Von wegen ausgeschlafen…

Es ist tiefste Nacht. Das weiß ich ganz genau. Ich bin hell wach. Einfach so.

Als ich die Ziffern auf meinem Wecker lese, es ist 03.30 Uhr, sinke ich tief in mein Kissen zurück und schließe meine Augen. Da muss doch noch Schlaf möglich sein! Meine Gedanken beginnen augenblicklich zu kreisen…

Och bitte nicht, als wenn ich JETZT irgendetwas ausrichten könnte!

Es ist Zeit zu schlafen und nicht zu grübeln! Vielleicht brauche ich einfach nur eine andere Liegeposition.

Um 04.02 Uhr wird mir klar, dass eine andere Lage mir auch nicht helfen kann. Kennt ihr das? Man versucht es links herum, rechts herum, noch einmal links, diagonal und wenn es nicht so aufwendig wäre, würden wir es sicherlich auch kopfüber versuchen.

Das Ergebnis bleibt jedoch meist dasselbe: man bleibt wach! Fatal ist zudem, dass sofort das Hirn anspringt und die schlaflose Person sich dem kaum entziehen kann.

Was habe ich morgen früh als erstes zu tun? Mein Schreibtisch quillt über… wo fange ich an? Warum ist es so, wie es ist?

Alles ist so schön leise. Nichts kann mich ablenken, von den Grübeleien. Außer, ich mache einfach das Licht an.

Es macht pöff und da bin ich.

Die digitale Uhrzeit auf meinem Wecker zeigt mir mittlerweile ein sportliches halb fünf. Also gut, es ist Zeit aufzustehen, sich einen Kaffee zu kochen. Der Magen funktioniert um diese Uhrzeit ebenso gut, wie das Hirn. Also nehme ich, neben dem Kaffee, auch gleich noch ein Schnittchen mit ans Bett. Unterzuckerung wäre jetzt wirklich ganz schlecht (für meinen Körper und meine Laune!)

Bevor ich mich in manchen nutz- wie witzlosen Gedankengängen weiter verstricke, schlage ich mein Buch auf. Und siehe da, kurz bevor der Wecker um sechs klingelt, habe ich den Roman fast durch und den Kaffee auf.

Mein erster  Blick in den Spiegel verrät mir, dass der Mensch auch ruhig einmal selbstkritisch sein darf. Jedenfalls bin ich froh, dass es Make Up gibt! Mein Blick in die Augen meiner Kollegin verrät mir etwas später, dass sie sich Gedanken macht.

„Sag mal, geht es dir gut?“

„Sicher. Alles tuffig hier.“

„Du siehst heute so… müde… aus?“

„Hab nicht geschlafen, heute Nacht…“

Ihre Frage macht klar, dass mein Make Up sich vermutlich verabschiedet hat. Oder liegt es an den glasigen Augen? Daran, dass ich heute mehr auf dem Schreibtisch liege, denn daran sitze? An meinem eingeschränkten Wortschatz?

Als das Telefon klingelt, überlege ich wenigstens für den Bruchteil einer Sekunde, ob ich überhaupt ran gehen soll.

Ich melde mich höflich und freundlich.

Meine Anruferin kann schließlich nichts für meinen defizitären Schlafhaushalt.

„Sagen Se mal, ich habe da ein Schreiben von Ihnen in der Hand. Was soll denn das heißen jetzte?“

Was für ein Schreiben und außerdem bin ich absolut davon überzeugt, dass alles Wort für Wort in dem Brief steht. Lesen hilft ja manchmal.

Ich atme tief durch. 21…22…23…

„Ich helfe Ihnen gerne. Also, das ist so … und so… und so.“

„Das brauchen wir aber nicht.“

Ich bin müde. Sehr müde. Ich trinke seit heute früh ausschließlich Tee, damit mein Herzschlag einigermaßen im Takt bleibt.

„Ist aber so beschlossen.“

Soll heißen: Diskussionen können an diesem Punkt nicht mehr angenommen werden!

„Mmmmh…ja… na gut. Und Sie melden sich dann im Januar?“

So steht es im Schreiben.

„Äh, richtig.“

Ich streiche mir über die Augen und ich überlege, ob ich heute vielleicht ein ganz klein wenig gereizt bin?!

Mein Kollege kommt an mir vorbei und hält mir den Plätzchenteller unter die Nase.

„Na? Zucker?“

Jetzt ist die Welt doch wieder in Ordnung!

