Eiskalt

An diesem Wochenende war es hier – wie vermutlich nahezu überall – kalt. Richtig kalt. Es ist möglich, dass Eskimos bei diesen Temperaturen noch T-Shirts tragen würden. Wir, in unseren Breitengraden, sind da allerdings raus. Eisbaden? Ohne mich!

Mein Freund Jan und ich waren am Samstag eine Runde spazieren. Alles Häusliche war erledingt und eine kleine Prise Frischluft durfte ruhig noch sein. Schon auf der Türschwelle wurde mir klar, dass die Sonnenstrahlen trügten. Es war kalt. Richtig kalt. Eisig kalt. Eisfach.

Leider hatte ich jegliche Kopfbedeckung zu hause gelassen, doch ich dachte mir, die paar Meter wird es doch wohl auch ohne gehen. Vermutlich. Eventuell.

Wir liefen los und stapften durch den Schnee, der unter unseren Füßen knarzte. Die Natur lag unter einer weißen Decke. Die Geräusche waren gedämpft und die Sonne brachte das Weiß zum Leuchten. Das Auge konnte die Natur genießen… so lange es nicht vor sich hin tränte.

Der Wind pfiff vor sich hin und ich hatte plötzlich das Gefühl, dass alle Körperteile, die nicht gut gesichert waren, spontan in den Kälteschock übergingen.

Ich griff nach einem Taschentuch. Bei den Temperaturen weiß man immer nicht, ob einem nicht plötzlich ein Tropfen unter der Nase hängt und am Ende zu einem Eiszapfen mutiert. Die Gesichtshaut wird eisig und jegliches Gefühl für Körperflüssigkeiten verlässt einen einfach.

„Brauchst du eine Mütze?“, fragte Jan. „Ach, iwo. Ist alles gut!“

Ich gewöhne mich gleich an die Kälte. Bestimmt…bibber…

Nach 4 Minuten unserer Wanderung wurden die Ohrmuscheln dann langsam taub. Interessanter Weise, zeigten sie immerhin noch ein lebendiges Rot. Wo auch immer die Farbe her kommen mochte.

Wie kalt muss es eigentlich sein, bis die einfach abfallen? Lange dürfte es eigentlich nicht mehr dauern.

Wir liefen durch einen kleinen Wald, der uns vor dem Wind etwas schützte. Zumindest vorübergehend.

7 weitere Minuten später,  verabschiedete sich das Gefühl in meinen Fingern. Ich trug Lederhandschuhe und dennoch… eine falsche Bewegung und meine Finger würden vermutlich einfach nur darin stecken bleiben.

„Deine Nase ist ganz rot!“, fand Jan. „Und deine Wangen übrigens auch… und die Ohren…“

„Ach, gar nicht mehr so schlimm. Ich glaube, die Haut gewöhnt sich langsam an die Kälte.“

Okay, wie wäre es mit zusätzlichem Windschatten?! Ob der helfen könnte?

Der Wind kam von seitwärts schräg geradeaus. Den Windschatten konnte ich mir schenken. Der Blick in die Natur und unsere schönen Gespräche lenkten mich glücklicherweise immer wieder von dieser Kälte ab.

Ich war mir sicher, dass auch die Eskimos bei dieser Kälte sich einen Pulli übergestreift und ihre Flip-Flops gegen ein paar Sneaker getauscht hätten.

Selbst meine Zehe würden vermutlich einfach nur in den Boots stecken bleiben, müsste ich sie jetzt ausziehen.

Wir kürzten den Weg ab. Schönheit der Natur hin oder her, die Bewegung inklusive der Portion an Sauerstoff musste ausreichen. Wenn es sein musste, für das gesamte weitere Wochenende.

Mal ganz ehrlich, wenn es so richtig knackig kalt ist, dann ist ein guter Film, ein paar dicke Decken und das ein oder andere Glas Tee wie ein kleines Wunder. Und wenn es dann auch noch einen Bratapfel mit Marzipan, Vanillesoße UND Vanilleeis gibt… na dann… ist alles wieder gut! Ruckzuck sind dann übrigens auch die Körperteile wieder so richtig gut durchblutet. Alle, inklusive der Hörmuscheln!

