Kloster Machern

Nach gut 24 km Fußmarsch kamen Tom und ich am Zisterzienserkloster Machern an. Wir sind da ja nicht einfach nur hinspaziert, weil das Kloster so toll ist, nein, wir spekulierten auch auf ein gutes Abendessen in der hiesigen Braustube.

Es war mittlerweile mächtig kühl und so nahmen wir in der Caféstube Platz und bestellten herrlich dampfenden Kaffee und eine große Flasche Wasser, um unseren Durst zu stillen.

Tom: „Das war aber eine Strecke! Ich bin schon lang nicht mehr 27 km zu Fuß marschiert.“

Die Kellnerin kam.

Ich: „Entschuldigung. Fährt ein Bus von hier in Richtung Bernkastel-Kues?“

Sie: „Am Tage fahren vielleicht 3 Busse hier vorbei. Aber die Zeiten kann ich Ihnen nicht sagen. Vielleicht schauen Sie mal auf das Haltestellenschild, unten an der Straße. Oder Sie gehen über die Brücke nach Zeltingen. Da haben Sie bestimmt mehr Glück.“

Mit versteinertem Lächeln sahen wir ihr hinterher.

Ich: „Zur Not müssen wir laufen. Und in Graach ist ja auch noch St. Martinsumzug!“

Tom: „Noch mal 30 km?? Nix da. Wir fahren Taxi!“

Nach unserer Stärkung ging es weiter zur Destille. In solchen Klöstern gibt es normalerweise immer herrliche Öle und Essige, die in der Gegend oder im Kloster hergestellt werden. So auch hier!

In der Krypta, alias Kloster Destille, standen große Glasblasen, die mit Ölen, Essigen und Likören gefüllt waren. Wir erhielten kleine Pinnchen, mit denen wir alles verkosten durften. Während ich mich noch mit der Verkäuferin über Essigsorten unterhielt, kostete Tom schon mal das ein oder andere Likörchen.

Wir liefen um die Krypta herum und steuerten auf die Brauereistube zu.

Mit schweren Beinen, von der etwa 33 km-Wanderung, nahmen wir an einem der großen Holztische in einer Nische Platz.

Es duftete herrlich nach deftiger Küche.

Ja, hier waren wir richtig und ich wollte in diesem Augenblick nirgendwo anders sein, also genau HIER!

                                                              

Das Essen war phantastisch! Und nachdem wir uns nun richtig aufgewärmt und ausgeruht hatten, brachen wir wieder auf. Schließlich mußten wir ja noch zurück.

Irgendwie.

Wir entdeckten die erste Haltestelle, von der die Kellnerin sprach. Mit einem Feuerzeug beleuchtete ich die Anzeigetafel. Fehlanzeige, der Bus war weg.

Wir liefen über die Moselbrücke in den nächsten Ort und waren erfolgreicher.

„Fahren Sie nach Bernkastel-Kues?“ (am liebsten direkt vor die Haustür des Hotels?)

Busfahrer: „Ja, steigen Sie ein.“

Tom: „Das ist gut. Wir waren nämlich schon etwa 40 km wandern. Das reicht für heute!“

Erleichtert hockten wir uns auf eine Sitzbank. Unsere Wangen glühten von der Kälte und der plötzlichen Wärme.

Müde und ziemlich geschafft lieferte uns der Busfahrer in der Nähe des Hotels ab.

Welch ein Glück und wie gut, daß noch Schokolade am Empfang auslag 😉

Emily on tour

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27 Gedanken zu „Kloster Machern

  1. wow respekt, aber dafür wurdest du sicher mit einer tollen gegend belohnt, gerade der herbst hat ja auch wundervolle bunte seiten

    • Respektabel, nicht wahr?! Der Weg war unter anderem das Ziel und der hat sich wirklich gelohnt. Wir hatten viel Spaß, na ja, ich vielleicht etwas mehr 😉 und herrliche Ausblicke! Was den Herbst betrifft, so können wir wirklich nicht meckern.

    • Vielen lieben Dank, für deinen netten Kommentar. Sollte ich Reiseführer schreiben? Ein bischen Klimpergeld zwischendurch kann ja nie schaden!

