Schon wieder am Telefon…

Es geht um einen Anruf beim hiesigen Straßenverkehrsamt.

Eigentlich will ich nur eine Frage beantwortet haben.

Tatzeit: 08.51 Uhr, an einem beliebigen Tag.

Ich tippe die Ziffern ein und warte darauf, dass jemand den Hörer abnimmt.

Wenigstens die Mailbox geht ran.

„Herzlich willkommen. Sie werden zum nächsten freien Platz weitergeleitet.“

Musik.

„Zur Zeit sind alle Plätze belegt. Bitte haben Sie noch etwas Geduld.“

Klar, Geduld ist mein zweiter Vorname.

tuuuut…tuuuut…tuuuut…

„Leider können wir Ihren Anruf zur Zeit nicht entgegen nehmen. Wir bitten Sie, es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen.“

Mmmmh. Okay…

2. Versuch – 2. Anruf: 08.54 Uhr

„Herzlich willkommen. Sie werden zum nächsten freien Platz weitergeleitet.“

Musik.

„Zur Zeit sind alle Plätze belegt. Bitte haben Sie noch etwas Geduld.“

Okay, das mit der Geduld könnte irgendwann allerdings auch schwierig werden.

tuuuut…tuuuut…tuuuut… 

„Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt. Die Mailbox hat eine Begrüßung für eine längere Abwesenheit eingerichtet und nimmt keine neuen Nachrichten an.“

WIE BITTE??? Hab ich ja noch nie gehört!

3. Versuch – 3. Anruf: 08.59 Uhr 

„blablabla“ 

Musik.

„Zur Zeit sind alle Plätze belegt. Bitte haben Sie noch etwas Geduld.“

tuuuut…tuuuuut…tuuuut.

„Herzlich willkommen beim Straßenverkehrsamt. Momentan können wir Ihren Anruf leider nicht persönlich entgegen nehmen…“

Ach?! Das merke ich mittlerweile auch.Immerhin haben die Abwechslung in der Bandansage!

4. Versuch – 4. Anruf: 09.07 Uhr

„blablabla“

Die zuckersüße Stimme können die sich echt sparen!

Musik.

Die Musik übrigens auch!

tuuuut… tuuuut…tuuuut.

„blablabla.“

„blablabla.“

Ich lege auf.

Gibt’s doch wohl nicht!? Besser, ich gieße mir einen Melissentee auf und versuche es zu einem späteren Zeitpunkt wieder.

5. Versuch – 5. Anruf: 09.24 Uhr.

Ich bleibe hartnäckig, schließlich habe ich nur eine kurze Frage! So lange kann doch kein Mensch frühstücken! Oder doch?!

Doch dasselbe Spiel beginnt von vorn: blablabla….gefolgt von Musik… und noch mehr blabla…

Meine Fingernägel graben sich langsam in meine Schreibtischplatte.

Kurzfristig denke ich mal darüber nach, ob ich denen einfach eine E-Mail schreiben soll. Aber wo bliebe da der mein persönlicher Kontakt? Und wäre ich nicht ICH, wenn ich nicht dran bliebe?

6. Versuch – 6. Anruf: 10.25 Uhr.

Die sitzen bestimmt schon wie das Kaninchen vor Schlange vor dem Telefon und warten nur darauf, dass sich meine Rufnummer wieder im Display zeigt. 

„blablabla“

Keine Musik?!

Was nu?

Es tutet. Und tutet und tutet.

Vermutlich lachen die sich gerade scheckig, weil es halt wieder meine Nummer ist. Vielleicht haben die schon Wetten laufen, wessen Telefonnummer als nächstes erscheint.

Natürlich kommt wieder die Schlussansage… ist doch unfassbar!

Lacht die Tante bei der Bandansage etwa oder bilde ich mir das ein?

Ich werde es weiter versuchen und wenn es die ganze Woche dauert!

(Fortsetzung folgt)

Emily – am Telefon –

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31 Gedanken zu „Schon wieder am Telefon…

  1. Oh, so ähnlich erging es mir letzte Woche auch, als ich meine Ex-Sachbearbeiterin vom Jobcenter anrufen wollte… Da meldete sich nach ungefähr einem Dutzend vergeblicher Versuche dann allerdings ein freundlicher Herr von der Telefonzentrale, der mich weiter verband…

    • Wie viel Zeit dabei alleine drauf geht, wenn man stundenlang in einer Warteschleife hockt. Ach ja, Zeit und Nerven 😉
      Und irgendwann geht einem die Musik derartig auf die Nerven… aber (!) ich habe natürlich nicht locker gelassen. Du sicher auch nicht!?

      • Ich und locker lassen? Garnienicht! 😉 Der Typ von der Telefonzentrale hat mir dann eine völlig unbekannte Durchwahlnummer der Sachbearbeiterin gegeben – und siehe da!, nach dreimal läuten hatte ich die Madame am Rohr! 😀

        • Ach?! Das ist aber nett von ihm! So eine geheime Geheimnummer ist Gold wert 😆

          Ich wünsche dir ein entspanntes Wochenende!

