Mis(t)sverständnis

Es gibt Menschen, die setzen sich an ihren PC, wählen eine Reise, buchen sie und aalen sich in ihrer Vorfreude.

Und dann gibt es Menschen wie mich: Emily Rosensteuz!

Alles begann an einem Dienstag und mit der fixen Idee: Ich will weg.

Mit ein paar freien Tagen in Aussicht, musste ich also dringend einen Plan aushecken, der es mir ermöglicht an einen schönen Ort zu fahren.

Die Rahmenbedingungen habe ich in Windeseile festgesteckt: Kurz weggefahren, schnell hin gekommen, in der Nähe und schön leise.

In meiner Pause ergatterte ich einen freien Internetzugang und surfte kurzerhand im großen WWW. Ich blätterte Seite um Seite und fand urplötzlich ein geeignetes Domizil.

DA WILL ICH HIN!

Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass die Pause in wenigen Minuten um war.

Ich hatte einen wichtigen Termin.

Sollte ich jetzt noch buchen?

Ach, Papperlapapp!

Nicht lange überlegen, fertig machen!

Nachher ist die hübsche Hütte weg und dann???

Und so erfasste ich schnellstens alle erforderlichen Daten und schickte das Formular ab. Es legte sich ein Werbefenster über die Seite.

So ein Blödsinn!!

Ich klickte sie weg und konnte nicht erkennen, ob ich jetzt gebucht hatte oder nicht. Ich suchte etwas wie einen „Sie haben gebucht“Button. Der war aber nicht da.

Schnell erfasste ich den ganzen Kram noch einmal. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass ich nun leicht überfällig war… Wieder öffnete sich dieses doofe Werbefenster und wieder klickte ich es weg und wieder konnte ich nicht erkennen, ob ich jetzt gebucht hatte oder nicht. Schwer zu erklären, ist aber so. Keine Zahlungsabwicklung, nichts. Und ich hatte auch keine Zeit mehr, mich intensiver mit dem Portal zu befassen.

Also verließ ich das Programm mit dem Ziel, mich zu hause in aller Ruhe darum zu kümmern.

Stunden später saß ich denn also zu hause am Rechner und wählte mich auf die entsprechende Seite ein.

Dumdidumdidumdidum

Das Hotel war noch greifbar…wie fein… ich tippte alles ein und ging ans Telefon, weil es gerade jetzt schellte.

Während des Gespräches tippte ich multitaskingmäßig weiter und … mmmhh, hatte ich jetzt auf den Weiter-Button gedrückt oder nicht?

Es kam keine Bestätigung. Dann also vermutlich nicht. Ich wiederholte die Eingabe, verabschiedete meine Freundin am Telefon und buchte schleunigst. Wieder zeigte sich dasselbe Bild wie am Vormittag. Jetzt nahm ich mir aber die Zeit, mir diese Seite mal genauer anzusehen und siehe da… die Buchung war durchaus erfolgt… „Wir schicken Ihnen die Abrechnung an die genannte E-Mailadresse“.

Ich schluckte in böser Vorahnung und öffnete mein E-Mailpostfach. 4 Abrechnungen. 4x das gleiche Hotel… 4x inklusive Massage…

Mir wurde schlecht. Aber so richtig.

Mit zitternden Fingern tippte ich die Nummer der Hotline dieses Veranstalters. Kostenpflichtig versteht sich. Nach einer gefühlten Ewigkeit und vermutlich einige Euronen weiter, stornierte ein freundlicher Engel meine Fehlbuchungen.

Alles gut soweit, sollte man denken…

Am nächsten Morgen erhielt ich von dem Hotel eine Buchungsbestätigung. Leider für einen anderen Zeitraum.

Ich rief in dem Hotel an, um das Mis(t)sverständnis aufzuklären.

Empfangsdame: „Oh, das tut mir wirklich leid, aber die Buchung kann nur Ihr Reiseveranstalter ändern.“

Klar…wäre ja auch zu einfach gewesen…

In meiner Pause wählte ich die Seite des Veranstalters an und schickte denen einfach eine E-Mail. Doch ich erhielt keine Antwort an diesem Tag. Am kommenden Tag ebenfalls nicht. Ich muss zugeben, langsam wurde ich wieder nervös.

Ich suchte mir eine Telefonnummer und wählte mich Tags drauf wieder durch die Telefonhotline. Wieder und wieder. Ich konnte diese beknackte Überbrückungsmusik langsam schon nicht mehr hören. Es ist ja auch so, wenn man sich bei so einer Hotline einwählt und schon eine Weile in der Leitung hängt, traut man sich ja nicht einmal mehr auf die Toilette zu gehen. Ewig passiert nichts und plötzlich nimmt jemand ab. Über die folgende Konversation will ich mich gar nicht auslassen!

Ich kam auf gerade diesen Gedanken, weil mich die Blase drückte, als ich plötzlich die erlösende Stimme hörte (siehste?!): „Guten Tag, meine Name ist Frau Slibowits, was kann ich für Sie tun?“

Ausgerechnet jetzt standen zwei Kollegen im Raum und ich starrte ungläubig auf mein Handy. Die Stimmen meiner Kollegen verstummten. Sie waren jetzt ganz Ohr…

Na toll! Egal.

Ich: „Hallo?! Oh, ich hoffe Sie können mir behilflich sein. Es ist folgendes passiert ….“ und so wiederholte ich mein Mißgeschick.

