Marotten-Stöckchen

Die liebe skriptum hat mir da so ein Stöckchen zugeworfen und ich habe es gefangen. Es stand kurz in der Ecke, da ich bei dem Thema doch etwas genauer hinsehen mußte! Aber gut, jetzt halte ich das Stöckchen in Händen.

Da wäre zum Beispiel die „Weltverbesserer-Marotte“. Aus der Nummer komme ich irgendwie nicht heraus und manchmal weiß ich auch gar nicht, wozu ich die Energie her nehme, aber etwas treibt mich dazu an, die Welt zu retten! Ja, so ist es! Ich habe schon mal darüber nachgedacht, ob ich mir nicht sogar einen „Weltverbesserer-Rettungsanzug“ schneidern lassen sollte. Der wäre
natürlich super und unverwundbar wäre ich natürlich auch! Vielleicht könnte ich den in einem frischen Grün bekommen, mit einem fetten Schmetterling vorne drauf?! Na ja, an der Idee für ein passendes Outfit kann ich ja noch mal arbeiten…

Dann würde ich Regenwürmer vor fliegenden Golfbällen retten, Leute ihr Geld verlieren lassen, die auf die Not anderer Menschen spekulieren und vieles mehr … hach, da sind ja der Realität keine Grenzen gesetzt…

Dann könnte ich noch die „Hunger-Schlaf-Marotte“ anfügen. Ich bin ja im Grunde meines Wesens ein wahnsinnig entspannter und friedlicher Mensch. Bekomme ich aber Hunger, damit meine ich nicht etwa Appetit auf ein Häppchen, sondern wirklich richtig Hunger, ist mit mir nicht zu spaßen.
Kommt akuter Schlafmangel hinzu, würde ich mir selber am liebsten weiträumig aus dem Weg gehen. Graf von und zu Dracula wäre gegen mich ein angenehmer Gesprächspartner.

Die „Distanz-Marotte“ wäre da vielleicht noch zu nennen. Ich kann bis zu einem gewissen Grad diplomatisch sein, aber wenn ich mit jemandem nicht kann, merkt man es mir (meistens) an. Viele können so etwas ausblenden, sich zwanglos unterhalten und sogar über Witze lachen, die komische Menschen machen. Manchmal kann man nicht anders, als sich zu bemühen. Aber bei der Bemühung bleibt es dann bei mir auch. Die Raumtemperatur sinkt merklich, aber ich kann immer noch lächeln. Besonders beliebt:
Schaumschläger und Oberflächlichkeiten. Damit wären wir wieder bei der: „Weltverbesserer-Marotte“.

Vielleicht gibt es noch die „Halb-so-schlimm-oder Alles-wird-gut-Marotte“. Da bin ich wie ein Maulwurf, weil mir manchmal auch kein schlaues Argument einfällt, warum etwas nur „Halb-so-schlimm“ ist. Aber irgendwie hilft’s. Bilde ich mir jedenfalls ein.

Bleibt noch eine klitzekleine „Ordnungsmarotte“. Unordnung macht mich irre, nervös und unruhig. Innerlich kommt dieser Zustand dem nach, den ich mit der „Hunger-Schlaf-Marotte“ durchmache. Dann packt mich die „Weltverbesserer-Marotte“ und ich gehe zum Angriff über. Mit Distanz kommt man an dieser Stelle nicht weit. Ich finde immer, was man gerade in der Hand hat, kann man auch gleich an Ort und Stelle bringen. Man hat es doch eh schon in der Hand.

Und nun bediene sich wer mag!

Viel Freude damit & alles Liebe,

die Emily 😉

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29 Gedanken zu „Marotten-Stöckchen

  1. *Lach!* 😆 Die Weltverbesserer- und die Hunger-Schlaf-Marotte sind mir auch geläufig. 😉 Privat sehe ich Nicht-Ordnung eher gelassen, in der Arbeit nervt es mich sehr, wenn Jemand g’schlampert ist…
    Liebe Grüße!

  2. Ach Emily, spontan möchte ich fast sagen „Tochter im Geist“ – fast alles kann ich für mich nachvollziehen, doch ich bin dir da eben mehrere Jahre voraus und es ist keine Marotte mehr, sondern eben schon mehr. – Sehr oft bekomme ich immer noch gesagt, dass ich die Welt nehmen muss, wie sie ist, und nicht ständig ändern und verbessern muss – vor allem nicht die Menschen darauf.
    Soll dein Schmetterling auf dem Anzug fett sein, weil er der Hunger-Schlaf-Marotte zu oft verfallen war? *grins*
    Als Aszendenten-Jungfrau kann ich Unordnung auch nicht so recht leiden.
    Schön, dein Stock-chen!

