Ausgetrickst!

Ich hatte gerade einen freien Tag und wurde sanft wach. Und zwar wurde ich sehr früh wach! Jedenfalls regnete es in einer Tour. Meine Augen gaben mir das Bild exakt wieder.

Hirn: „Es regnet. Sie wird heute nicht laufen gehen. Darauf schließe ich jede Wette ab!“

Herz: „Vorsicht. Darauf würde ich lieber nicht wetten. Das hat sie schon mehr als einmal gebracht.“

Hirn: „Es regnet Hunde und Katzen!? Sie wird heute nicht laufen.“

Herz: „Vorsicht. Ich wäre mir da keineswegs so sicher.“

Hirn: „Es schüttet! Ich bitte dich. Wenn DU sie dazu nicht ermunterst, wird sie nicht laufen gehen. Wir können uns alle noch einmal ganz bequem im warmen Bett umdrehen und mal so richtig ausschlafen. Also sei still. Bitte.“

Herz: „Wie wäre es alternativ mit schwimmen?“

Stille.

Hirn: „Wann waren WIR denn das letzte Mal schwimmen? Och nö. Schicke mir jetzt bloß nicht so einen Gedanken rauf! Es ist kalt und naß und überhaupt…Neeee.“

Herz: „Doch! Komm‘ schon. Bitte bitte biiiiiiiitttttteeeee!!!!“

Hirn: „Augen! Auf der Stelle wird gerollt!“

Ehe ich mich versah, packte ich also schon meine Tasche.

Hirn: „Noch einmal mit Verstand Leute. Es ist noch viel zu früh! Draußen regnet es. Das Wasser ist kalt, es ist naß, es stinkt nach Chlor. Es ist kalt wenn man hinein springt und es ist noch viel kälter, wenn man das Wasser wieder verlässt. Und wer weiß, wer da schon ins Becken gep…“

Herz: „Einmal. Los! Einmal machen wir das jetzt und dann werden wir sehen!“

Es war wie das Hirn es vorab beschrieb. Das Wasser war in der Tat kühl und naß logischerweise auch, aber es war herrlich erfrischend! So tauchte tippelte ich die Treppe hinab und tauchte unter.

Blubbb…blubb…

Ich hustete und die Lunge meckerte: „Sagt mal, geht’s noch? Wer kam denn auf die Idee unter Wasser zu atmen? Haben wir Kiemen oder was?!“

Mein Körper stellte fest, dass eine Atmung unter Wasser einfach nicht möglich war. Gut. Das hätten wir also auch geklärt.

Füße: „Hey, mal eben für’s Protokoll. Wir haben keinen Boden mehr unter uns. Jetzt müssen mal bitte die Beine ran. Wenn nicht, geht es abwärts und die Lunge muss sehen, wo sie bleibt. Klar?!“

Die Beine begannen zu strampeln und die Arme zu rudern.

Herz: „Neee, was ist das schick hier!“

Hirn: „Schick? Alles klar.“

Augen: „Wir sind voller Wasser Leute. Muss das sein?“

Das Herz lies sich nicht beeindrucken, der Rest von mir paddelte und kraulte vor sich hin, bis…

Hand: „Höööy, wem gehört denn der Fuß hier?“

Die Füße zählten sich durch.

„Uns nicht!“

Neben mir quakte ein Kind. Vermutlich das, dessen Fuß ich gerade hielt und schnell los lies.

Eine Schulklasse enterte soeben die Schwimmbahnen. Allerhöchste Zeit für mich auszusteigen.

Herz: „Und Hirn? War das nicht klasse? Das machen wir wieder oder?“

Hirn: „Na von mir aus *hmpf*“

 

Keine Ahnung, wo diese Woche geblieben ist. Aber ich wünsche euch allen ein wundervolles Wochenende!

Alles Liebe,

die Emily 😉

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26 Gedanken zu „Ausgetrickst!

    • Und es fördert den Muskelkater mal an ganz anderen Stellen, sage ich dir! Was macht eigentlich deine Lauferei?

      Komme gut ins Wochenende & liebe Grüße, Emily

  1. Wasser ist so gar nicht mein Element, nur bei großer Hitze, ansonsten eher die Dusche und dann nach Möglichkeit wieder ausruhen 😀
    Ich bin so faul geworden, aber am Wochenende geht es ran.

    Schönes Wochenende dir wünscht Mathilda 😉

  2. Meine Güte ich alte Frau sollte auch mal wieder etwas tun!!
    Ich glaube sportlich bin/war ich in den letzten Wochen kaum.
    Villeicht kann ich mich ja jetzt am Wochenende losreissen von meinem Kumpel „Bequemlichkeit“
    Dein Artikel schleicht sich gerade in mein schlechtes Gewissen *gg*

    • Du, das ging mir allerdings ähnlich. In den vergangenen Wochen war ich sportlich mächtig zurückhaltend.
      Der Frühling kommt, die Bewegung vielleicht auch? *g

  3. Wow, ich staune über die Koordination deiner Organe. Ich komme gerade aus der Sauna, da sind kalte und warme Wässer schon etwas anderes. Ob allerdings jemand vorher ins Becken ge… hat, überlege ich mir auch hinterher nicht 😯 .

    Ich wünsche dir ein entspanntes Wochenende mit innerer Einigkeit 😉 .
    LG Anna-Lena

    • Darüber muss ich auch immer wieder staunen. Was da aber auch alles so los ist, unglaublich 😉
      Über gewisse Dinge sollte man gar nicht nachdenken, liebe Anna-Lena.

      Damit dir ein wundervolles Wochenende & liebe Grüße, Emily

    • Das kannst du wohl laut sagen. Kennst du das nicht auch? Soll ich…soll ich nicht…soll ich… jemand muss die Entscheidung letztlich treffen.

      Liebe Grüße zum Wochenanfang, Emily

        • Und dann hätte der Chefmuskel gesagt „Das Stück Kuchen kannst du jetzt leider nicht essen. Schade. Aber wärst du mal laufen gegangen!“ *g*

          Liebe Grüße, Emily

  4. in deinen geschichten gewinnt das gehirn ja nie! dabei finde ich gerade diesen charakter sehr sympathisch. lass es doch auch mal gewinnen …. och biddöö!

      • Ich meine, dass in den Storys das Herz viel zu oft am Ende das Sagen hat. Dabei finde ich das Hirn sympathicher. Das Herz ist ja eher so’n vernünftiger, zuweilen spießiger Charakter, das Hirn ist rebellischer, unverfünftiger, mein persönlicher Sympathieträger. In diesem Körperteil-Geschichten-Zyklus bin ich Fan des Hirns geworden. Deshalb finde ich es schade, dass Hirn und ich immer verlieren (ich, der Leser, fieber mit und streite innerlich auf Seiten des Hirns natürlich.)

        • Öcht? Dabei hat das Hirn häufig eher Argumente, um etwas nicht zu tun. Das Herz ist da flippiger. Es will sich nicht bremsen lassen, mit Argumenten kann es eher nicht so viel anfangen. Ich will beim nächsten Gespräch mal genauer hin lauschen. Meist frage ich mich nur, wo lag eigentlich meine Kniesalbe?

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