      Herzliche Sonntagsgrüße, Emily

    • ICH mich auch *hüstel* bzw. uns. Ich schätze, ich wäre dann allerdings schneller gelaufen, da Tom mich bestimmt gescheucht hätte 😉

      Einen lieben Gruß zurück zu dir!

  2. 24km Fussmarsch? Da könntest du mich gleich in die Ecke werfen. Neneneneee, was du alles so veranstaltest. Liebe Emily, du scheinst ein Wunderkind zu sein. Ich staune immer wieder über dich.

    Hast du wenigstens Blasen von dem Gewaltmarsch?

    Ne, ich wünsche sie dir nicht wirklich. Ist halt ein dummer Spruch.

    Ich wünsch dir alles Liebe, ja? Mandy winkt…

    • Laut Tom ja sogar noch viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel mehr 😉 Bin ja doch immer wieder irgendwie in Bewegung, das hat mit Wunder gar nicht so viel zu tun. Und an der frischen Luft ist es doppelt so schön. Sofern es nicht regnet, versteht sich.

      Die Füße sind heil geblieben!

      Dir auch alles Liebe, Emily

  3. Ich hätte wohl nur gejammert und auf den Arm gewollt, denn wandern war noch nie mein Fall, ist schon zuviel wenn ich mal in die Stadt muß und ganz egal welche Schuhe, das Laufen mag ich nicht besonders.
    GLG Marianne 😉

  4. Also eure KM-Zahlen verwirren mich immer mehr.
    Mach doch gleich 50 oder 100 draus, lach.
    Das Kloster war wohl eine richtige Oase. Schöne Fotos, da herrscht immer so ein besonderes Licht, finde ich. So heimelig, warm, freundlich.
    Hast du ne Ahnung, wieviel ihr nun gelaufen seid?

    • Haha… ja, es wurden in der Tat immer mehr Kilometer. Komisch?! Das Kloster war wirklich eine richtige Oase. Du glaubst es kaum! Es war so herrlich dort einzukehren und wieder Kraft zu schöpfen. Nein, ich habe wirklich keine Ahnung, wie weit wir tatsächlich gewandert waren.

    • Wir waren auch kurz davor, liebe Rana. Bestimmt! Aber es war ja kein Mensch in der Nähe…wer hätte uns da finden können? Der einzige Typ saß in Graach und hat St. Martin gespielt 😉

      Alles Liebe, Emily

  5. Ich bin leicht verwirrt über deine km Angaben,
    aber selbst wenige km hätten mich umgehauen.
    Ich hab ja nichts gegen laufen, es darf nur nicht hoch und zu weit gehen.
    Ich wäre da nur gefahren oder nicht hin…
    Ich darf gar nicht drüber nachdenken…*umfall*

    Ruh dich aus und dezent eine Bratwurst rüber schiebe *lach*
    Lieben Gruss, kkk

    • Die Kilometer haben mich auch verwirrt. ICH habe die ja auch nicht abgemessen, das war mein Wanderpartner! Wir waren ganz schön geschafft. Egal wie weit es am Ende tatsächlich war. Komm‘ ich helfe dir wieder auf 😉

      Ist es eine Thüringer???

      Viele liebe Grüße, Emily

  6. Danke für den schönen Reisebericht. Ende gut, alles gut. Seid froh, dass ihr im Kloster nicht noch mehr Liköre probiert bzw. Bier getrunken habt, sonst hättet ihr die doppelte Anzahl von km vor euch gehabt. Wieviel km waren es nun echt? Ich denke eure km-Entfernungen waren nur gefühlte. 😉

    • Lieber Harald, ich weiß wirklich nicht, wie weit es tatsächlich war. Ich schätze nur, mein Wanderfreund hätte eher dort ein Zimmer gebucht, als dass er zurück gelaufen wäre 😉

    • Ja mindestens! Nach Toms Zählung waren es ja noch wesentlich mehr *räusper* Ich habe keine Ahnung, wie weit wir gewandert sind. Aber es war wirklich ganz schön weit 🙂

      Viele liebe Grüße, Emily

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