Ob ich zu weit gehe, wenn ich noch nach einer Massage frage?!

Habt einen schönen Tag & schlaft gut.

Alles Liebe,

die Emily

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39 Gedanken zu „Von wegen ausgeschlafen…

  1. Guten Morgen .. Diese Geschichte hört sich verdammt bekannt an . Hab’s schon mal 2 Nächte geschafft nicht zu schlafen. Falls das ein Trost für dich ist, liebe Emily.
    Einen aufgeweckten Tag wünsche ich

  2. ich schlafe immer eigentlich sehr gut und wenn nicht teh ich mitten in der naht auf undd koche mir eine kanne kaffee
    dann trink ich zwei tassen und kann wieder schlafen.
    das ist kein Quatsch, bei mir ist das so. andere werden vom kaffee wach, ich werde müde, aber nur abends oder nachts

  3. Schlaflose Nächte sind furchtbar, wenn sich die Gedanken gar nicht abschalten lassen.
    Für KollegInnen habe ich dann immer das Argument: Ich habe heute lediglich Rheuma in den Augen! Das erspart meist unsinnige Fragestellungen nach dem WARUM, da deren Gehirne das erst einmal verarbeiten müssen.

    Progressive Muskelentspannung oder autogenes Training können da helfeln oder einfach heiße Milch mit Honig. Warmes Bier soll auch gut sein, aber da ich auch kein kaltes Bier trinke, weiß ich nicht, ob das stimmt.

    Komm gut durch den Tag und lass dich von der Sonne kitzeln.

    LG Anna-Lena

    • Rheuma in den Augen? 😆 Mmmh, ein gutes Argument!
      Ich bin froh darüber, dass schlaflose Nächte eher selten vorkommen. Manchmal sind es auch zwei oder drei Nächte hintereinander.
      Autogenes Training hilft manchmal, bei dem warmen Bier muss ich allerdings aussteigen!

      Hab einen geruhsamen Abend & alles Liebe, Emily

  4. Ne, ne, Massage hilft immer und für Deine Kollegen ist es eindeutig von Vorteil, wenn Du gut drauf bist!

    Davon abgesehen: Tröste Dich! Den Wecker, den Du da beschreibst, das ist meiner. Es kann sich also nur um eine kurze Zeitspanne handeln, bis Du es überstanden hast und wieder schlafen kannst. Ich suche das Vieh nämlich schon (Huch! Jetzt hätte ich fast „vermisse“ geschrieben. Na, man gut, dass nicht!), insofern dürftest Du bald erlöst sein.

    Und? Fühlst Du Dich ein wenig besser? Ein klitzekleines Bisschen? Och, komm schon … *stups

  5. Liebe Emily, das ist echt verrückt, dass sich die Gedanken nicht abschalten lassen.
    Und immer wieder dieselben!!!
    Das ist echt zum Verrückt-Werden.
    Aber morgens geht es dann trotzdem ganz gut, wenigstens bei mir…
    In der nächsten Nacht klappt es dann wieder vorzüglich.
    Dir nur das Beste ♥
    Bärbel

  6. Du Arme! Ich finde solche Nächte auch schlimm. Wenn’s so ist freue ich mich an den Markttagen. Da klingelt der Wecker eh um 3 Uhr!
    Süße Träume für die kommende Nacht wünsche ich dir!
    Heidi

    • Uhhhh, 3 Uhr! Normalerweise hat man dann die Tiefschlafphase hinter sich? Gerade erreicht? Ach liebe Heidi, da beneide ich dich wirklich nicht. Auch wenn du morgens die ersten Vögel hörst und die Sonne aufgehen siehst.
      Herzlichen Dank für deine lieben Wünsche & alles Liebe,

      Emily

  7. Also, wenn ich um die Uhrzeit wach werde, dann liegt es meist tatsächlich an meiner Liegeposition…ich dreh mich dann immer ganz schnell auf den Rücken ^^

  8. Genauso und nicht anders schlafe ich jeden Sonntag auf Montag. Montags gehen mir Kollegen und Kunden aus dem Weg und warten ganz still auf den Dienstag.

