Große Futterei

Das Wochenende ist und war ganz nach meinem Geschmack. Am Freitag hatten wir eine Frauenrunde in einem kleinen griechischen Lokal. Das Essen dort ging in die Richtung: Viel Gemüse, gegrillter Fisch & Fleisch.

Wir erzählten, während das Essen nach und nach aufgetischt wurde. Oder vielmehr… wir versuchten uns etwas zu erzählen.

Ein Musiker baute nämlich alsbald Boxen und ein paar bunte, blinkende elektronische Teile dazu. Dann setzte er sich mit seiner Gitarre auf einen Schemel und spielte. Die griechische Musik war toll. Eigentlich. Denn sie wurde von einem Bass aus einer Bont.empiorgel untermalt. Kann man sich das vorstellen?

Die schönen griechischen Klänge wurden also permanent von diesem Plastikbass unterbrochen. Und das alles in laut.

Wir aßen gemächlich und sprachen lauter. Ständig hofften wir auf eine musikalische Pause. Aber Fehlanzeige. Nur der Bont.empibass wechselte mal die Bassgeschwindigkeit.

Als ich nach hause kam, hatte ich noch ewig das Gedüdele im Ohr!

*******

Gestern waren wir dann in der topf.gucker-Runde libanesisch essen und zwar im Maroush in Recklinghausen. Dieses Restaurant wurde vor langer Zeit von Christian Rach getestet und zeichnet sich durch eine frische Küche aus. Wir ließen uns einen Tisch voller Vorspeisen servieren und erzählten uns während des Essens dies, das und jenes. Wir tunkten Brot in köstliche Dips aus Minze, Knoblauch und Joghurt, aßen Salat von glatter Petersilie und Tomaten, Falafeln, gefüllte Weinblätter und gegrilltes Fleisch (für Michael).

Mit einem Mal wurde die Musik lauter…

Oha!

… das Licht wurde gedimmt… an Unterhaltung war leider nicht mehr zu denken. Das hatte zwei Gründe:

1. Es war schon wieder viel zu laut!

2. Eine Bauchtänzerin kam in den Raum und begann zur Musik zu tanzen!

Ahaaaaaaaa!

Toll sah sie aus! Sie trug ein weißes orientalisches Kleid und bewegte sich gekonnt zur Musik. Bei manchen Bewegungen konnte ich gar nicht glauben, dass die anatomisch überhaupt möglich sind!!

Ihr schwarzes Haar war fast hüftlang. Ihre Augen waren ebenfalls schwarz, wie Kohlestücke. Ihre Lippen rot wie Blut.

Eine gelungene und willkommene Essensunterbrechung!

Michaela wurde sogar aufgefordert mitzutanzen, aber sie lehnte mit freundlicher Zurückhaltung und einem kleinen Panikanflug in den Augen, ab.

Mit einem Dessert, einem Mokka aus Kardamom und starkem Kaffee rundeten wir das gute Essen ab und wir orderten die Rechnung.

Kellnerin: „Zusammen?“

Wir wollten getrennt zahlen und nun wurde es spannend. Die Kellnerin ließ die Rechnung bei uns und wir machten uns mit einem Rechner, Zettel und Stift daran, jedem seine Kosten aufzudröseln.

Michael las vor und ich tippte alles artig in den Rechner. Er notierte die Summen auf der Rückseite der Rechnung, dann nannte er jedem seinen Rechnungsbetrag.

Ich rechnete sicherheitshalber noch einmal alle Posten zusammen und… es waren 10,– EUR weniger, als die Rechnung eigentlich von uns verlangte.

???

Ich: „Mmmmh, da hab‘ ich mich wohl irgendwo vertippt!“

Also noch einmal alles von vorn.

Die Kellnerin fragte noch einmal höflich nach, ob denn auch alles in Ordnung sei und wir bestätigten das. Wir brauchten nur noch einen klitzekleinen Augenblick…

Nachdem wir das mit der Rechnung dann irgendwann geschafft hatten (danke Christian!), legte jede(r) von uns den Betrag in die Mitte und versuchte sich den Differenzbetrag wieder heraus zu nehmen. Am Ende war weniger drin, als wir reingelegt hatten… Was haben wir über uns selbst gelacht!

