Österliches Bürogeflüster

Irgendwie… ehrlich, ich erinnere mich nicht mehr genau an den Weg, der uns zu diesem Punkt des Gespräches geführt hat… kamen mein Kollege und ich auf das Thema „Männer & Frauen“. Dieses Thema ist unerschöpflich und bietet immer Gesprächsstoff.

Er: „Frauen hätten ja gar nicht überlebt…ohne uns Männer, damals. Schließlich haben wir die Nahrung besorgt. Wir haben uns um das Wildschwein gekümmert. Es gejagt. Und erlegt. Und zurück zur Höhle gezogen…“

Ich: „Die Frauen haben dafür ein Kind nach dem anderen zur Welt gebracht, die Höhle sauber gehalten und das Schafsfell geschrubbt, den Grillspieß gesäubert und den Männern den Hintern gepimpert!“

Er: „Aber, WIR HABEN FÜR DAS WILDSCHWEIN GESORGT! Wir haben uns darum gekümmert, dass alle Nahrung hatten! Hättest du es gejagt und gemeuchelt?“

Ich musste einen Augenblick darüber nachdenken. Mir kam prompt ein Hoppelhase in den Sinn. Um Ostern herum haben Hase und Puschelküken nun einmal einen besonderen Platz in meinem Herzen.

Würde ich die erlegen wollen?

Ich: „Wenn ich mal darüber nachdenke, dass mich da so ein Hase aus dem grünen Gras heraus anguckt… mit seinen schwarzen Kulleraugen… [dramatische Pause und Hasenkulleraugenblick] dann würde ich lieber Beeren pflücken. Oder Fisch essen! Oder Fisch mit Beerenfüllung. So, und wohl hätte ich dann überlebt!“

Wir zankten uns noch ein bisschen, lachten und ich trollte mich anschließend wieder zurück in mein Büro.

Kurz darauf blieben zwei Arbeitskollegen beim Verlassen unserer Abteilung noch in meinem Büro hängen. Ich freue mich immer sehr über Abwechslung und so gerieten wir ins Plaudern.

Mein Kollege, der mit mir gedanklich gerade noch in der Steinzeit war, kam ebenfalls hinzu.

Zusammen kamen wir nun auf Ostern zu sprechen und mein (Steinzeit)Kollege erinnerte sich an ein Familiendrama, das sich vor Jahren zum Ostersonntag ereignet hatte: „Ich erinnere mich daran, wie wir damals mit meinen Eltern und meiner Schwester am Ostersonntag auf dem Weg in den Wald waren. Wir fuhren ein ganzes Stück. Das Wetter war schön und wir waren gut gelaunt. Bevor wir dann auf den Parkplatz zufuhren, bremste mein Vater etwas ab. Meine Eltern wurden schlagartig ruhig. Wir Kinder sahen aus dem Fenster und sahen einen toten Hasen am Wegesrand liegen.“

Was für eine Dramatik!

Ergriffen sah mein Kollege uns Drei an und sprach mit gesenkter Stimme weiter… „Damals… war ich unendlich traurig. Ich weiß noch, wie ich meinen Vater ansah und zu ihm sagte: Papa, hoffentlich hat er noch geschafft die Geschenke zu verstecken…“

Ich hoffe, eure Hasen haben alle überlebt und ihr habt auch keine auf eurem Teller. Somit wurde vielleicht auch die ein oder andere kleine Überraschung versteckt 😉

Ich wünsche euch ein frohes und glückliches Osterfest!

Alles Liebe,

die Emily

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25 Gedanken zu „Österliches Bürogeflüster

  1. Ich wünsche Dir auch leckeren Hasenbraten… äh… frohe Ostern, liebe Emily 😉
    Bin mal gespannt auf das Fisch/Beeren-Rezept 😉
    Liebe Grüße!

    • Nein…. es gab doch keinen Hasenbraten. Das hätte ich nicht über’s Herz gebracht 😉
      Und übrigens, muss ich den Fisch wirklich mit Beeren füllen? Jetzt mal nur so unter uns gefragt? Hm?

      Einen lieben Gruß zu dir!

