vertiefen. Aber konzentrieren wir uns einfach mal auf die „Düfte“, die der Mensch selbstständig und manuell an sich anbringt.Konzentrieren wir uns auf Duftwässerchen.

Es gibt wohlriechende Sorten – liegt ja immer im Ermessen der atmenden Nase – und dann schließlich auch diejenigen, denen man hechelnd lieber schnellstens aus dem Weg gehen möchte. Manchmal gelingt dies, manchmal leider nicht, weil man mit so einem Muff den Raum teilen muss/kann/darf.

Wenn ich es in so einer Duft/Stinkewolke zu tun habe, fühle ich mich immer wie eine dieser armen Fliegen, die an einem Klebeband hängen bleiben. Da kannst du nämlich noch so viel strampeln, der Muff bleibt im Raum, so lange der Muffträger ebenfalls darin ist. Okay, manchmal bleibt die Wolke auch erhalten, wenn der entsprechende Muffträger den Raum bereits vor einer Weile verlassen hat. In diesem Fall bewegt sich die Wolke leider erst ziemlich träge durch (hoffentlich) vorhandene Türen und geöffnete Fenster.

Und wie bringe ich meinem Gegenüber in eben diesem Fall charmant bei, dass er (Männer bekommen das übrigens ebenfalls ganz fantastisch hin!) oder sie an diesem Morgen, sicher aus Versehen und vermutlich im Halbdunkel, in einem Parfümtiegel ausgerutscht ist?

Wenn sich die eigene Nase an einen Duft gewöhnt hat, kann es tatsächlich schnell passieren, dass man eine leichte bis mittelschwere Überdosierung an sich selbst nämlich gar nicht bewusst erschnuppern kann. Die anderen hingegen schon.

Ich muss gestehen, dass ich mich in so einem Fall selbst kaum klar ausdrücken kann. Meist eiere ich gepflegt drum herum, da mir eine klare, wie deutliche Aussage dazu häufig zu hart formuliert klingt. Harmoniesüchtig, ich weiß. Sagen wir, ich bemühe mich um ein gewisses Maß an Diplomatie. Der Unterschied könnte in etwa so aussehen…

Klar ausgedrückt:       

„Du stinkst!“              

Diplomatischer wäre:

„Du, dein Parfüm/After Shave/Duftzeugsgedöns ist im Grunde gar nicht so übel, aber heute hast du ein klein wenig zu viel davon drauf!“

Oder

Klar und deutlich:

Ich werfe mich einfach auf den Rücken, wenn ich den Raum betrete und rufe nach einem Sauerstoffzelt

Diplomatischer eben:

Ich streiche mir dezent unter die Nase und stelle lächelnd fest, dass mir der Duft heute etwas zu intensiv scheint.

Oder

Gleich verständlich:

Ich betrete den Raum und reiße sofort alle Fenster auf. Auch bei Minustemperaturen. Dann lasse ich meinen Mantel und Handschuhe eben an. Erstinken tue ich jedenfalls nicht!

Etwas dezenter dann:

Ich suche mir ein anderes Büro unter dem Vorwand, dass die Technik irgendwie nicht funktioniert (es zählt auch: es ist zu hell/ zu dunkel o. a.)

Oder

Deutlich:

Ich stelle klar, dass man in diesem Raum wohl keine offene Flamme entzünden dürfe…

Nur eine Anregung über die Optik:

Ich stelle sichtbar einen Feuerlöscher in greifbare Nähe!

Oder aber, ich trage am nächsten Tag mindestens (!) genau so viel von meinem Duftwasser „Dufto-no-atmo“ und gucke mal, wie mein(e) GesprächspartnerIn reagiert. Wenn er oder sie im Gesicht blau anläuft, frage ich mal nach, ob denn wohl alles in Ordnung ist!

Habt ein wunderschönes Wochenende und immer daran denken: Manchmal ist weniger mehr 😉

Alles Liebe,

die Emily

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32 Gedanken zu „Dufti-Muftis

  1. aber was noch schlimmer ist als jeder Parfumgeruch, ist, wenn sich jemand nicht wäscht. und so einer stinkt dann wirklich gen Himmel. Alles erlebt.