Sie: „Dann nennen Sie mir doch bitte Ihre Auftragsnummer. Das kriegen wir schon hin.“

Ich: „Ehrlich? DANKE!! Meine Auftragsnummer lautet: 123456789.“

Sie: „Das kann nicht sein, unsere Auftragsnummern sind nicht so lang. Sie beginnen auch immer mit einer 3!!?“

Ich: „????“

Sie: „????“

Ich sah auf die E-Mail mit den Stornos, die ich mit meinem Handy abgerufen hatte und sah plötzlich, dass der Absender ein anderer Anbieter als dieses Onlineportal war…

Ich: „Äh, wissen Sie was, ich gucke einfach noch mal in Ruhe nach, was ich da gemacht habe…“

Sie: „Nein, leiten Sie die E-Mail jetzt einfach mal an mich weiter. Wir klären das schon.“

Und ihr zeigen, dass die E-Mails gar nicht von denen kommen? Und ICH nicht in der Lage war, die E-Mail richtig zu lesen?

Ich: „Danke. Ich melde mich!“

Schnell legte ich auf. Mir wurde heiß und kalt.

Feierlich gelobte ich, dass ich meine nächste Buchung entweder in ALLER RUHE, SORGFÄLTIG und GEWISSENHAFT erledigen werde und niemals nicht nie noch einmal mal eben schnell „hektisch über’n Ecktisch“.

Und so rief ich die Hotline des anderen Anbieters an. Leute, ich kann euch gar nicht sagen, wie strubbelig ich mittlerweile war! Und wieder hatte ich irgendwann eine freundliche Stimme am Ohr und WIEDER wiederholte ich meine Sorge und WIEDER nannte ich meine Auftragsnummer. Doch dieses Mal war sie korrekt und bekannt. Und ENDLICH kam ich zum Ziel. Und glaubt mir, ich habe mir einen kleinen Urlaub echt verdient 😉

Also, passt auf euch auf und bis die Tage!

Alles Liebe,

die Emily on Tour

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42 Gedanken zu „Mis(t)sverständnis

  1. Da teilen sich also deine Reisekosten in Buchungs- und Nichtbuchungskosten und in wahre Unterhaltungs- und Erholungskosten.
    Also nicht: „Hektisch über’n Ecktisch“ sondern „Gut Ding will Weile haben“
    Gute Erholung!

    • Liebe Clara, ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Es waren wahre Erholungskosten, absolut!
      Ich war dringend urlaubsreif. Ehrlich. Und dann kommt das dabei heraus!
      Gute-Nacht-Grüße, Emily

  2. das ist ja eine tolle Geschichte.
    Da ich auch nicht sicher war, bin ich vor dem Klicken doch lieber zum Reisebüro getigert. Allerdings gab es dort nicht die „Schnäppchen“. Dafür fühlte ich mich aber sicherer und konnte letzte Woche meinen Urlaub in Schottland genießen.
    Viel Spaß auf deiner Reise wünscht Lilofee

    • Oh wie schön! Schottland? Und? Bist du gut erholt? Hattest du eine schöne Reise?
      Einen persönlichen Ansprechpartner zu haben ist Gold wert. Sehe ich auch so.

      Liebe Grüße, Emily

  3. Holla die Waldfee.
    Ich hatte letzte Woche im TV gerade einen Beitarg über Mehrfach Buchungen gesehen… Da kamen die Leute ins Schwitzen… 🙂

    Hab schöne freie Tage und geniesse sie!
    Doppelt und dreifach wenn es sein muss

    Liebe Grüsse
    kkk

    • Ich habe auch geschwitzt. Das kann ich dir wohl sagen.

      Ein paar Tage reichen schon aus, um mal wieder ein bisschen runter zu kommen. Wurde Zeit. Vierfach! 😉

      Liebe Grüße in die neue Woche, Emily

    • Danke dir! Die Erholung hatte ich wirklich dringend nötig. Und wenn es nur ein paar Tage sind, so hilft es schon dabei einfach mal abzuschalten.

      Liebe Grüße, Emily

  4. Ach Emily, ich musste wieder herzhaft lachen 😆 . Nimm es nicht persönlich 😯 , ich hoffe, du konntest wieder richtig alles geradebiegen und erholst dich nun in einer gemütlichen Hängematte unter Palmen… 😉

    • Nein, lachen ist hier ausdrücklich erwünscht! Es hat alles geklappt. Leider waren da keine Palmen und auch keine Hängematte, aber ich habe mich dennoch mal kräftig hängen lassen 😉
      Danke dir und liebe Grüße,
      Emily

  5. boooaahhh … ääääh… E-m-i-l-y … da kann einem aber heiß werden!!!
    (obwohl ich doch schmunzeln musste). Jetzt schalte nur noch ab, genieße die Ruhe und erhole dich ! Das wünscht dir
    Rose

    • Mir war auch heiß und zwar so was von!
      Aber das Abschalten war schon gut, auch wenn es nur ein kurzer Ausflug war. Egal!

      Komme gut in die neue Woche, Emily

    • Dann weißt du ja, wie es mir ging. Ich war im Osnabrücker Land. Viel zu berichten habe ich nicht mitgebracht, ich brauchte wirklich mal eine Pause.

  6. Ach du meine Güte.
    Da warst du ja fleißig, lach.
    Buchen, buchen, buchen, es ist gemein, wenn diese doofen Werbefenster aufgehen.
    Bist du schon weg?
    Gleich in 5 Minuten kommen der Stratmann aus Westerholt.

  7. In der Ruhe liegt die Kraft. Was Du immer erlebst. Hast Du schon mal daran gedacht ein Buch mit diesen Geschichten zu schreiben? 😉
    LG Harald

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