Kochen wie die alten Römer II.

Wenn man den Berichten der Archäologin Glauben schenken darf, dann haben die alten Römer zu jeder Tageszeit Wein getrunken. Das Wasser war nicht rein. Der Wein hingegen schon. Die Soldaten erhielten eine fest zugeteilte Menge an Wein pro Tag, nämlich zwei Liter. Man soll ja auch viel trinken, das weiß man auch heute. Allerdings wurden die Flüssigkeiten ausgetauscht.

Die Tunika eignete sich auch hervorragend darin, in deren Falten, Lebensmittel verstauen zu können. Schon am Morgen haben sich die, die es sich leisten konnten, Gedanken darüber gemacht, wo sie am Abend eingeladen werden konnten. Diesen Deal haben sie im Dampfbad oder in der Uni geschmiedet. War man dann eingeladen, so konnte man praktischerweise auch Leckereien prima in den Falten des Gewandes mit heim nehmen.
Hier fanden Täubchen, Eier, Brot, Fisch und viel anderes Platz. Heute nennt man das Eintopf…

Gekocht wurde, aus erkenntlichen Gründen, mit viel Kümmel. So ließen sich die Winde im Zaum halten. Vermutlich.

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, bei den Rezepten!

Samsa – Olivenpaste

  • 1 Dose entsteinte schwarze Oliven (bitte keine gefärbten!)
  • 1 TL Kümmel
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Fenchelsamen
  • 1 TL Anis
  • 1 TL Meersalz
  • Olivenöl

Die Oliven in einem Sieb abtropfen lassen und anschließend mit einem Pürierstab pürieren. Alle Gewürze werden dann mit dem Salz im Mörser zermahlen. Auf etwa 1 Tasse Olivenpüree, kommen 2 gestrichene Esslöffel der gemahlenen Gewürze. Alles miteinander vermengen und Olivenöl dazu geben. Dieser Aufstrich passt sehr gut zu den Mostbrötchen!

Patina de Pisciculis – Fischpfanne mit Rosinen

  • 4 Seefischfilet (z. B. Kabeljau, Rotbarsch)
  • 2 Zwiebeln
  • 2 EL Öl
  • 1/2 L Weißwein
  • 2 EL getrockneter Liebstöckel
  • 1 EL Oregano
  • 1 Handvoll Rosinen
  • Frisch gemahlener Pfeffer (schwarz)
  • 1 Glas Fischsauce
  • (frischer Liebstöckel, Semmelbrösel)

Die Fischfilets werden in etwas Öl hell angebraten. Dann herausnehmen und beiseite stellen. In derselben Pfanne dann die Zwiebeln hell anschwitzen. Wenn das geschehen ist, den Weißwein angießen und die restlichen Zutaten hinzufügen. Alles sämig einkochen lassen. Das kann eine Weile dauern!

Die Fischfilets einlegen und alles noch einmal für max. 10 Minuten bei schwacher Hitze gar ziehen lassen.

Alles nach Bedarf mit Semmelbröseln binden und frischen Liebstöckel (wenn man den nicht hat, ist es auch nicht schlimm) aufstreuen.

(etwas unscharf, ich weiß)

Die alten Römer haben Fleisch und Fisch immer mit Süßem kombiniert. Oft eben mit getrockneten Weintrauben oder Aprikosen. Süße Speisen wurden im Gegenzug ebenso mit herzhaften Gewürzen verfeinert, z. B. mit Kümmel. Kümmel findet, wie schon erwähnt, nahezu überall Verwendung. Jetzt wissen wir ja auch warum!

Insgesamt haben wir 8 Gerichte gekocht und ich muss sagen, es hat wirklich viel Spaß gemacht. Die Archäologin hat während des Essens viel über die Ausgrabungen und über die Lebensgewohnheiten der Römer erzählt, die man bis dato hat erforschen können. Es war toll in eine vergangene Zeit einzutauchen.

Emily. Alea iacta est.

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12 Gedanken zu „Kochen wie die alten Römer II.

  1. Kümmel ist ja auch nicht schlecht, und heute noch teilweise beliebt. Manche mögen ihn gar nicht….
    Dein begeisterter Bericht kommt bestens rüber.
    Siehste, da lag ich mit meinen Bananen zusammen mit Krautsalat und Tomaten zur Bratwurst gar nicht so daneben.

  2. Das Foto sieht… hmm… LECKER aus… 😯

    Naja, ich steh aber zugegebenermaßen auf süß-deftig Kombinationen. Nur mit Kümmel kann man mich jagen…
    Danke für den tollen Bericht!

  3. Olivenpaste…. lecker. kaufe ich mir normalerweise im bio-supi. sicher nicht nach altem römischen rezept. deren würzgewohnheiten sind ja gewöhnungsbedürftig. und zwischen süß und herzhaft machten sie keinen unterschied, wie du schon andeutest, – da wurden schon mal gebratene pfirsische an blutwurst verspeist. – aber geschmack ist zum großen teil erziehungssache, wie wir wissen.

    • Du, ist so schnell selbst lecker gezaubert. Die Oliven in natur und dann köstliche Kräuter. Diese Paste bereite ich auch so gerne zu. Bestens! Den Glüh-Gewürzwein kann ich übrigens sehr empfehlen. Der ist a) vegetarisch & b) echt guuuut! Und man weiß, was drin ist! So viele Argumente (und Geschmacksempfehlungen) sprechen wirklich dafür 😉

  4. Mit dem „Glas Fischsauce“ meinst Du da die asiatische Fishsauce? Kann wohl nicht sein, oder? Fischfond? (Sorry für die dumme Frage, ich weiss ja nicht, was ihr in D so zu kaufen bekommt)

    • Doch doch, ich meine die asiatische Fischsauce. Die benutze ich auch so für vegetarische oder Fischcurries. Wir haben eine große Auswahl an Fischsaucen und die können was. Salz ist da nicht mehr nötig.

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