Krippenblues – die volle Wahrheit über Weihnachten

…eine freie Interpretation nach Frank Goosen.

Zur Zeit ist der Hüter der Reviercomedy mit seinem Programm „Krippenblues“ unterwegs und ich durfte es nun auch sehen.

Frank Goosen erzählt seine Geschichten von zu Hause und in diesem Rahmen hauptsächlich, wie sollte es auch anders sein, von Weihnachten und die Zeit drum herum, die ja meist schon im August beginnt.

Einmal berichtet er aus der Zeit, als er als Einzelkind seine Familie erwartungsvoll zur Audienz einlud, um die Geschenke in Empfang zu nehmen. Mal abgesehen davon, dass er es, wie viele andere sicher auch, geliebt hat, mit der Familie bei Omma zu feiern, denn da „war et am Schönsten!“. Zudem hat sie allein es geschafft, nahezu 44 Töpfe gleichzeitig heiß zu halten und immer lecker zu kochen. Mit Witz und Herz führt Frank Goosen den Zuschauer zurück in die eigene Kindheit. Zurück in die Zeit, in der die Männer Samstags ihr Auto auf der Straße schrubbten und dabei die Fußballübertragung im Radio hörten.

Heute rennt er mit seinem Thronfolger hinter dem Pferd von St. Martin hinterher und könnte sich auch gut vorstellen, das einmal ohne Kinder zu tun. Denn St. Martin(a) ist eine verkleidete Frau – die sicher niemals ihren Mantel teilen würde – aber echt gut aussieht!

Die Pause nutzte ich, um meine Lachfalten auszustreichen.

Im Rang links von mir saß ein Paar, das ihre Schwiegereltern (vermutlich in Spe) mitgebracht hatte. Söhni versuchte es dem Herrn Goosen nachzutun und versuchte sich an dem Ruhrgebietsslang. Ihm lag der Ruhrgebietsakzent überhaupt gar nicht und da gilt generell eine Regel:

Wenn man die entsprechende Landessprache nicht beherrscht, sollte man sich möglichst nicht daran versuchen!

Es hört sich komisch an, wenn ein Ruhri versucht Bayrisch zu sprechen. Oder ein Sachse sich um den Slang der Norddeutschen bemüht. Und nein, das kann einfach nicht jeder.

Seine Mutter unterbrach das Szenario (glücklicherweise): „Was gibt es denn an Weihnachten bei euch zu essen? Was habt ihr geplant?“

Sohn sieht zu seiner Freundin. Hilfesuchend.

Sie: „Wir haben Ente geplant.“

Schwiegermutter: „Oh. Ja, schön. Und was macht ihr dazu?“

Schwiegertochter: „P… Pomm‘ mackär“

Pommes macaire sind zerdrückte Kartoffeln, die i. d. R. mit kleinen Zwiebelstückchen und Kräutern vermengt und zu einer Rolle geformt werden. Davon werden Scheiben geschnitten, die wiederum in der Pfanne ausgebacken werden.

Sohnemann: „Wir können aber auch eine andere Beilage nehmen, wenn ihr wollt. Erbsenschoten passen doch ganz prima. Oder?!“

Er sah zu Mama, um blitzschnell aufzunehmen, ob sie wohl mit den Erbsenschoten einverstanden sein würde und abwechselnd zu seiner Freundin, um ebenso schnell aufzunehmen, ob sie sich damit wohl auch anfreunden könnte.

Sohnemann: „Wir können aber auch Böhnchen machen. Mit Speck. Was meint ihr? Hm?“

Wieder flitzt der Blick nach links und rechts.

Der Schwiegervater in Spe sah derweil nur nach vorne auf die, noch leere, Bühne.

Schwiegertochter: „Na ja…können wir natürlich auch machen. Aber passen Böhnchen zu Orange? Wir haben ja Ente all orangsch.“

Sohnemann: „Wir haben doch zwei Enten. Welche haben wir denn noch? All orangsch und welche Sorte noch?“

Ok, ich sehe gerade den Bofrosti-Agenten vor mir, der das Weihnachtsmenü bei denen schon abgeliefert hatte..

Schwiegermutter: „Wie wäre es mit Rosenkohl?“

Der Saal füllte sich rasch wieder und das Licht wurde gedimmt.

Doch ich vernehm noch ein Wispern.

Schwiegertochter: „Oder Rotkohl?“

Sohnemann: „Rotkohl geht ja auch. Paßt auch zur Ente!“

Schwiegertochter: „Aber, dann essen wir ja 2 Tage Rotkohl.“

Pause.

Schwiegertochter: „Ich kann aber 2 Tage Rotkohl essen.“

Pause.

Schwiegertochter: „Oder doch Rosenkohl?“

Wenn man derartige Gedankenkonstruktionen einmal in Gang gesetzt hat, lassen die sich nicht so einfach stoppen. Wir Frauen brauchen eine Lösung!

Frank Goosen legte mit seinem Stück nach und drang in die Tiefen des Heiligen Abends ein. Wieder ging er zurück in seine Kindheit…

„Und eines gebe ich Ihnen noch allen mit auf den Weg! Welches, ist das schlimmste und grauseligste Gemüse, das es gibt? Ein Gemüse, bei dem sich das Auge schon dagegen verwehrt? Ein Gemüse, das für böse Schwefelverbindungen im Darm sorgt?“

Wie aus einem Mund kam es aus dem Publikum: „ROSENKOHL!“

Das Gewisper nebenan verstummte und ich nehme an, eines wird es dort nicht geben: Rosenkohl!

Alles Gute bei der Menüplanung,

Emily 😉

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7 Gedanken zu „Krippenblues – die volle Wahrheit über Weihnachten

  1. Was du alles aufschnappst, ich staune immer wieder.
    so wurde der Familie immerhin Hilfe geleistet, indem sie von Herrn Goosen, ach neee, vom Publikum den Hinweis bekamen.
    Herrlich beschrieben.
    Liebe Grüße

  2. 😆
    Du schreibst das wieder so herrlich, dass man das Gefühl hat, im Publikum zu sitzen.
    Und den Ruhrpottdialekt beherrsche ich auch noch, wenn ich ihn rauskrame 🙂

    Danke für den köstlichen Einstieg in den Samstag.
    Hab‘ einen schönen dritten Advent, liebe Emily.

    Herzlich,
    Anna-Lena

    • Liebe Anna-Lena,
      es freut mich, daß du mitgekommen bist! Irgendetwas von unseren Wurzeln bleibt und wenn es die Erinnerungen sind und vielleicht hier und da ein Bröckchen Dialekt. Ist doch schön, daß wir in diesem Land unterschiedliche Dialekte haben und auch noch pflegen. Gut, nicht jeder ist schön 😆

      Ich hoffe, du hattest einen schönen 3. Advent und liebe Grüße,
      Emily

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