    • Am Sonntag kommt ja auch gerade erst einmal die Wochenendentspannung auf und eh man sich versieht ist schon wieder Montag. Welcher Körper fühlt sich da bitte nicht veräppelt? Montage sind auch nicht so meine Tages-Favoriten! Ich brauche immer ein paar Tage um in die Woche zu finden und schwupps ist schon wieder Wochenende 😉

  9. Nicht schlafen können ist wirklich schrecklich. Mir fallen dann immer Dinge ein, wegen denen ich vielleicht ein schlechtes Gewissen haben sollte. Dann kann ich erst recht nicht einschlafen 😦
    Ich wünsche dir eine gute Nacht.
    LG Gabi

    • Ist das nicht beknackt? Wir wissen immer selbst besonders gut, wie wir uns „fertig“ machen können oder?! Unglaublich!

      Liebe Grüße zu dir, Emily

  10. Wenn ich mitten in der Nacht wach werde, helfe ich mir so: Aufstehen ohne Licht zu machen, im ganzen Haus nicht, Wasser unten raus, frisches Wasser oben rein, eine viertel Stunde auf die Couch setzen, nichts denken, nicht grübeln und dann wieder ins Bett.
    Der Schlaf kommt sofort.
    Liebe Grüße C.H.

    • Tatsächlich? Das funktioniert? Sollte ich wieder eine dieser Nächte haben, werde ich genau das ausprobieren. Versprochen!

      Liebe Abend- und fast Wochenendgrüße, Emily

  11. Heute mal früh ins Bett ;-)?!
    Ich wünsche Dir eine ruhige Durchschlafnacht – nicht schlafen können ist wirklich nicht schön…
    Angenehme Nachtruhe,
    Caramellita

    • Früher habe ich das immer gleich wegstecken können, aber scheinbar werden wir nicht jünger und die Entspannungsphase muss sich erst wieder richtig einstellen können 😉
      Es wird!

      Viele liebe Grüße, Emily

  12. ja, das kenne ich auch nur zu gut, das kopfkarussell will sich nicht abschalten lassen, alles moegliche und unmoegliche kommt einem dann in den sinn. da hilft nur aufstehen, nicht im bett bleiben und frustriert auf die uhr gucken. ein buch lesen hilft da meistens um wieder schlaefrig zu werden.

    lg
    Sammy

    • Kopfkarussell, genau das ist es! Wer braucht das schon? Wenn dabei wenigstens etwas herauskommen würde… aber so!?

      Liebe Grüße an dich, Emily

  13. Seit über 20 Jahren erlebe ich das fast jede Nacht. Sammys Tipps werden auch von Ärzten empfohlen. Ich stehe nach 10 Minuten auf und beschäftige mich. Ich werde zwar erst morgens gegen 6/7 Uhr schläfrig, bin aber nicht so frustriert.
    Herzliche Grüße
    Bärbel

    • Das ist eine wirklich lange Zeit, liebe Bärbel. 20 Jahre! Um spätestens 6 stehe ich auf, daher sind ein paar Nächte, die mit Schlaflosigkeit gefüllt sind, ziemlich anstrengend und irgendwann schlafe ich dann doch wieder. Gut so!

      Liebe Grüße an dich, Emily

  14. In solchen Nächten mache ich das Licht wieder an und schreibe meine Gedanken in ein Tagebuch… oder ich lese, bis mir dann tatsächlich die Augen zufallen. Das Herumwälzen im Bett bringt keinen Schlaf und man sieht am nächsten Morgen noch müder als, als wenn man die Nacht mit anderen Dingen verbracht hätte.

    • Es gibt auch schlaflose Nächte, in denen schadet es überhaupt nicht. Dann steht man dennoch frisch auf und kommt gut durch den Tag. Dann hängen einem die Gedanken auch nicht so schwer nach. Es gibt eben mal solche und mal solche Nächte. Mal sehen, was heute Nacht auf uns wartet.
      Hab eine gute Nacht!

  15. Liebe Emily, das kenne ich auch, dass ich nachts grundlos aufwache und wenn dann der Denkapparat in Gang kommt – je nachdem was so die Woche über vor mir liegt- dann kann ich auch schwer wieder einschlafen. Für solche Fälle habe ich meinen Ipod neben dem Bett, auf dem u.a. auch beruhigende Musik ist. Dann schlaf ich zumindestens so lange ein, bis die Musik wieder aufhört…Wenn ich meinen Schlaf nicht bekomme, kann ich tagsüber auch schon mal ungemütlich werden… Schlafreiche liebe Grüsse Andrea

    • Ich kann nur sagen, dass es nur gut ist, wenn Nächte wie diese selten vorkommen.
      Träumen in der Nacht ist wünschenswert, aber unnütze Gedanken können gerne mal eine Pause machen!

      Gute Nacht & liebe Grüße, Emily

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