  2. 😆 super geschrieben, liebe Emily, muß mir erst mal die Lachtränen wegwischen, damit ich die Tastatur sehen kann…danke und dir ein schönes, angenehm riechendes Wochenende
    Juni

  3. Ein recht unsympathischer Kollege nebelt sich stets mit „Her.mes“ ein, ich glaube, der verbraucht pro Tag bestimmt eine halbe Flasche von dem Zeugs. Der macht oft Ersatzdienst, wenn ich frei habe. Am Morgen nach meinem „Wochenende“ muss ich erst einmal das Telefon mit einer Desinfektionslösung gründlichst säubern, denn sonst stinken die Haare und die ganze linke Kopfhälte nach dem ersten Abheben des Hörers bestialisch nach „Her.mes“… Ich habe mittlerweile eine recht starke Antipathie gegen dieses Duftwasser entwickelt… 😕
    Hab du ein unbeschwertes, und von keinerlei unangenehmen Düften vernebeltes Wochenende!

    • Ich sage dir ja, dass Männer das auch ziemlich gut hinbekommen können. Manche baden regelrecht in ihrem Duftwasser! Hast du schon mit ihm gesprochen?

      • Ich persönlich nicht, aber unser Direktor und der Restaurantleiter haben ihn schon einmal sehr direkt darauf angesprochen – das ist jetzt fast ein Jahr her – geändert hat sich allerdings nichts…

        • Und das verstehe ich schon gar nicht, wenn jemand beratungsresistent ist. Also irgendwann muss man es doch merken, oder wie?

  4. Ich benutze äußerst selten Parfum. Vermutlich ist meine Nase daher sehr empfindlich für künstliche Düfte, aber bisher war es immer erträglich. Ich glaube, wenn manmit einem Stinktier den Raum teilen muss, könnte vielleicht ein Asthmaanfall mit dem anschließenden Hinweis auf eine Allergie Hinweis genug sein. 😉

    • Es kommt, glaube ich, einfach immer auf die Dosis an oder? Ein Duft kann ja wirklich angenehm sein, nur sobald sich die Nase an den Duft gewöhnt hat, verliert man wohl das Gefühl für die richtige Menge.
      Mit der Atemnot ist es ja gar nicht so weit weg. Deine Idee ist ziemlich gut 😉

  5. Oh ja … da sagste was. Insgesamt finde ich es immer wieder erstaunlich, wenn Düfte wie „Patschuli“ und „Opium“ explizit dann wieder entdeckt und übergeschüttet werden, wenn das Thermometer bereits morgens locker über die 20 °C-Marke hoppst.

    Dagegen sind ungeduschte Haut und eine direkt auf dem Nachbarsitz geleerte Kanne Bier (hilfsweise ein daselbst verspeister Burger von McDoof) während der morgendlichen Öffi-Fahrt schon fast eine Wohltat. Okay, nur fast. Aber Du verstehst was ich meine, nä?! Ja, Du verstehst es. Dafür spricht schon eindeutig Dein Text! 😛

    • Diese künstlichen schweren Düfte setzen sich so penetrant in den feinen Nasenhärchen fest, dass du den Muff auch dann noch mit dir herum schleppst, wenn der eigentliche Mr. Möff schon wieder über alle Berge ist. Oder in seinem Tiegel schwimmt! Und bei den steigenden Temperaturen werden schwere Düfte doppelt anstrengend. Da bin ich sofort bei dir!

      Frische Zwiebeln und andere „Leckereien“ (über die Haut oder den Atem absorbiert), verfliegt dagegen leichter.

      Öhm, was war jetzt besser?! 😛

  6. In solchen Fällen muss ich sowieso niesen. Dann kann ich klar sagen, warum.
    Das klappt ganz gut. Aber der Duft ist leider auch dadurch nicht weg, eher ich,…
    Wenn so jemand zu uns ins Büro kommt, dann mache ich echt das Fenster offen.