    • Weißt du, wenn ich desöfteren mit euch asiatisch essen gehen würde…. wäre die Nummer mit dem Schmetterling kein Thema. Vermutlich würde der ganze Super-Emily-Anzug aus Schmetterling bestehen!
      Aber so reicht der Aufnäher ;o)

  3. 😀 Die Hunger Schlaf Marotte kenne ich nur von meinem Mann, dazu dann die stechenden Augen …bohh, wogegen ich jetzt hier mit knurrendem Magen sitze und so gar nicht an Essen denke.
    Aber..die Distanzmarotte, die vielleicht gar keine Marotte ist, eher ein natürliches, inneres Blinklicht, die kann ich voll und ganz unterschreiben.

    Hab einen schönen Tag und ärgere deinen Arbeitskolegen nicht *g*.

    Herzlichst ♥ Marianne

    • Stechende Augen habe ich dann, glaube ich, auch 😉

      UND ich habe meine Kollegen nicht geärgert. Tue ich ja auch sonst quasi nicht…

      Liebe Grüße ♥ Emily

  4. liebe emily, gut, dass du so schnell reagiert hast, das kann leben retten. und hat es hoffentlich auch! die von dir beschriebene ignoranz habe ich selbst auch schon zu oft erlebt. ich verstehe es auch nicht. aber es ist so. ich selbst habe auch schon das eine oder andere mal hilfe gerufen und fassungslos erlebt, wie andere menschen einfach an solch einer situation vorüberlaufen und wegschauen. als könnte man sich anstecken oder so.

    alles liebe, katerwolf

    • Das tut mir selbst im Nachhinein leid und ich kann das einfach nicht verstehen. Will ich auch gar nicht, weil das einfach nicht geht.

      Verschieben kann ich das leider nicht… waaaaaah, ich weiß nicht wie 😉

      Alles Liebe zu dir, deine Emily

  5. Hallöchen liebe Emily *wink*
    Schön das du in der langen zeit die ich nicht mehr hier war nicht deinen Wortwitz verloren hast 😉
    Ich schließe mich der Hunger-Schlaf-Marotte voll und ganz an! Wobei man bei mir auch gerne auf den Schlaf verzichten kann und doch auf das gleiche Ergebnis kommt!

    • Liebe Julia, wie soll ich das denn vergessen? Hm? Geht ja gar nicht… Schön, daß du mal wieder vorbei guckst und ich hoffe, es geht dir gut?!

      Liebe Grüße an dich!!

  6. Das sind also deine Marotten.
    Ääähm, ist es nicht einfach, wie du bist, wir sind?
    Denn vieles trifft auf mich genauso zu.
    Nur nicht das mit dem Hunger.
    Na ja, und so einen Ordungsfimmel, den hätte ich gern….

  7. Hihi, das mit dem Hunger kennt mein Freund auch von mir. Es gibt bei uns ein Wort dafür: hangry (zusammengesetzt aus hungry und angry).
    Haben wir mal irgendwo in einem Film aufgeschnappt und seitdem ist es mein zweiter Vorname…

    Und wenn man sieht, wie viele andere sich noch damit auskennen, dann kann man wohl beruhigt sagen: Alles halb so schlimm.
    *puh!*
    😉

    • Du glaubst nicht wie froh ich darüber bin, daß es anderen auch so geht wie mir. Hangry ist ziemlich cool, das merke ich mir. Wachsen dir dann auch längere Zähne???

  8. Ich habe von Tina auch so ein Stöckchen zwischen die Füße geworfen bekommen und wollte es heute eigentlich auch mal in Angriff nehmen. Leider machte mir ein fürchterlicher Tag einen Strich durch die Rechnung. Mal sehen – morgen ist ja auch noch ein Tag. Allerdings fürchte ich, dass man deine Marotten kaum noch toppen kann.

    Schlaf gut, liebe Emily.

    • Wir haben doch alle Zeit der Welt! Und wieso kann man meine nicht toppen?? Mach‘ mich nicht fertig!! 😉

      Hab noch einen schönen Abend, liebe Mandy und ich hoffe, es geht dir heute schon wieder etwas besser!

      Emily

    • Neheee, so gut kenne ich dich doch gar nicht. Vielleicht schnappst du es dir einfach? Hm??? Wäre das nicht etwas für dich??? Bin schon gespannt… na los…fang‘!

      Herzliche Grüße an dich, Schwesterlein!

  9. Liebe Emily,

    wie sind uns sehr ähnlich, vieles kommt mir so bekannt vor.

    Dieses Stöckchen habe ich auch noch und werde es in den nächsten Tagen angehen….

    Herzlich,
    Anna-Lena

  10. Also, unsympatisch macht dich das nicht, liebe Emily. 😀
    Ich habe das Stöckchen auch noch da liegen, aber ich glaube, im Moment schaffe ich es gerade nicht.

    Liebe Grüße von der Gudrun

  11. Putzig! Warum entdecke ich mich in Deinen Texten so oft? Vor allem die „Distanz-Marotte“ … oh ja. Höflichkeit und Achtung hänge ich sehr hoch. Wenn aber erst meine Grenze erreicht ist, dann könnte ich auch anders, wenn ich wollen würde.

    Nettes Stöckchen; vor allem so nachvollziehbar! *räusper

    ;o)

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