Umzüge haben es in sich!

Da kommt man zumindest ordentlich ins Schwitzen und man weiß am Ende des Tages, was man getan hat. Das Praktische an einem Umzug ist immer die Tatsache, dass man sich von einem ganzen Schwung an Gegenständen trennen muss/kann/darf. Stets nimmt man sich vor, sich nie, nie, nie, nie wieder die Ecken voll zu packen! Und genau dieses Vorhaben ist, wie auf wundersame Weise, nach spätestens 6 Wochen nach dem Umzug wieder vergessen.

Heute war es für meine Freundin Rieke und ihren Mann soweit.

Wir trafen uns in der Frühe, um die ersten großen Gegenstände von A nach B zu transportieren.

Das Wetter hätte durchaus besser sein können. Dauerregen ist bei einem Umzug nicht wirklich hilfreich, aber wir waren ein gutes Team und haben uns auch von diesem nassen Zeug nicht ärgern lassen!

Der erste Lieferwagen war schnell voll gepackt. Schnell also einmal zum Standort B gefahren, ausgeladen und zurück. Nun ging es daran, das große Sofa zu zerlegen und den Lieferwagen schleunigst wieder zu beladen.

Die Männer mussten die Treppen ganze drei mal bewältigen, um alle Teile im Wagen verstauen zu können. Wir sahen ihnen vom Fenster aus dabei zu und unterhielten uns. Nachdem die Herren mit ihrer Arbeit fertig waren, schritten sie wieder auf den Hauseingang zu, um weitere Teile zu holen.

Rieke: „Schnell. Wir können hier nicht so am Fenster herum stehen! Wir müssen etwas in die Hand nehmen. Wie sieht das denn sonst aus?“

Wir waren keineswegs faul… es hatte sich lediglich eine kleine, unbeabsichtigte Pause eingeschlichen. Jedenfalls lachten wir und schnappten uns schnellstens Arbeitskram.

Ich holte mir den Besen heran und Rieke wühlte in einem Karton, als die Männer zur Tür herein kamen.

„Na? Was macht ihr denn hier? Weiter seid ihr noch nicht?“, frotzelten die Burschen.

Rieke: „Wir arbeiten. Siehst du doch! War schwer das große Sofa in den Wagen zu heben, was?“

„Woher weißt du das? Habt ihr uns etwa vom Fenster her zugesehen? NA??? Habt ihr Pause gemacht?“, fragte Riekes Mann.

Ich pfiff leise vor mich hin.

Rieke: „Quatsch! Ich bin nur zufällig am Fenster vorbei und habe euch starken Männern kurz zugesehen. Für mehr hatten wir überhaupt keine Zeit!“

Während die anderen wieder Teile transportierten, sahen wir beide uns über unsere Schultern an und grinsten.

„Soll ich die Kissen alle schon einmal in dein Auto bringen?“, erkundigte ich mich bei meiner Freundin. Mehr war im Moment einfach nicht zu tun und zur Couch gehörten bestimmt 20 Kissen.

Rieke gab mir den Schlüssel zu ihrem Geländewagen und ich schnappte mir so viele Kissen, wie ich tragen konnte.

Der Regen war wieder stärker geworden und ich lief über die Einfahrt zu ihrem Wagen.

Ich steckte den Schlüssel in das Schloss vom Kofferraum, drehte den Schlüssel, öffnete den Kofferraum und blieb erstarrt stehen.

MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP…

Der Krach der Alarmanlage von diesem Gerät war ohrenbetäubend!!

Shit!

MÖÖÖP MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP…

Ich warf die Kissen in den Kofferraum und flitzte um den Wagen. Schnell steckte ich den Schlüssel in die Beifahrertür, in der Hoffnung, dass die Alarmanlage verstummen würde.

Fehlanzeige!!!

Sie dröhnte in meinem Ohr und ich wollte gerade um Hilfe rufen, als Rieke um die Ecke kam. Sie lachte!

Na, wenigstens einer von uns.

MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP…

„Du kannst nicht einfach mein Auto klauen!!“

Sie steckte den Schlüssel in die Zündung und alles war wieder leise.

„Hahaha!!! Witzbold! ICH HAB MICH GANZ DOLL ERSCHROCKEN!!“, wehrte ich mich.

In der Zwischenzeit stand auch schon die halbe Nachbarschaft auf der Straße.

Ich lächelte unsicher und lief weiter, um die anderen Kissen zu holen. Als ich alle beisammen hatte (also, Kissen meine ich), langte ich an die Fahrertür um den Autoschlüssel abzuziehen.

MÖÖÖP MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP…

Bitte, bitte NICHT SCHON WIEDER!!!

Ich versuchte den Schlüssel zu drehen, Knöpfe zu drücken und rannte dann einfach weg.

Rieke? Rieke! Dein Auto fasse ich NIE NIE NIE wieder an!!

Sie lachte, stellte die Nervensäge ab und winkte den Nachbarn zu.

Ganz großartig!

Wir fuhren alle wieder los, um die nächste Fuhre abzuladen und aufzubauen.

Ja, so ein Umzug hat es schon in sich. Und es ist immer gut, wenn man neben all der Arbeit auch genug zu lachen hat 😉

Fleißige Grüße zum Abend und kommt gut in die neue Woche,

Emily

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22 Gedanken zu „Umzüge haben es in sich!

  1. Ich finde solche Auto-Alarmanlagen immer so prickelnd, wenn sie des Nachts losgehen, und der Lärm durch die Straßen gellt, bis in die frühen Morgenstunden, immer von fünfminütigen Pausen unterbrochen, während deren man sich stets erleichtert denkt „Endlich, endlich kann ich wieder einschlafen!“, das sich aber als Irrtum erweist, und das Getröte erneut anhebt, bis in der Morgendämmerung der Wecker klingelt. Ich habe schon so manches Mal den Besitzern solcher Autos und der dazu gehörigen Alarmanlagen bestimmt nichts Gutes an den Hals gewünscht… 😉

    • Und sicher denen, die die Alarmanlage gestört haben. Denn die gehen doch sicher nicht einfach nur so an. Da muss es doch Anstifter geben! Und wenn es Vierbeiner sind 😉

  2. Pausen müssen einfach sein. Meinst du, die Männer malochen ohne Luft zu holen durch?
    Jaja, die Ecken, die Keller, die Abstellräume, die voll sind mit allem Möglichen, was man nie mehr braucht. Wir versuchen, jedes Jahr so um Silvester, mal wieder auszuräumen. Ist gar nicht schlecht.
    Aber so ein Auto mit Alarmanlage kann echt nerven.
    So eine riesige Couch hatten wir auch mal, wo Kissen unabdingbar waren. Die haben wir dann aber doch der Umweltwerkstatt vermacht. Innerhalb ein paar Tagen war sie da auch wieder weg, lach. Sah eben super aus.
    Hach, gerade mal wieder ein Regenpause, sogar die Sonne traut sich….

  3. Natürlich die Emily wieder. Wie kann es anders sein? Ich kann mir vorstellen, wie Du mit hochrotem Kopf versucht hast die Alarmanlage abzuschalten.

    Danke für die lustige Geschichte und einen schönen Abend – ohne Alarmanlage.

    LG Harald

    • DAS habe ich versucht! Ich habe alles gedrückt, was ich gefunden habe. Allerdings völlig umsonst! Ich war knallrot! 😉

      Liebe Abendgrüße, Emily

  4. Mein Papa saß mal im Auto und dachte, im Auto neben ihm wäre die Alarmanlage an, dabei war es sein eigenes 😆 – er wusste nicht, dass er eine hat 😉

    Umzüge sind immer mit Muskelkater verbunden finde ich…

    • Wie witzig! 😆 Welch‘ Überraschung!!
      Der Muskelkater ist ausgeblieben. Bedeutet vielleicht, dass ich noch gut in Form bin 😉

  5. Das hast du gut beschrieben, liebe Emily. Obwohl ich das Wort Umzug gerade nicht so gerne hören mag, habe ich mich sehr amüsiert. Ja, es ist gut, wenn man immer noch genug zu lachen hat.

    Liebe Grüße von der Gudrun

    • Hilft das Wort: Renovierung? Da helfe ich aktuell auch gerade. Ist also ähnlich 😉 Wenn man lacht, dann geht einem die Arbeit schneller und leichter von der Hand. Vielleicht hatte ich auch daher keinen Muskelkater.

      Viele liebe Grüße von der Emily

  6. Deinen Arbeitsbericht 😉 zu lesen war äußerst lustig/interessant/unterhaltsam. Schön, dass ich nicht mehr dazu beitragen muß, schon die Erinnerung daran reicht aus.
    Liebe Grüße von Isolde

    • Ist doch tatsächlich so. Wer denkt schon gerne an Umzüge? Oft reicht schon eine Urlaubsreise aus 😉

      sonnige Grüße zu dir (ohne Spinnen) 😉

    • Lieben Dank! Ja, ich bin auch noch als Helferin bei einer Renovierung unterwegs. Vielleicht ist es wirklich ein Virus?! Steckt mich bloß nicht an! 😉

      Liebe Grüße zu dir, Emily

  7. Schrecklich so ein Lärm. – Habe fast eine ähnliche Geschichte zu erzählen. Ich unterwegs im Ausland, historische Stätten besuchen im Mietwagen mit Alarmanlage. Wie und warum das Ding an und aus ging habe ich nie verstanden.

    Bei den besichteten Stätten war auch ein wunderschöner, spezieller Friedhof. Ich parke den Wagen, steige aus, kommt ein Trauerzug um die Ecke, auf den Friedhof zu. Ich schließe den Wagen … bitte, bitte, möge es gutgehn! … MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP MÖÖÖÖP… Die Leute in Schwarz sehen sich um… Du kannst dir ausmalen, wie man sich fühlt: Wie der letzte Dreckstouriarsch.

    • Soll ich dir etwas verraten? Das hätte mir auch passieren können. Dafür habe ich ja eh ein Händchen. Aber ich sehe mir auch gern alte (spezielle) Friedhöfe an, die Geschichten zu erzählen haben.
      Autsch!! Und dann das? Hut ab, mein Lieber!

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