Die fröhliche Stimme vom Amt

Die Geschichte muss ich noch schnell zum Ende bringen.

Meine ursprüngliche Frage, die ich von den Mitarbeitern beim Straßenverkehrsamt telefonisch beantwortet haben wollte, konnte ich glücklicherweise auf einem anderen Weg klären. Sonst säße ich vermutlich noch immer am Telefon.

Wo sind die eigentlich alle vom Amt?

Schließlich war ich doch neugierig, ob es da überhaupt einen Menschen gibt und dachte mir, dass ich da einfach aus lauter Spaß und Dollerei mal dran bleibe.

Sobald es mir möglich war, rief ich dort an. Die Telefonnummer kannte ich schließlich schon auswendig.

Und plötzlich geschah das Unglaubliche. Ich hörte eine Frauenstimme! Eine echte Stimme. Keine Bandansage. Diese Frau hier war real. Noch nicht wirklich wach, aber es war Leben drin!

Sie: „Straßenverkehrsamt Müllerstadt.“

Okay, an dieser Stelle hatte jegliches Qualitätsmanagement (wenn es denn eines gab) versagt. Ein Name oder eine Begrüßung wurde schlichtweg wegrationalisiert.

Ich: „Guten Morgen (so viel Zeit muss sein). Ich habe eine Frage zum neuen Führerschein und zwar …“

Sie: „Ja.“

Ich: „Ja?! Und wie weiter?“

Sie: „Können Sie.“

Jedes Wort war ihr augenscheinlich zu viel. Was für eine Schnarchente!

Ich: „Okay. Und bis wann muss ich das einreichen?“

Sie: „Das ist egal. Der Termin ist eh schon verstrichen.“

Ich: „Egal?“

Ich sollte mein Müsli morgen mal aus einer Klangschale essen.

Sie: „Ja.“

Ich wollte Informationen und diese Geheimvertreterin wollte sie einfach nicht heraus rücken!

Ich: „Kann ich da nicht noch irgendetwas unternehmen?“

Sie: „Nein.“

Ich: „Na herzlichen Dank auch für Ihre zuvorkommende und hilfsbereite Unterstützung. Ganz toll! Hab ich echt selten erlebt.“

Sie: „Gerne. Auf wiederhören.“

???

Aufgelegt.

Nun, also ICH für meinen Teil bin der Überzeugung, dass man das besser hinbekommen kann.

Was läuft in diesem System eigentlich schief??

Startet gut und voller Elan in die neue Woche &

alles Liebe,

die Emily

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34 Gedanken zu „Die fröhliche Stimme vom Amt

  1. Na, die Dame am Telefon war aber davon überzeugt, das sie nett war. 😦
    Ich bin froh, das ich noch nicht an eine solche Spezie gekommen bin.
    Hab einen schönen Abend.
    Liebe Grüße
    Gabi

    • Eines Tages wirst du das Glück haben, davon bin ich überzeugt. Wer weiß, was ihr gerade über die Leber gelaufen war. Bzw. schon tagelang 😉

      Dir auch einen schönen Abend & liebe Grüße, Emily

  2. Die auf den Ämtern haben immer noch nicht begriffen, dass sie für den Kunden da sind. Diese Kunden sind wir und von uns bekommen sie auch ihr Gehalt.

    Auch dir eine gute Woche.
    LG Harald

    • Es gibt Ämter, da ist es wirklich schon angekommen. Allerdings hängen einige scheinbar nach. Sicher sind auch die Kunden nicht immer einfach. Das kann man aber nur dann feststellen, wenn man auch ans Telefon geht und es auf einen Versuch ankommen lässt 😉

      Liebe Abendgrüße, Emily

  3. ja … Emily … so was passiert auch bei der Polizei! Hierzu die Geschichte von Freund Kuddel: er brauchte eine Unterschrift und Stempel zur Bestätigung, dass er noch lebt … das ist jedes Jahr fällig. In den beiden vergangenen Jahren ging das problemlos über die Bühnen. Diesmal nicht mit der Bemerkung, dafür wäre die Polizei nicht zuständig.
    Auf den Einwand, das hätte er doch schon 2x bekommen, bekam er die Antwort: die Polizei könnte ihn ja auch nicht krankschreiben.Mein Freund meinte nur, das wäre eine unqualifizierte Antwort und hat sich schriftlich bei der Polizeidirektion beschwert. Es kam eine Entschuldigung von dieser Stelle und man würde der Angelegenheit intern nachgehen. — Auch heftig … ??? Dir einen guten Start in die neue Woche … Rose

    • Mmmmh, auch nicht schlecht. Wie schade, dass es solche Erlebnisse gibt. Ich muss zugeben, dass auch Kunden und Klienten oft nicht einfach sind. Dienstleister werden auch gerne als Fußmatten tituliert, das ist nicht ok. Es kommt auf das Miteinander an.
      Bekommt ihr ein Feedback, oder wie seid ihr verblieben?