    • Und was tust du, wenn du einen Parfümanten den ganzen Tag um dich hast? Manchmal sind es vielleicht Menschen, vor denen man nicht fliehen kann…

      • Oha, was für eine Vorstellung.
        Wenn ich niese, niese ich, und das den ganzen Tag, das halte ich nicht aus.
        Dann muss ich wohl gehen.
        War schonmal so, wir waren mit unseren Turnerinnen erst kegeln, dann essen.
        Ich saß dann neben einer ganz Lieben, die aber Parfum aufgelegt hatte.
        Mein Niesen war so schlimm, ich musste echt gehen.

  7. *lachmich weg* … ich nehme die Vorschläge gern an, muss nur genau überlegen, welchen ich anwenden werde …
    Ein schönes Wochenende

  8. Liebe Emily,

    das Problem mit den Düften gibt es ja auch in der anderen Richtung. Körperdüfte, die nicht so angenehm sind. Ich meine diese Zeitgenossen müßten das doch selber feststellen.

    Liebe Grüße und ein angenehm duftendes Wochenende.
    Harald

    • Hmmm, vielleicht kann man sich selbst nicht so erduften? Ich habe keine Ahnung woran das liegen könnte…

      Hab einen duften Wochenbeginn & liebe Grüße,

      Emily

  9. Mädchen sagen ab und zu: „Der ist ein dufter Typ!“ Damit ist aber wohl etwas anderes gemeint. Stinken, ohne Duftwasser zu nehmen, ist sicherlich schwerer zu ertragen, als das Bad in 4711.
    Empfindliche Nasen riechen eher und intensiver den Deofauxpas. Wenn es ein nicht gerade allzu abwegiger Duft ist, riecht die Nase bald wieder Normalduft.
    Liebe Grüße C.H.

    • Vielleicht ist der „dufte Typ“ auch der, der eh duften kann wie er mag. Er hat den natürlichen (oder was auch immer) Duft, den seine bestimmte Bewunderin mag.
      Tja und ich nehme mal eine Nase voll von frischer Luft 😉

      Liebe Grüße, Emily

  10. Ich habe noch eine Variante, wenn auch nicht so gut wie deine.
    Oh, neues Parfum? Riecht wie das supergünstige Angebot bei …. (nenne einen beliebigen Billigladen).
    Liebe Grüße und einen duftfreien Montag,
    Bärbel

  11. Das Wochenende ist zwar schon rum, aber ich lach trotzdem. Deine Vorschläge, klasse. Doch wir sind und bleiben eben Diplomaten, oder? Wir haben manches mal Kundinnen oder auch Kunden, da bleibt der Duft noch stundenlang im Laden stehen, wobei wir ja auch duftige Dinge verkaufen. Da wird es mir oft sogar übel davon.
    Hab eine wohldosiert duftige Woche!
    Liebe Grüße Heidi

    • Die Duftis sind unabhängig vom Geschlecht unterwegs, das sage ich ja immer wieder! Alles kleine Stinker 😉
      Wir müssen ja diplomatisch mit dem Thema umgehen, welche Alternative bleibt uns sonst? Dafür amüsieren wir uns auf unsere Art und Weise, nicht wahr?!

      Hab eine dufte Woche & liebe Grüße, Emily

  12. Grossartige „übersetzung“, liebe Emily:-)… Ich bin auch eher harmonieliebend. Hast Du noch einen Tipp für jemanden, der andauernd nach allem anderen riecht, als nach Parfüm? DABEI wird mir dann nämlich mal so richtig schlecht… Weg-riechende liebe Grüsse Andrea

    • Liebe Andrea,
      dieser Person einen feuchten Lappen in die Hand drücken? Oder sich selbst abreiben und zeigen wie es geht?
      Ich arbeite an einem diplomatischen Weg und berichte dir;o)

      Liebe Grüße zu dir, Emily

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