  2. Jau, das hatte ich auch, aber nach drei Versuchen klappte es.
    Wann hast du angerufen? Kann ja sein, dass an dem Tag niemand erreichbar ist….

    Viel Erfolg beim nächsten mal 😉

    • Das hatte ich zunächst auch vermutet. Sicherheitshalber habe ich mir im Internetz mal die Öffnungszeiten angesehen. Nenee… es freut mich, dass du mehr Erfolg hattest. So bleiben Zeit & Nerven geschont 😉

    • Selbst wenn dir die Musik anfangs gefällt, so geht sie dir nach einer halben Stunde auch auf die Nerven 😉 Mit einer Mail ist man auf der sicheren Seite. Leider weiß man nur nicht, wann die Antwort eintrifft und ich dachte, ich könnte nur mal eben…

  3. Ja die Wartezeit am Telefon…
    Nur der Vorgesetzte glaubt das nicht 😉
    Fahre einfach dreigleisig…
    Telefon, E-Mail und Fax… dann kommst du vll. diesen Monat noch dran

    Bloss nicht aufgeben… wo gibbet dat denn?

    Bussi kkk

    • Neee, da hätte ich nicht so lange gewartet. Dann hätte ich wirklich eher eine E-Mail geschickt, eine Brieftaube oder sonst was. Vergiss das mit dem Service! Aber, wem sage ich das? Taxi?? ;o)

  4. Ich bin da auch sehr ausdauernd. Vor einiger Zeit hing ich bei einem Lieferanten in der Warteschleife. Als ich endlich jemand am Telefon hatte, habe ich erst gar nicht reagiert. Erst als die Dame ein zweites mal „hallo“ rief, bin ich aufgeschreckt. Ich habe mich entschuldigt und gesagt, das mich die laute nervtötende Musik dazu gebracht hätte, mein Hirn in den Ruhemodus zu schalten. 🙂
    LG Gabi

    • Hehe… das ist es nämlich. Man schaltet ab! Du hast eine gute Antwort geliefert 😎 Mit dir zusammen zu arbeiten ist bestimmt auch witzig!

      Liebe Grüße zum Freitag, Emily (das WE naht!!)

  5. Liebe Emil, das hast du entzückend kurzweilig geschrieben..ich habe Tränen gelacht …trotzdem hoffe ich, dass du eeeendlich mal Erfolg haben wirst beim Telefoniern. Ich hasse solche Warteschleifen auch.
    Liebe Grüße und gaaaanz ruhig bleiben
    Isis

  6. Wenn Sie eine Antwort auf Ihren Artikel haben möchten, drücken Sie die 1. Wenn sich da niemand meldet drücken Sie die 2, Wenn ihnen unsere Musik in der Warteschleife nicht gefällt drücken sie die 3. wenn sie…

    Das passiert jeden Tag. Viele Firmen legen ihre Telefondienste in Callcentern zusammen und die sind dann überlastet. Ämter haben sowieso ihre eigenen Regeln. Die müssen ja auch nicht kundenorientiert handeln. Unsere Verbandsgemeinde ist z. B. Mittwochnachmittags nicht da. Betriebsausflug machen sie dafür immer am langen Donnerstag.

    LG Harald

    • Schön geschrieben, lieber Harald. Wenn sich ihr Anliegen zwischenzeitlich von selbst erledigt hat, drücken Sie die 0.
      Die Menschen tragen meist gar keine Schuld. Sie können auch nicht mehr als arbeiten. Das System stelle ich in Frage. Es gibt Ämter und Mitarbeiter, die haben es verstanden, auch freundlich auf ihre Kunden zu reagieren. Und dann gibt es welche, die sind in der Historie stecken geblieben.

      Liebe Wochenendgrüße, Emily

  7. Ich spreche nicht mit Maschinen wie Anrufbeantworter oder Voice Box. Bei diesen Servicelinien – uy!!! habe ich wirklich SERVICE geschrieben???? – drehe ich regelmässig durch! Ich meine, stell Dir vor, ich muss durch diese heruntergeratterten Ansagen ja in mexikanischem Spanisch durch! Und wie GSHARALD schon schrieb: wählen sie 1 oder 9 oder drölf, lande ich wieder in einer Endlosschleife und bis ich dann endlich jemand an die Strippe bekomme bin ich nervlich fertisch, fixundfertisch….!
    Aber wie ging’s aus? Hast Du irgendwann eine menschliche Stimme an die Strippe bekommen?

    • Ich schätze, Mailboxen & Bandansagen sind in allen Sprachen ähnlich: eben dämlich!
      Wenn man sich mit der Sprache allerdings nicht auskennen sollte, wird es auch mit dem Nummerndrücken kompliziert. Warum ist SERVICE eigentlich so kompliziert?
      Die Lösung habe ich auch ohne Amt bekommen. Allerdings ging es mir ja jetzt ums Prinzip :mrgreen:
      Später mehr!

  8. Kennst du „Die Ermordung einer Butterblume“? – daran musste ich denken und köstlich lachen als ich las:
    „Lacht die Tante bei der Bandansage etwa oder bilde ich mir das ein?“

    lesenswert! beides, „blutterblume“ und „schon wieder am tel.“

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