Samtpfötchen auf der Jagd

Neulich kam ich nach hause, wo meine Katze mich bereits an der Wohnungstür erwartete. Sie sah mich mit großen Kulleraugen an, als wollte sie sagen: „Also Frauchen, pass‘ auf, das war nämlich so…“

Der Blick in die Augen meines flauschigen Knäuels sprach Bände und ich sah mich augenblicklich um. Irgendetwas hatte sie verbockt, nur was? Vorsichtig ging ich Schritt für Schritt weiter und da sah ich sie!

Erde. Viiiiiiiiel Erde!

Madame hatte die Wurzeln, einer meiner Zimmerpflanzen, säuberlich von ihrer Erde befreit.

Was hatte ihr die Pflanze nur getan?

Wieder sah ich in die Augen meines Stubentigers und stütze dabei meine Hände in die Taille.

„Na los. Was ist passiert?“

Ich übersetze dann mal:

„Pass auf, du wirst es nicht glauben! Also, ich habe ganz lieb und artig geschlafen. Mein innerlichstes Ziel war es, dich ausgeruht und entspannt zu begrüßen, wenn du von deinem langen Arbeitstag in dein ordentliches Heim kommst. Und dann, plötzlich und ganz unerwartet, flog ein großer – und ich meine wirklich großer – und gefährlich aussehender Schneiderwipphopp an mir vorbei. Da ich ja weiß, dass dir jegliches Spinnengetier missfällt, wollte ich dich vor ihm beschützen. Genau. Und so ging ich augenblicklich auf die Jagd. Vorsichtig und leise schälte ich mich von meiner Decke, pirschte mich lautlos an den Flattermann, der hier auf dieser Blumenerde landete.  Einfach so. Der hat nicht einmal um eine Landeerlaubnis gebeten! Mir blieb nichts anderes übrig, als ihn kalt zu stellen. Da liegt er. Ich war’s. Ganz alleine! Du? Krieg‘ ich jetzt ein Leckerli? Ja?“

Ist es nicht seltsam, wie diese kleinen ausgebufften Vierbeiner uns immer wieder um ihre Samtpfoten wickeln?

Kommt gut ins Wochenende &

alles Liebe,

die Emily

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32 Gedanken zu „Samtpfötchen auf der Jagd

  1. Herrlich! 😆 Und ganz bestimmt ist es genau so gewesen – denn du weisst ja, Katz hat immer recht. 😉
    Ich wünsche dir und deiner Samtpfote ein wundervolles und unbeschwertes Wochenende!

  2. Ich hoffe, du hast Samtpfötchen auch belohnt, schließlich hat sie dich vor dem ‚Monster‘ bewahrt … und das bischen Erde … was soll’s …
    Ein entspanntes Wochenende euch beiden …

    • Klar, das habe ich gemacht. Wenn dich zwei Kulleraugen ansehen… was soll ich da sagen? 😀

      Ich wünsche dir noch einen schönen Abend & liebe Grüße!

  3. Liebe Emily, ich sitze hier und grinse übers ganze Gesicht.
    Was für eine schöne Geschichte. Und wie gut du deine Katze verstehst, das ist enorm.
    Also hat sie auch ein Leckerli verdient.
    Schließlich hat sie dich vor dem Flatterer bewahrt. Und die Blume, konntest du sie retten?
    Dir ein entspannendes Wochenende ♥
    deine Bärbel

    • Liebe Bärbel, ich glaube, im Laufe der Zeit versteht man jedes Tier und du weißt ja, ich kann mich mit fast jedem Viechzeug verständigen.
      Der Baum ist gerettet. Allerdings muss ich mich mit dem auch noch einmal verständigen.

      Hab einen wundervollen Abend ♥ deine Emily

  4. Mit einem ganz breitem Grinsen habe ich deinen Bericht gelesen und mir fiel mein verstorbener Kater ein.
    Ich ahtte ihn versehentlich einen Tag im Wohnzimmer eingesperrt. Beide Türen dicht…
    Er musste mal… und hat sich die Yukka-Palme dann auserkoren.
    Sie hat es überlebt und Katerchen und ich auch 😉

    Danke für die schöne Erinnerung ♥

    Euch ein tolles und Spinnen freies Wochenende ♥
    kkk

    • Au weia! Natur kommt also zu Natur. Und so wurde deine Pflanze auch noch gedüngt, das ist doch sehr gut!

      Viele liebe Grüße zum Sonntagabend,
      Emily ♥

  5. Eine wunderschöne Geschichte. Ich musst wirklich schmunzeln und würde mir manchmal wünschen, meinen Kater auch so gut zu verstehen. Aber im Laufe der Jahre habe ich es ein bisschen gelernt. Süß finde ich immer, wenn er sich mit mir unterhält und immer das letzte Wort..sorry..miau, hat.

    Alles Liebe
    Nina

    • Liebe Nina,
      wenn wir mit Tieren zusammen leben, dann lernen wir auch, uns mit ihnen zu unterhalten und sie zu verstehen.
      Und ja, sie haben immer das letzte maaooouuuz 😉

      Alles Liebe, Emily

  6. So ist es immer. Die wissen genau, was sie angestellt haben. Tja, und dann? Jetzt muss irgendwie Frauchen bei Laune gehalten werden. Mit allen Tricks.
    So läuft auch das richtige Leben.
    Liebe Grüße C.H.

    • Du sagst es. Sie wissen ganz genau, wann sie Schabernack getrieben haben!
      Und am Ende wickeln sie einen dann doch wieder um ihre Samtpfoten. Raffiniert diese Fellknäuel.
      Das Leben kann einem kaum näher sein 😉

      Liebe Grüße zum Sonntagabend, Emily

  7. Pingback: Sichtweise einer Zimmerpflanze « Emily's Blog

  8. und wie die dabei gucken! unmöglich, ihnen böse zu sein! – diese … diese … doofen schlawiner! ich will ihnen schon seit langem die meinung sagen, der katzenheit im allgemeinen und meinen zwei kotzteufeln speziell, aber wenn ich dann vor ihnen stehe, und sie vor mir, dann kann ich nicht anders als sie zu knuddeln und zu herzen … wahrlich, schlimmeres getier wandelt nicht auf erden!

    • „Kotzteufel“ 😆 Sie legen einfach ihre kleinen Spitzohren nach hinten und wickeln dich mit ihrem herzerweichenden Blick um die Pfote. Und wir? Wir schlucken unsere (ziemlich guten) Argumente einfach runter. Sie hören uns doch eh nicht zu 😉

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