    • Früher war es an der Tagesordnung, die Kaninchen aus den heimischen Ställen zu verspeisen. Ich erinnere mich an die flauschigen Puschler. Bei uns gab es sie allerdings nicht. Dennoch bin ich kein Kaninchenfan. Die Vorstellung allein reicht…

      Ich hoffe, du hattest ein schönes Fest, liebe KKK ♥

    • Ich musste am WE auch ganz oft an den Satz denken. Bin ich doch an einigen überfahrenen Exemplaren vorbei gedüst…
      Arme Fluschis!

      Liebe Grüße, die Emily

  2. *lach* Bei uns gibt es keinen Hasen zu Ostern, also kommen die Geschenke vermutlich an (wenn wir denn welche machen würden ;-)).

    Ich drücke Dir wegem dem Flug natürlich gaaaanz doll die Daumen!

    Ein schönes Osterfest wünsche ich Dir
    Liebe Grüße
    Katinka

    • Ich hatte ebenfalls keinen Hoppler zu Ostern! Somit hoffe ich, gab es überall genug versteckte Schokoladeneier. Die „echten“ sind ja wegen des Dioxins zur Zeit nicht so gefragt.

      Danke für’s Daumen drücken. Sieht aktuell leider nach Verschiebung aus …

      Eine schöne Woche wünsche ich dir & liebe Grüße, die Emily

  3. Hehe. Meines Wissens gabs damals nur jeden zweiten Sonntag einen Wildschweinbraten. Viel öfter waren die Jäger nicht erfolgreich. Dazwischen gabs nur von den Frauen Gesammeltes: Beeren, Pilze und Krabbeltiere.

    • Käfer? Meinst du, es gab vielleicht *schüttel* Käfer? Vielleicht gab es alternativ Wurzeln oder die kluge Frau hatte im Garten längst Kartoffeln angebaut…
      Außerdem hätte man(n) auch Fische fangen können. Okay, in den Bergen und im Wald vielleicht nicht so einfach. Aber mit einem bisschen was an Kreativiät…?!

  4. Außerdem, was noch viiiiel wichtiger, als das Wildschwein zu erlegen: Wer hätte es zubereitet? Ha! Und dann wären se nämlich alle verhungert. Was heißt das? Männer hätten ohne die Frauen nicht überlebt… So! 😉

  5. Dir auch frohe Ostern, liebe Emily. Hase? Nö… Liebe Eiweiß und Hasen haben viel Protein… Aber dann lieber Seelachs, damit sie (von mir verschont) die bunten Eier verstecken können 🙂

  6. Doch, wir werden eine Hasenkeule am Montag haben.
    Aber das ist ja rührend, lach. Hoffentlich hat er vorher noch die Geschenke verteilen können.
    Praktisch veranlagt ist er also doch!
    Dir ein gesegnetes Osterfest, liebste Emily
    deine Bärbel

    • AHA!!! Ihr seid also die Häschenvernascher?! ^^
      Es war ein herrliches Osterfest und ich hoffe, für euch auch. Ich versuche heute Abend rum zu kommen.

      Alles Liebe, Emily

  7. Doch, doch, zu Ostern gehört ein Hoppler auf den Tisch und eigentlich hätte es den bei uns auch gegeben, wenn man nicht unserem „Hasenzüchter“ 5 Tage vor Ostern alle Hasen aus dem Stall geklaut hätte. 36 an der Zahl!
    Wenn ich jetzt hochrechne, wieviel Geschenke dir für mich hätten verstecken können, bekomme ich gleich einen Schluckauf….

    Liebe Emily, ich denke mal, du hast dein Ostern ganz prima über die Runden gebracht…

    • Da haben wir schon den zweiten Hasenvernascher *g* Das heißt, WENN er denn da gewesen wäre. Der Stall liegt wohl etwas entfernt von dem Haus oder? Ich könnte mir vorstellen, dass man 36 Hasen nicht so einfach klauen kann. Ob die jemand gemopst hat, damit die die Geschenke verteilen? Hört sich so an, als wußte da jemand ganz genau bescheid…

      Liebe Mandy, mein Osterfest war prima und ich hoffe, deines ebenso. Ich komme später mal rum und lese nach.

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