Mit den Skiern unterwegs

wirrklich hat neulich meinen Blog von der Piste aus kommentiert. Ich fand das nicht nur witzig, dabei ist mir auch mein Skierlebnis eingefallen. Ich war bisher leider nur einmal im Skiurlaub und hatte daher auch nur ein einziges Skierlebnis.

Tja, und das war so…

Wir sind damals mit einer Gruppe zusammen nach St. Moritz geflogen. Hört sich dekadent an, war es aber gar nicht. Jedenfalls war es mein allererster Skiurlaub und ich war irre gespannt auf all das, was mich wohl erwarten würde.

Zunächst mal bezog ich, mit einer guten Bekannten unser Zimmer. Wir zogen uns unsere Michelin-Haut über und stapften durch den Schnee.

Es war herrlich. Die Sonne strahlte vom hellblauen Himmel auf Berge von Schnee.

Schließlich wartete die Skilehrerin schon auf uns. Eigentlich warteten da ein Lehrer und eine Lehrerin auf unsere Gruppe. Doch der gebräunte, gut aussehende Skilehrer ging mit den Könnern mit. Wir waren ja die blutigen AnfängerInnen.

Heidi und ich sahen dem Skilehrer nach, während er mit den anderen abzog und uns auf dem Babyhügel zurück ließ.

Unsere Lehrerin war ja auch eine super Nette. Nur halt nicht so..so… gut gebräunt eben. Aber da mussten wir halt durch.

Bevor wir auf den Tellerlift durften, mußten wir ein paar Übungen absolvieren:

1) Was ist ein Ski so ganz genau?

2) Was stelle ich mit den Stöcken an?

3) Wie kann ich bremsen, wenn ich dann mal unterwegs bin? Usw.

Bei Kindern ist es ja so, die Schnallen sich die Bretter unter und fegen los. Bei Erwachsenen ist es so, dass sie anfangen über das nachzudenken, was sie da tun und was passieren könnte. Michelinpolster hin oder her!

Heidi und ich folgten stelzig der Skilehrerin und allen Anweisungen, während Kinder, in der Größe eines Drei-Käsehochs, ohne Hilfmittel an uns vorbei sausten.

Dann kam der große Augenblick: Wir durften auf dem Tellerlift Platz nehmen und auf die Kuppe des Babyhügels fahren.

Sich darauf zu setzen war gar nicht so kompliziert, aber wie sollte ich da elegant wieder runter kommen? Schließlich hatte ich ja diese langen Skier an meinen Füßen…

Als ich nach vorn schaute, sah das Abspringen bei denen, die weit vor mir abhüpften so einfach aus. War es bestimmt auch.

Nur noch 4 vor mir…

Huch?!

Nur noch 3…

Oh wei…

Noch 2!

Waaaahhhh…

Einer…

Will nich….

Ich.

Shit.

Ich gab alles und…

landete im Schnee. Nur nicht so elegant wie alle anderen!

Ich plumpste nämlich förmlich von diesem Teller, samt meiner Michelinmontur komplett in den Schnee und verlor direkt einen Skier.

Hektisch sah ich nach hinten, zog meinen verlorenen Skier hinter mich her und robbte durch das weiße Zeug in Sicherheit.

Ich richtete mich so gut auf, wie es ging und humpelte auf die Leute meiner Gruppe zu, die es bereits zum Gipfel geschafft hatten. (Vor Verlegenheit) lachend schnallte ich mir das Stück Holz wieder unter und fing glatt an zu straucheln. Ich ruderte mit den Armen und war dankbar, dass ich plötzlich einfach irgendwie zum Stehen kam.

Puuuuuuuuh!

Kinder und könnende Anfänger sprangen vom Lift, richteten sich entspannt aus und Schuß!

Ich beobachtete sie ganz genau, während ich darüber nachdachte, wie ich es allen Ernstes schaffen sollte in dieses Minital zu kommen.

In meinem inneren Ohr hörte ich die Stimme der Skilehrerin: Wenn ihr bremsen wollt, macht ihr einfach den Schneepflug oder laßt euch auf den Po fallen!

Nun war die Lehrerin nicht mehr nur in meinem inneren Ohr präsent, sie hatte es auch endlich zu uns geschafft und gab ihre Anweisungen. Ich verstand kein Wort, dazu stand ich zu weit weg. Bewegen unmöglich, sonst hätte ich sofort den Sittich gemacht.