Winter_2010-045

Kommt gut und frostfrei in die neue Woche &

alles Liebe,

die Emily

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39 Gedanken zu „Eiskalt

  1. Ich hab mich heute erst gar nicht rausgetraut. Gestern nur kurz mit Sohn zum Arzt und einkaufen. Es reicht schon, wenn ich morgen wieder länger in der Kälte unterwegs bin.
    LG Gabi

    • Das kann ich gut verstehen! Die Belohnungen entschädigen dann allerdings ganz ungemein 😀
      Ich hoffe, du hattest einen schönen Tag. Trotz Kälte!

      Liebe Grüße, Emily

  2. Was bin ich gestern Nachmittag heilfroh über den warmen Schal und die Strickmütze gewesen, die ich im Rucksack mit dabei hatte!
    Und heute habe ich es vorgezogen, mich in der schön warmen Bude einzumummeln. 😉
    Komm gut und möglichst ohne zu frieren in die neue Woche!
    ♥liche Grüße!

    • Hast du die Bilder am Nachmittag gemacht? Die sind ja wirklich toll geworden!
      Einmummeln ist jetzt mein Stichwort!

      Einen lieben Gruß zu dir ♥

  3. Liebe Emily, mich hätten heute keine 10 Pferde aus dem Haus gekriegt, aber es kommt immer anders als man denkt…
    Bleib unter der Decke ♥

    Eine gute Woche wünscht
    kkk

    • Heute Abend wird das mit der Decke gemacht. Es sei denn, es fällt noch Schnee. Dann wird noch der Feger geschwungen.

      Viele liebe Grüße ♥ Emily

  4. Auch ich war heute nicht draußen und gestern kurz zum Einkaufen, das hat gereicht.

    Dir wünsche ich eine guten Wochenstart und hoffentlich keine Rutschpartie.

    LG Mathilda 🙂

  5. Wir sind gestern abend zur Kirche gegangen, Da es ja minus 6 Grad waren, habe ich sogar meine Mütze aus Fell angezogen. Da geht kein noch so ekliger Wind durch. Das tat sooo gut. Die habe ich in 2011 auf dem Recklinghäuser Weihnachtsmarkt gefunden und gekauft. Das hat sich echt gelohnt.
    Ohne Kopfbedeckung und das bei diesen Temperaturen am Samstag. Neee nicht mit mir!
    Da pass ich schon auf. Der Kopf ist mir doch zu wichtig. Ok, die Frisur ist anschließend immer hin. Aber es ist mir wichtiger, ohne Kopfschmerzen und abgefrorene Ohren durch den Winter zu kommen.
    Du Heldin der Verdrängung.

  6. Guten Morgen Emily!
    Puh, wärste mal lieber Mütze holen gegangen. Aus dem Hardcoralter bin ich raus. Dicke Mütze bis über die Ohren und noch Kaputze von der Winterjacke drüber und gefütterte Handschuhe und Strumpfhose unter der Hose … so sieht´s aus. Am besten noch den drei Meter langen Schal von Mutti bis über die Nase.

    Ich hoffe, deine diversen Körperteile haben den Frost und das anschließende Auftauen schadlos überstanden. Danke für den dennoch humorvollen Bericht.

    ♥die Jaris

    • Der Witz ist, dass das Angebot ja da war. Jan wollte mir eine Mütze holen und ich war „tapfer“ schon unterwegs *kopfschüttel*
      Die innerliche Wärme hat dann geholfen 😉

      Jetzt ist wieder alles aufgetaut!

      Alles Liebe ♥ Emily

  7. Oh, liebe Emily, ich habe mit Dir mit gelitten… ohne Mütze geh ich überhaupt nicht mehr vor die Tür, bin zur Zeit sowieso noch frösteliger als sonst; aber Du musst auch zugeben, dass es NACH so einem Spaziergang noch viel schöner zuhause ist, oder? :-)… Haben wir gestern nämlich auch gemacht und die frische Luft hat gut getan… Liebe wärmende Grüsse Andrea

    • Werden wir etwa weichlich? Ganz ehrlich? Aber ohne geht es wirklich nicht (mehr).
      Nach der kleinen Wanderung war es zu hause einfach himmlisch. Dafür hat es sich gelohnt!

      Herzliche, wie wärmende Rückgrüße an dich, Emily

      • Ne, wir werden cool – schau Dir doch mal all die jungen Leute an, die tragen ihre Mützen teilweise sogar DRINNEN und sind damit voll cool…:-)… Herzliche Schmunzelgrüsse aus der warmen Stube (ohne Mütze) Andrea

        • 😆 Stimmt! Und so lange wir die Mützen nur draußen brauchen ist doch alles gut! Hach, an der Heizung ist es wunderbar kuschelig 😉

          Wärmende Grüße zu dir, Emily (auch ohne Mütze)

  8. Kalt war’s bei uns auch. Trotzdem war ich mit Töchtern und Freunden mit den Hunden draußen. Und weil es so glatt war, hat einem die schiere Angst, dass es einen auf den Hosenboden setzen könnte, schon eingeheizt.
    Eine gute Woche dir und einen wunderschönen Dienstag!
    Grüssle Heidi

    • Falle bloß nicht auch noch hin!
      Ich habe deine Bilder bei fb gesehen. Die beiden hatten ja augenscheinlich viel Spaß. Kälte hin oder her!

      Komme gut in die neue Woche!

      Alles Liebe, Emily

  9. Da fällt mir doch sofort ein verstümmelter, alter Werbespruch ein: „Wenn’s stürmt oder schneit“, irgendwie geht der Text weiter, dann kommt noch “ … Medina …“. Heute würde man dazu Funktionsunterwäsche sagen. Das wäre mein erster Tip. Der Zweite: Warm drücken lassen!
    Liebe Grüße C.H.

    • Okay, mit anderen Worten, ich muss mich in das Zeug einwickeln, dann klappt es auch mit der Wärme. Ohooooder aber… guter Tipp 😉

      Liebe Grüße, die Emily

  10. „Mal ganz ehrlich, wenn es so richtig knackig kalt ist, …“ lässt man am Fahrrad etwas Luft aus den Reifen. Besserer Bodenkontakt.
    Und morgen kommt das SchröderKristinMinisterchen und killt den Eskimo eiskalt.

      • Nicht ihm, dem E., sondern Emily, denn sie räumt ja aktuell die Sprache um. Neger und Eskimo und Schuhe wichsen usw. – geht alles nicht mehr!
        Eben wieder gesehen, an der Haltestelle mit Frostboden scheint es kalte Füße zu geben. Entfällt beim Pedal. Cool!

        • Aaaach sooooooo… na ja, ein bisschen umräumen kann ja nie schaden. Hilft dabei eine andere Sichtweise zu erlangen. Manchmal. Also hin und wieder 😉
          So, und dann jetzt mal die dicken Schuhe untergeschnallt! Dann gibt es auch keine kalten Füße nicht!

  11. Hab in einer Internet-Meldung von Blitzeis und knackigem Frost in D gelesen. Schöne Winterlandschaften sehen ja zauberhaft aus, aber klamme Finger und blaugefrorene Ohren? Nein, vielen Dank!
    Hoffe, Du kommst gut durch das Verkehrs- Eischaos!!!!

    • Ja, ist im Moment nicht ohne hier. Wenigstens das Auge hat etwas von der Schnee-Kälte. Der Berufsverkehr hat allerdings enorme Probleme. Tausende Kilometer Stau sind täglich die Folge. Bis jetzt ist alles gut und ich hoffe, das bleibt auch so. Danke dir!

      Liebe Grüße zu dir!

  12. Wir hatten heute Nacht Neuschnee und es ist knackig frostig. Also, Zwiebelschalenlook, denn unsere Schule ist immer überheizt und zeitig los, damit ich mit 30 vor mich hintuckern kann. Ich fahre 11 Kilometer durch eine Waldallee, die nicht geräumt wird 😯 .
    Komm gut durch den Tag.

    LG Anna-Lena

    • 11 Kilometer? Au backe! Bei uns hat es zwar nicht mehr geschneit, aber es ist klirrend kalt! Mir reicht es 😉

      Fahre vorsichtig, liebe Anna-Lena!

      ♥lich, Emily

  13. Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass du heute Geburtstag hast.
    Da komme ich gern noch einmal zurück, um dir von Herzen zu gratulieren.
    ♥♥♥♥♥♥♥

  14. Pingback: Von Mittwoch bis Dienstag – die etwas andere Blogrolle (2) « Claras Allerleiweltsgedanken

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