      Hab noch einen schönen Abend & liebe Grüße, Emily

  4. 🙂 bei der Erwähnung der Klangschale mußte ich dann doch losprusten… Eine ähnliche Antwort hatte ich im Januar diesen Jahres auch bekommen. Das hätte ich dir auch erzählen können, Emily. Hättest mich fragen sollen, ich sag’s netter.
    LG isolde

    • Du hättest es mir in jedem Fall netter erzählt. Davon bin ich mehr als überzeugt. Man man man, was ist es kompliziert eine gescheite Auskunft zu erteilen 😉

      Liebe Grüße, Emily

  5. Müsli aus der Klangschale essen – *Grööööööhl!* 😆
    Schade, dass wir Bürger solchen „Damen“ nicht einfach mal einen Monat lang das Gehalt entziehen können, dass wir ihnen mit unseren Steuergeldern bezahlen…

  6. Liebe Emily, ich hatte genau mit dem Strassenverkehrsamt ja auch solche Gespräche und Erlebnisse – ich fühle mit Dir… Und darüber hinaus hab ich mich kaputt gelacht, wie Du das schreibst… Na die hat ja mal richtig gut zugehört und Ironie ist leider komplett an sie verschwendet… Herzliche Grüsse Andrea

  7. Unglaublich wie man da manches Mal behandelt wird und das, obwohl diese Menschen ja Angestellte des Staates, des Landes, der Stadt u.s.w. sind und damit von jedem von uns bezahlt werden. Aber alle über einen Kamm scheren darf man auch nicht. Wie so oft verbreiten sich solch negative Gegebenheiten viel mehr als das Zutreffen „normaler“ Begegnungen. Dann gibt es noch die überaus menschlichen Sachbearbeiter vom Amt. Ein solcher war letzte Woche für mich zuständig.
    Liebe Grüße und eine gute Woche, mit vielen netten Begegnungen
    Heidi

    • Man darf alle auf keinen Fall in die selbe Schublade packen. Es gibt auch viele bemühte Leute da, keine Frage. Und dann gibt es eben noch die Anderen…
      Schön, dass du ein anderes Exemplar hattest!

      Viele liebe Grüße zu dir, Emily

  8. Unser System krankt an allen Ecken und Kanten und meist weil Beamte dort Dienst verrichten.
    Also Beamte vom alten Schlag, also die die Mikado spielen… wer sich zuerst bewegt hat verloren.

    Ich hatte vor einiger Zeit einen Termin auf dem Arbeitsamt.
    Also nicht ich, sondern eine Bekannte,
    die immer nur mit Zeugen dort auftaucht (besser ist das)
    Termin war 8:30 Uhr…
    Wir waren ca 8:15 Uhr vor Ort.
    Die ersten hatten Termin um 7:45U, die sassen noch auf dem Flur.
    Um 8:25 gingen die ersten Mitarbeiter aus ihrem Büro Kaffee holen, die nächsten in voller Monteur Brötchen kaufen.
    Um 9:05 wurden die ersten die zu 7:45 bestellt waren aufgerufen.
    Meine Bekannte war um 10:33 fertig…

    Ich finde es eine Frechheit wie mit der Zeit der Bürger umgegangen wird.

    Liebe Grüsse zu dir ♥

    • Ach je! Wie böse ist das denn?! Ist ja schlimmer, als bei einem Arzt!
      Für Termine gibt es halt keine Standards und keine Provision. Glaube mir, damit sähe es definitiv anders aus!

      Liebe Grüße zu dir zurück ♥

  9. Sie musste sich wohl knapp halten, um den nächsten Anrufer … nicht zu grüßen. Schätze, sie ist die einzige im Amt, die ans Telefon darf, weil ihre communication skills immer noch die besten von all ihren Kollegen sind.

    • Oh, das macht einen Besuch beim Amt ja spannend! Soll ich da mal vorbei gehen? Meinst du, es stehen etwa 10 Telefone um sie herum? Und sie dreht sich mit ihrem Bürostuhl immer im Kreis um die Telefonate anzunehmen? Vielleicht war sie so wortkarg, weil sie einen Drehwurm hatte… kann ja sein… 🙄

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