Schneckenrennen

Immer mal wieder habe ich etwas zum Thema: Weinbergschnecken gelesen. Tja, und da ist mir doch eine lustige Geschichte eingefallen!

Es war einmal auf Sylt…

Damals stapften wir gerade bei Wenningstedt durch die Dünen. Es war Spätherbst und der Wind blies uns von vorn eisig ins Gesicht. Trotz der dicken Jacke, die ich trug, war mir kalt und ich fröstelte reichlich. Wir waren gerade auf dem Weg zum Wonnemeyer, um dort eine Kleinigkeit zu essen und den Sonnenuntergang zu genießen. Das Lokal ist eigentlich ein Pfahlbau mit einer riesigen Terrasse. Früher war die offen, heute ist sie zum Teil schon gut windgeschützt. Das Schöne an diesem Lokal ist, daß man von dort aus einen freien Blick auf das Meer und den Sonnenuntergang hat, wenn man zur passenden Zeit aufläuft.

Dazu spielt er immer ziemlich gute Musik, wie zum Beispiel diese hier:

(Quelle: Youtube)

Wir saßen damals draußen, um den Sonnenuntergang zu sehen. Ich war in einer Decke eingemummelt. So konnte ich den Sonnenuntergang beobachten, mit einer frischen Nordseebrise, die mir schon um die rote und kalte Nase wehte.

Mein Freund Tom besorgte für uns einen Kakao mit Rum. Innerliche Wärme quasi. Und der wärmte auch. Ich hielt den Becher in beiden Händen und trank das leckere, süße, klebrige, wärmende Getränk nach und nach leer.

„Kannst du uns noch einen besorgen?“, bat ich Tom. Und er signalisierte dem Keller, daß wir Nachschub brauchten.

Nach dem 2. war mir auch schon viel wärmer!

Ich hielt dem Kellner den leeren Becher hoch und bestellte noch zwei davon. Also für mich und Tom versteht sich. Und nur zur Sicherheit!

Wir aßen auch eine Kleinigkeit und doch, als wir dann aufstanden, um den Rückweg anzutreten, waren meine Knie ganz weich.

„Ups…“, ich lächelte Tom an.

„Ist alles ok?“, fragte Tom.

„Und wie!“, meinte ich. Mir war jedenfalls total warm, das zählte. Ich will nicht sagen, daß der Boden unter mir schwankte, aber der Sand unter mir war viel weicher als vorher… fand ich jedenfalls…

Wir liefen wir über die Holzplanken durch die Dünen zurück und DA entdeckte ich die erste Schnecke mit Häuschen, auf einer der Planken!

„Och…na guck‘ mal an du Süsssse Schnegge duuuu…“

Ich spreche ja gern mit Tieren. Nicht mit allen, aber mit einigen schon. Und ich wußte, die Schnecke und ich, waren quasi ein Team!

„Und guck‘ mal Tom, da isss ja noch eine…“

Ich grinste ihn breit an und hatte voll einen im Schuh!

Tom lächelte mich an, bereit mich über seine Schultern zu werfen und zurück zur Ferienwohnung zu tragen.

Aber ich war ja noch voll in Form!

„Jetz‘ paß mal genau auf…“, sinnierte ich und versuchte dabei nicht umzukippen.  Ich nahm beide Schnecken auf, um sie auf das Holzgeländer zu setzen.

„So und nu lauft mal los!!! Tom, auf welche setzt’n du?“, ich sah ihn erwartungsvoll an.

Eine Antwort war mir eigentlich wurscht. Meine Wette war ja auch im Grunde schon gesetzt!

„Auf die Linke“, meinte Tom.

„Hihihi…weißt du? Meine gewinnt auf jeden Fall, weil du has‘ ja nich‘ gesacht, von wo du links meinst… hihi

Ich feuerte die Schnecken an, bis eine von denen vom Geländer plumste. So was doofes aber auch! War aber nicht meine Schuld! Ich war da nicht dran!

„Wo iss’n die jetz‘?“, fragte ich die Schnecke oder Tom. Ich weiß es nicht mehr so genau.

„Was … äh…hältst du von der Idee, wenn wir morgen noch mal nachsehen? Hm?“. Tom guckte kurz in die Büsche und meinte wohl, in der Dunkelheit wäre es nicht so erfolgreich, das kleine Tier zu finden.

„Meiins‘ du?“, hakte ich schmollend nach. „Wer hat’n dann die Wette gewonnen? Is‘ doch doof jetz’…“, ich versuchte weiterhin diese kleine  Schnecke samt Häuschen in der Hecke zu finden.

Nicht wirklich erfolgreich.

„Jaaaa, wir gucken morgen noch mal.“ Er grinste mich an, als wäre ich senil. War ich gar nicht. Ein bisschen angeschickert vielleicht.

Aber nur vielleicht!!!

„Naaaa guuuuut“, gab ich zu. Dann sah ich in die Hecke: „Aber duuuu da… dich hole ich morgen wieder und dann ziehst’e die andere ab, ja?! Versprochen?“

Und dann nahm ich eine Aspirin, bevor ich in die Federn ging 😉

Emily – Schneckenförsterin –

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18 Gedanken zu „Schneckenrennen

  1. Ach liebe Emily, das war ja eine supersüße Aktion!!! 🙂 Und der gute Tom klang ja ganz und gar nicht so, als wäre er am Ausgang des Rennens interessiert. Ich hingegen… ja, mich würde interessieren, ob du die Kleine am nächsten Tag gefunden hast? 😉
    Schlaf gut!!!

    • Nein, da war aber auch gar nichts mehr zu sehen. Zugeben muß ich, daß ich nicht weiß, ob ich an der richtigen Stelle gesucht habe 😉

      Hab einen schönen Tag & viele liebe Grüße!

  2. Machst Du so etwas öfter? Habe noch viele Schnecken, die mich im Garten ein wenig nerven (da sehr gefräßig), abzugeben :-). Liebe Grüße und einen schönen Tag

    • Nein, tue ich nicht. Aber ich rette hin und wieder Schnecken, aber nur die mit Häuschen. Die kann ich nämlich anfassen 😉 Um die anderen mußt du dich leider selbst kümmern *g*

      Hab noch eine schöne Woche und liebe Grüße an dich!

  3. da fällt mir gerade ein:

    treffen sich zwei Weinbergschnecken,
    sagt der Eine: wie geht es dir?
    darauf der Andere: schlecht, hab mich von meiner Frau getrennt.
    der Eine: sei doch froh, dass du sie los bist.
    der Andere: bin ich ja, aber sie will das Haus!

    😉 Grüßle!

  4. Hicks ❗
    Das war ein Erwachen am nächsten Tag – aaaaautsch, der Kopf tut ja soooo weeeeehhhh.
    Weinbergschneckenrennen, was für eine abstruse Idee!
    Darauf kann man auch nur angesäuselt kommen, grins.

    • Im Opernrestaurant wurden des Öfteren lebende Krebse in die Küche geliefert. Den fittesten der kleinen Kerlchen malten wir mit einem roten Textmarker Nummern auf die Rückenpanzer. Dann schlossen wir Wetten ab. Und dann ließen wir die Krebse auf unserem großen Personaltisch um die Wette laufen… :mrgreen:

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