Da sie sich in Bewegung setzte und ihre Schützlinge ihr folgten, war nun klar, dass ich meine gesicherte Position aufgeben musste. Ich war die Letzte im Glied. Egal.

Vorsichtig schielte ich zum Tellerlift rüber und überlegte für einen Moment, ob ich damit nicht einfach so wieder hinab fahren konnte. Doch der linke Skier setzte sich von allein in Bewegung und zog den Rest von mir nach.

Warum mußte das denn hier alles so glitschig sein??!?

Mit einem Mal war ich unterwegs und wedelte nach links und nach rechts. Meine Stöcke hatte ich nur zur Zierde und so eierte ich, nicht wirklich elegant vom Gipfel ins Tal.

Die Kinder umfuhren mich einfach, als wäre ich ein stehendes Hindernis. In meinen Augen aber raste ich unerbittlich und irre schnell in die Tiefe.

Ich wollte sagen: Ich kann irgendwie diesen beknackten Schneepflug nicht anwenden! Wie ging denn das noch?

Aber heraus kam: Waaaahhh…. Uuäääähhhh……iiiiiiiiähachz……..uuuuuuuuuuuuu…aaaaaaaah!!!

Nun, was soll ich sagen. Die letzten 150 Meter bin ich dann wohl auf dem Po hinab gerutscht. Vielleicht waren es auch nur 50 Meter, aber gefühlte 1000!

Unten sitzend angekommen, kam ein Typ aus unserer Anfängertruppe auf mich zu und gab mir seine Hand, damit ich aufstehen konnte.

Er gluckste und hielt mit der anderen Hand seine Kamera hoch: „Ich habe ganz viele Bilder von dir gemacht!“

Damals wurden noch Filme eingelegt.

Ich war völlig außer Atem, aber nicht auf den Kopf gefallen: „So? Sollen wir gleich mal nachsehen was drauf ist?“

Blödmann.

Heidi kam nun auch dazu. „Hey, wie wars?“

Ich: „Super. Und bei dir?“

Sie: „Spitze. Sollen wir ein Bier trinken gehen? Oder willst du hier noch ein bisschen spielen gehen?“

Ich: „Wonach sehe ich aus?“

Entspannt saßen wir nur wenige Minuten später in der Sonne und bestellten ein ganz ein großes Glas Bier!

Jetzt machten wir endlich eine gute „Figur“ 😉

Ski heil!

Emily

Advertisements

25 Gedanken zu „Mit den Skiern unterwegs

  1. Skifahren ist sowas Herrliches! Insbesondere bei Dir kann ich mir das ausgesprochen rasant vorstelen, liebe Emily!

    [Mal ehrlich: Mehr Höflichkeit in der Formulierung geht nicht, oder?! ;o)]

    Da Du bei geschlossenen Skistiefeln sowieso in „Kackstuhlstellung“ bist, brauchst Du für den Schneepflug eigentlich nur die Knie zusammenzuziehen. Schon bist Du im wundervollsten Schneepflug.

    Irgendwann werden wir uns in die Augen sehen und dann, ja dann erzähle ich Dir, wie es ist, wenn man oberhalb des Babyhügels die Piste runterkommt, sich komplett überschätzt und auf sehr individuelle Weise zum Halten kommt. Und glaube mir:

    a) Nein, das werde ich NIEMALS öffentlich schreiben
    b) Danach bestellst Du das Bier Kistenweise; scheiß auf die Figur!

    ;o))

    • Meine Liebe, du hast alles an Höflichkeit und Freundlichkeit in diesen Kommentar gepackt! Während meines Wedelns habe ich mich schon dezent darin geübt, die Knie zusammen zu drücken. Fehlanzeige! Mir blieb wirklich nur noch diese eine Möglichkeit: Fallenlassen.

      Glaube mir, ich bin sehr daran interessiert deine Geschichte zu hören! Aber ob wir dann dazu kommen würden? ;o)

      Und vor lauter Angst ist so ein Bier schnell ausgeschwitzt. Echt.

      ;o))

  2. Ich sags ja immer, am Skifahren ist am besten der Apres´ Ski

    lach , toll geschildert …

    hätte ich sein können, nur nicht so elegant *kicher*

    Liebe Grüsse zu dir
    kkk

    • Glaube mir, die Eleganz hat sich hier total ausgeblendet! Aber vor der Hütte haben wir wieder eine gute Figur abgegeben. Bestimmt 😉

      Viele liebe Grüße, Emily!

