Frühlingserwachen

Zugegeben, die erste Nacht an meinem Urlaubsort war, aufgrund unterschiedlicher Ereignisse, recht kurz und als mich die ersten
Sonnenstrahlen weckten, fühlte ich mich noch nicht wirklich so, als hätte mich der junge Frühling geküsst. Aber ich hatte vor daran noch zu arbeiten.

Ein erster Blick auf die Uhr verriet mir, dass es irgendetwas um die 7 Uhr sein mußte. Vorsichtig suchte sich mein Fuß den Weg von der Matratze auf den Fußboden. Es war nahezu unglaublich, aber ich saß um 08.05 Uhr schon am Frühstückstisch und sah auf das wunderschöne Meer hinaus.

Das Tageslicht war doch heller als erwartet und sicherheitshalber hatte ich mal meine Sonnenbrille dabei. Ich ahnte schon, dass ich sie brauchen würde.

Außerdem war mir kalt, aber der Blick auf das Meer und der dampfende (extrem) starke Kaffee in meinen Händen, entschädigte für so ziemlich alles.

Ok, ich war auch noch hundemüde und mein Hirn meldete dezenten Kopfschmerz an, als Tina dazu kam.

Lachend fragte sie mich nach meinem Befinden.

Ich (versuchte mir nichts anmerken zu lassen): „Alles schön. Aber heute feiern wir mal so richtig oder?!“

Mit anderen Worten: Himmel! Heute gehe ich direkt und ohne Umweg, unmittelbar nach dem Abendessen, ins Bett!

Ich sah in das sportliche Tagesprogramm, das auf unserem Tisch zur Ansicht auslag, als auch Cameron zu unserem Tisch kam: „Na Mädels? Gut geschlafen?“

Wir nickten und ich wedelte schon einmal mit dem Sportprogramm.

Ich: „Um 11.15 Uhr ist Cycling. Intervalltraining. Wer kommt mit?“

Wenig später saßen Cameron und ich schon auf unseren Rädern. Sie in der 1. Reihe. Ich in der 2.

Sie: „Komm‘ doch neben mich. Hier ist noch Platz…“

Ich: „Äh…nö. Laß‘ mal, hier bin ich schon richtig.“

Nicht, dass ich nicht sportlich wäre. Aber nach so einem Abend bin ich auch nicht lebensmüde und gehe zum Intervalltraining in die 1. Reihe.

Ich hatte sicherlich auch nicht vor, auf meinem Rad ein Entspannungsprogramm einzulegen. Aber aus einer gewissen Entfernung heraus war nicht gleich erkennbar, wie groß der eingestellte Widerstand an meinem Rad tatsächlich war.

Bei Cameron hingegen schon. Die Vorfahrer-Feldwebelfrau machte viele böse laute und schmerzhafte Ansagen. Wir folgten und trampelten in die Pedale.
Das hatte wiederum zur Folge, dass Cameron mir hier und da einen entsprechenden Blick nach hinten zu warf. Ich lächelte fröhlich zurück. Schließlich hatten wir einen gewissen Sicherheitsabstand zwischen uns.

Wenn man in einen Sportclub fährt, will man (meistens) auch vorrangig Sport machen. Und faulenzen. Und Sonne tanken. Und Spaß haben auch!

Und so verstrich die Woche. Langsam und auch schnell. Wir waren walken, joggen, cyclen, haben Catamaransegeln ausprobiert, geschnor(s)chelt und uns beinahe am nassen Neoprenanzug aufgehängt. Wir haben in der Sonne gechillt, ein kleines Beben
erlebt, Walzer und Wasserballett getanzt und Shisha geraucht. Wir haben viel gelacht, die Füße in den Sand gesteckt, gelesen und reichlich gegessen.

Leider leider leider habe ich den wohl wunderschönen Golfplatz und damit meine Schnupperstunde verpaßt! Das Hotel und ich hatten Kommunikationsprobleme. Ärgerlich, aber nicht zu ändern.

In jedem Fall haben wir Frühlingsduft geschnuppert!

Die Tage vergingen wie im Flug und wir haben jede Minute unserer Zeit genossen.

Und dann plötzlich war plötzlich da. Der Gala-Abend und damit auch unser letzter gemeinsamer Abend im Hotel.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge genossen wir die Vorzüge des guten Fischbuffets. In der Mitte des Saales wurden Garnelen mit Knoblauch zubereitet und dort reihte ich mich umgehend in die Schlange ein. Und wenn man da so steht und wartet, kann man auch gleich ein paar nette Gespräche führen. Oder zumindest darauf hoffen, dass sie nett sind.

Nach dem sehr reichlichen Essen, schleppten wir uns zum Theater, um uns die anschließende Theateraufführung anzusehen. Das heißt, ich hatte vor sie mir anzusehen.
Nachdem Martin (in der Garnelenschlange kennen gelernt) neben mir Platz nahm, haben wir wohl mehr getuschelt, als dass wir der Aufführung folgen konnten. Nach Ende der Veranstaltung gab es für uns alle dann noch eine feierliche Rede mit Cocktails, Feuer und Tamtam.
Während ich mit meinem Cocktail in der Hand vor Kälte vor mich hin schnatterte und dem Spektakel folgte, legte mir Martin freundlicherweise seinen Pullover um. (Anmerk. der Red.: Wie schön, dass es das noch gibt!)

Am Ende gingen wir alle an die Bar und wir Mädels stießen noch einmal gemeinsam auf unseren schönen Urlaub an, als ich ein leichtes Unwohlsein in der Magengegend verspürte ….

(Fortsetzung folgt)

Alles Liebe zum Wochenende,

die Emily

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12 Gedanken zu „Frühlingserwachen

  1. Tja, wie schnell so ein Urlaub vorbei ist.
    Das mit dem Radfahren ist ja lustig. Genau, die Stärke kann man ja einstellen. Und in der ersten Reihe wäre das echt nicht das Beste, wenn man wenig Widerstand hat, kicher.
    Soso, einen neuen Menschen kennengelernt. ist da was zu erhoffen?

    • Der kleine Feldwebel, der vorne die Anweisungen gegeben hat, hatte wirklich alles gut im Blick. Ich hatte ja auch Widerstand drin… aber vielleicht nicht gaaaaaanz so viel…
      Wenn man Menschen im Urlaub kennenlernt, teilt man ja einfach eine schöne (kurze) Zeit. Wenn man den Kontakt nicht pflegt, verliert sich das ganz schnell wieder im Alltag. Cameron, Tina und ich haben fein gepflegt.

  2. Ich ahne Schlimmes … Martin hat dich mit seinem Pulli geschwängert! – ähm, ich meine, die Garnelen waren schlecht! Oder der Knoblauch…
    Ach, was weiß ich schon, ich war noch nie in Ägüpten.

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