Schnell legte jeder wieder alles zurück.

Wir hoffen, die Leute aus dem Maroush haben jedes unserer Gesichter bis zum nächsten Mal wieder vergessen!

Nach einem letzten Absacker, in einer anderen netten Lokalität, ging wieder einmal ein sehr schöner Abend zu Ende und wieder war es schön in fremde Töpfe zu gucken!

Alles Liebe,

Emily

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16 Gedanken zu „Große Futterei

  1. Meine liebe Emily,
    da hast du heute morgen das Training wohl dringend gebraucht, lach.
    Erst griechisch, dann marokkanisch oder wie auch immer.
    jedenfalls hats geschmeckt. Das mit der Rechnung ist ja ein Ding.
    Die Dame hatte also keine Lust, das für euch auszurechnen. Sowas habe ich noch nicht erlebt.

  2. Und ob ich es dringend gebraucht habe 😉
    Wir haben es der Kellnerin freiwillig abgenommen und das war dann mit vielen Lachpausen gespickt!

  3. Was ist das für eine Unart, den Gästen die Gesamtrechnung einfach auf den Tisch zu legen, und ihnen dann das Ausklamüsern der jeweiligen Positionen selbst zu überlassen! So was hat mit einem guten Service nicht das Geringste zu tun – ach, was könnte ich mich jedesmal darüber aufregen!…

    • Du hast dafür ein anderes Verständnis. Wir haben uns dennoch wacker geschlagen und wir haben uns köstlich amüsiert 😉

      Herzliche Grüße zu dir!

  4. topf.gucker- runde ? Was ist das? Seid ihr eine Gruppe, die sich regelmässig zum Essen trifft?

    Ich musste so lachen!!! Schön geschrieben 😀 Und es kam mir einiges bekannt vor.

    Libanesisch….köstlich!!!!

    • Wir sind eine Gruppe, die sich vor einem Jahr zu einer Kochrunde zusammen gefunden hat. Wir haben einige Male gekocht, haben aber auch festgestellt, dass man auch gut in andere Töpfe gucken kann 🙂 So können wir meist mehrere Gerichte kosten, die andere für uns gekocht haben.

      Es war ganz schön lecker und reichlich Knofi war auch dran 😉

  5. Nein wie geil, im Maroush war ein Freund von mir auch letztens und fand es super. Ich selbst kenne es aus der TV Sendung mit Ch.Rach, war spannend, hatte aber das Gefühl „Das bringt nix“. Haben die ihren Verkaufswagen noch auf dem RE-Wochenmarkt? Dazu hatten der Besitzer in der „Rach Sendung“ nicht wirklich lust, allerdings war es eine gute Werbung für das Restaurant. Na ja manche lassen sich eben nicht zu ihrem Glück zwingen, selbst schuld.

    • Hallo Milka, lange nichts gehört. Ich hoffe, es geht dir gut 🙂
      Ich weiß gar nicht, ob die mit ihrem Wagen unterwegs sind. Mittlerweile haben sie wohl auch schon ein 2. Lokal eröffnet. Ohne Reservierung hätten wir jedenfalls keinen Platz bekommen!

  6. Soviel zu den Events. Essen bei lauter Musik – da stört irgendwas. Wenn das Auge mitisst, dann das Ohr bestimmt auch.
    In Südeuropa und südlich Drumherum kommt zum Tisch immer eine Gesamtrechnung. Ich glaube die verstehen das Auseinanderdividieren nicht wirklich. Wir tun uns umgekehrt schwer. Dann kommt es zu solch lustigen Szenen.
    C.H.

    • Mit einer Rechnung ist es eigentlich auch ganz einfach. Eigentlich. Jedenfalls haben wir ordentlich gelacht 😉

      Liebe Abendgrüße, die Emily

    • So lange ich kein Gedudel hören muß, ja. Ansonsten tue ich ja immer, was ich kann, so lange der Golfplatz noch nicht „trocken“ ist. Aber an diesem Wochenende könnte es etwas werden!

      Viele liebe Grüße zu dir.

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