  3. Es gibt durchaus Skilifte, die bringen auch geübte Skifahrer/innen zum Straucheln und ins Schleudern. 😉
    Ob Wedeln oder Schneepflug, der schönste Schwung beim Skifahren ist immer der Einkehrschwung. 😉

    • Das hast du sehr sehr schön gesagt! Und es macht mir Mut, dass auch geübte Skifahrer mals ins Straucheln geraten. Ich muß damit eigentlich noch einmal anfangen 😉

  4. Ohhh, Emily …. was habe ich über dein ersten Skierlebnis gelacht, aber es war keine Schadenfreude. Ähnlich war mein 1. Erlebnis: Abfahrtsski – Tellerlift – Babyhügel. Am Ende des Lifts ging die Spur durch ein kleines Wäldchen – vereiste Spur – am Ende eine Haarnadelkurve. Hier war ein Schneeberg aufgeschüttet – ich habe die Kurve NICHT gekriegt – landete kopfüber in dem Schneehaufen. http://www.myimg.de/?img=sportskifahren04306c7.gif >so ähnlich hat das ausgesehen ….
    Der Abend war gerettet …. und das alles auf meine Kosten 🙂 —-
    Mein letzter Ski-Urlaub war vor 2 Jahren …. http://www.myimg.de/?img=sportskifahren04306c7.gif … heute gehe ich nicht mehr auf die Ski. ……….

    • Herrlich! Herzlichen Dank für die Links! Einfach genial und ich glaube dir sofort, dass der Abend auf deine Kosten gingen. Darüber kann man sich eine Weile unterhalten und vermutlich ist jeder froh, dass nicht über ihn berichtet wurde 😉
      Ich will das gerne noch einmal ausprobieren!

  5. Liebe Emily,

    das ist wieder mal ein toller Bericht. Ich konnte mir das so richtig plastisch vorstellen. Existieren die Bilder noch?? 😉

    Vor Jahren haben wir mal Langlauf gemacht. Am Anfang waren die kleinsten Unebenheiten unüberwindliche Hindernisse. Später waren wir dann mal in Zwiesel und am Achensee. Seit dann die Kinder da waren war nichts mehr mit Langlauf.

    Einen schönen Abend
    Harald

    • Lieber Harald,
      die Bilder existieren noch. Allerdings auf Papier. Nur habe ich sie nicht und ER lässt sie sich sicher gut bezahlen :mrgreen:

      Die Übung macht auch hier den Meister gell?!

      Viele liebe Grüße, Emily

  6. Übung macht den Meister, liebe Emily! Ganz bestimmt hast du nach einigen Tagen schon das richtige Gefühl für die Bretter und dazu auch die diversen mehr oder weniger eleganten Bremsvarianten drauf gehabt. Und Sankt Moritz ist natürlich eine chice Adresse, eine der feinsten sozusagen!
    LG von Rosie

    • Genau, Übung macht den Meister, ich muß da wohl noch mal ran!
      Vielleicht versuche ich es noch einmal im Sauerland, wenn es mal wieder schneit. Also im nächsten Jahr oder so ;o)

      Liebe Grüße, Emily

    • Liebe Bärbel, ich muß ja alles ausprobieren und es gibt ja so viiiiiele, die Spaß daran haben. Da muß doch was dran sein?!
      Das Bier geht auch ohne Ski. Bestimmt 😉

  7. Sehr dekadent – In Tirol erzählen die Skilehrer von den sieben Hobbys der Skilehrer: Sex und das siebte ist Skifahren – Liftfahren ist auch Skiffoarn – Nur nicht aufgeben.
    C.H.

    • So etwas sagen die Skilehrer in Tirol? Na das ist ja ein Ding! Das werde ich mir merken.
      Und aufgeben kommt in meinem Sprachschatz ja quasi nicht vor ;o)
      Liebe Grüße, Emily

  8. Genau so ging es mir auch mal bei meinem einzigen Schnee-Ski-Tag im Sauerland. Was war ich froh, mit nur leicht gezerrtem Knie wieder zu Hause zu sein.
    Dein Bericht ist einfach wundervoll.
    Gut, dass es damals mit den Bildern noch länger dauerte, bis man sie sehen konnte, lach.

    • Und so weiß man, wie Verletzungen entstehen, nicht wahr?! Böse Sache, sowas!
      Heute mailt man mal schnell ein Foto oder lädt es direkt hoch. Damals war nicht daran zu denken!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: