Bürogeflüster

Neulich las ich in einem Zeitungsartikel, von einer neuen Generation an Magnet- und Chipkarten. Nun wird es sich also ergeben, daß eine Änderung in der Sicherheitstechnik auch eine Änderung im Kartenmechanismus erfordert. So weit kann ich dem folgen.

Kommen wir also demnächst an einem dafür installierten Gerät vorbei, wie zum Beispiel einer Kasse, löst der Kartenträger automatisch im Vorbeigehen einen bestimmten Vorgang aus. So weit kann ich dem auch noch folgen.

Nun, da ich von Natur aus ein, sagen wir, wissbegieriger Mensch bin, interessiert mich dieser rein technische Vorgang sehr.

Nachdem ich also den Zeitungsartikel las, schlurfte ich ins Nachbarbüro und befragte einen Kollegen, der sich fast immer mit solchen Funktionen auskennt. Auskennen könnte.

Ich setzte ihn kurz ins Bild und informierte ihn über die Inhalte des Zeitungsartikels.

„Wie läuft denn das demnächst eigentlich so mit der Karte? Und was passiert mit meiner alten Karte? Wird die nachgerüstet dann oder wie muß ich mir das vorstellen?“

Kollege: „Also, das waren ja schon drei Fragen auf einmal. Welche soll ich denn wohl zuerst beantworten?“

Ich: „Also, ICH habe ja mal gelernt, dass man eine Frage nicht mit einer Gegenfrage beantwortet. Aber gut…“, ich nehme erst einmal an einem anderen Schreibtisch Platz, das scheint mir hier ein längeres Gespräch zu werden. „…ich will mal nicht so sein und beginne von vorn. Was passiert konkret mit den alten Karten, wenn die neue Technik kommt?“

Ich muss mich zügeln nicht unmittelbar die nächste Anschlussfrage zu stellen. Die muß in die Warteschleife und ich hoffe, ich erinnere mich gleich noch daran!

Wieso ist das alles manchmal so schwierig???

Kollege: „Diese Karten werden ab Ende 2012 nach und nach durch neue Karten ersetzt. Die könnten dann so aussehen…“

Er hält seine eigene Karte hoch. Dabei fällt mir auf, daß die ja eine ganz andere Farbe hat als meine…

Ich: „So eine will ich aber nicht. Die Farbe ist doof.“

Mein Kollege verdreht die Augen.

Er: „Die KÖNNEN dann SO aussehen. Jedenfalls bekommt der Chip dann eine Antenne…“

Ich muß schmunzeln.

Er beobachtet mich genau und ich wage nicht, ihm ins Wort zu fallen.

„…eine liegt dann über und eine unter dem Chip…“

Karte mit Antenne! Es kribbelt im Zwergfell…

„…und wenn man dann an einem solchen …Dings…Lesegerät vorbei kommt…kommunizieren die Antennen miteinander…“

Jetzt kann ich mich allerdings nicht mehr halten. Das mag ja alles ein höchst technischer Vorgang sein, doch ich sehe gerade eine Karte mit Chip + Antenne vor meinem Auge. Und wenn ich ihr, je nach Farbe, auch noch ein Gesicht aufmale …

„…so müssen Sie sich das in etwa vorstellen …“

Er hält seine Karte nun demonstrativ unmittelbar über einen Büroklammerhalter. Das sind diese Plastiktrommeln, in dessen Mitte sich ein Magnet befindet, der diese kleinen rutschigen Büroklammern bändigt.

Vor Lachen kommen mir schon fast die Tränen. Vermutlich kann mir niemand außer mir selbst noch folgen, am wenigsten mein Kollege. Er sieht mich nur irritiert an.

Ich: „Wissen Sie eigentlich, was gar nicht so gut ist?“

Er sieht mich erstaunt an: „Was dann??“

Ich: „Wenn man eine Karte mit Magnetstreifen über einen Magneten hält!“

Alles Liebe und einen schönen Ausblick auf’s Wochenende,

Emily 😉

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14 Gedanken zu „Bürogeflüster

  1. Der arme Kerl 😀 Hoffentlich funktioniert seine Karte noch *g*
    Aber ich meine, dass er das sehr gut erklärt hat und freue mich auch schon auf so eine Antennenkarte 😆

    GLG marianne ♥

    • Wie gut, daß du das erwähnst. Das haben wir im Anschluß sicherheitshalber gleich mal getestet. Ist alles gut gegangen 😉

      Viele liebe Grüße, Emily

  2. hihihi …. ich möchte auch so eine Antennenkarte …. werde mal zuerst bei meiner Bank und dann bei der Krankenkasse nachfragen ….

    Ich lache noch immer über deinen Bericht, liebe Emily ……

    • Ich schätze, da war die Spontaneität schuld an dem Desaster. Ist aber alles gut gegangen.

      Danke dir, meine Liebe, ich muß mir mal eine Pause einräumen. Schätze ich.

  3. Dabei habe ich gestern noch einen Mann gesehen, der multitaskfähig ist: Er ging (immer weiter), hatte sein Handy am Ohr und zündete sich eine Zigarette an.
    Das war doch wohl eine Meisterleistung. Denn normal bleiben Männer ja stehen, wenn es um eine Diskussion geht. Da geht ja nix mehr.
    Ganz schön abstoßendes Ende deines Berichtes, lach.

  4. 😆 Na das war ja eine richtig schöne technische Antwort!!! 😆 Danke für dieses geniale Chipkarten-mit-Antennen-Bild. Ich sehe hier Fühler vor mir, die sich gegenseitig zuwinken und zuzwinkern. Sehr technisch, sag ich ja! 😆
    Schönes Wochenende!!!

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