„Ist hier noch frei?“

Tja, bis gerade eben schon … bis gerade hatte ich sogar noch eine freie Sicht.

Ich: „Aber ja, bitte sehr…“

Nach dieser Woche will ich ein Wochenende, mit allem was mir gefällt. Das habe ich mir nämlich echt verdient. So!

Und so saß ich bis gerade extrem entspannt im Schiffchen , halte die Nase in die Sonne und genieße nebenbei Düsseldorfer Hausmannskost, als ein älteres Pärchen zwei Sitzplätze an meinem Tisch begehrte.

Höflich, wie man Frau Rosensteuz ja kennt, lächelte sie breit und bot die Plätze an, die ihr bis gerade eben noch die freie Sicht bedeuteten.

Ich: „Hier, Sie können auch gern meine Karte haben.“

Dann erzählen sie nicht so viel und studieren erst einmal die Karte. Somit habe ich noch ein wenig Ruhe…

Sie: „Danke! Oh ja, dann laß‘ uns mal gucken Heinz…“

Er: „Och jaaa, das esse ich.“ Heinz tippte mit seinem Zeigefinger ungeduldig auf die Karte.

Sie: „Blutwurst?? NEIN!! Du kannst doch keine Blutwurst essen. Das ist ja schrecklich!“

Stille.

Er: „Dann esse ich eine Currywurst. Oh jaa! Habe ich ja seit Ewigkeiten nicht mehr gegessen!“

Sie: „Ich bitte dich! Currywurst?! Das kann doch wohl nicht dein Ernst sein!“

Hier muß man sich einen so richtig vorwurfsvollen Ton vorstellen. Herrlich!

Er: „Ja was soll ich denn essen?“

Scheinbar hatte er den Ernst der Lage erkannt. Es kommt nur in den Magen, was SIE erlaubt. Meine Augen sind geschlossen, aber ich muß schon schmunzeln und krame in meiner Tasche schon mal nach meinem Notizbuch…

Sie: „Iss doch den Heringsstipp. Den magst du doch so gerne.“

Na, wenn DIE nicht aufeinander eingestellt sind, weiß ich es aber auch nicht…

Er: „Na gut.“

Großartig und nu saßen sie schweigend in meinem Blickfeld!

„Zahlen!“

Alles Liebe,

Emily – die Entspannte –

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41 Gedanken zu „„Ist hier noch frei?“

  1. liebe emily
    herrlich!!!!
    ich hätt mich denk ich verziehen müßen,weil ich hätte schon sehr mich zurückhalten müßen.
    gut, dass seine frau weiß, waas gut für ihn ist
    er selbst scheint keine ahnung zu haben?:))
    allerliebste grüße zu dir und einen schönen sonnensonntag
    babsi 🙂

    • Genau, wie gut, daß seine Frau wußte, was gut für ihn war. Nein, was für ein Schauspiel;o)))

      Er hatte wohl schon Ahnung, allerdings konnte sich diese nicht durchsetzen. Einen Versuch war es scheinbar wenigstens wert!

      Hab einen schönen Start in die neue Woche & alles Liebe, Emily

  2. Hehe, ich hätte mich aber auch aus dem Staub gemacht, denn irgendwann hätte ich losgelacht oder einen, für ihre Ohren unpassenden, Kommentar abgelassen, zuuu schön….

    • Hehe..genau. SIE war mächtig entspannt und ER wußte nicht mehr, was er essen durfte. Geschichten, die das Leben schreibt :mrgreen:

      Hab einen schönen Start ins Ferienwochenend‘ & liebe Grüße, Emily

  3. 😀 Ich die Blutwurst, die könnte und würde mir mein Mann auch nicht ausrede…..wo gibts denn sowas 😉

    GLG Marianne 😆

  4. Dezent, aber kurz und treffend geschildert: Ehepaar geht ins Restaurant, bestenfalls ist das einzige Gespräch die Speisekarten-Auswahl – und dann: das grosse Sich-Anschweigen! Bis dann endlich die Kommunikation in dem Wort „Zahlen!“ gipfelt!
    So oft, viel zu oft gesehen. Frage mich jedes Mal, warum gehen die überhaupt aus?
    GLG

    • Du sprichst mir aus der Seele. Soll doch jeder essen was er oder sie mag. Wo gibt es denn Beschränkungen? Scheinbar doch zu oft. Sa-gen-haft. Hehe…und spaßig für mich;)

      Hast du das Rezept bekommen?

      Liebe Grüße an dich, Emily

  5. Hihi, liebe Emily, ich erinnere mich bei Deiner Geschichte sofort an all die Szenen beim Einkaufen von Skibekleidung – als Verkäufer ist es ganz wichtig, schnell herauszufinden, WER das sagen hat und am Ende bestimmt, was gekauft wird:-) Und da gibt es die tollsten „Kombinationen“… Liebe Lach-Grüsse Andrea

    • Uhh jaaa, das kann ich mir gut vorstellen. Du solltest deine Erinnerungen aufschreiben ;))) Denke mal drüber nach!

      Schmunzelgrüße an dich, Emily

  6. Jaaaa, und ich sehe die beiden direkt vor mir! Für solche Sachen habe ich auch immer Zettel und Stift mit. 😀

    Herzliche Grüße von der Gudrun, die auch das Wochenende auf dem „Trallerwatsch“ war

  7. Ich hätte Blutwurst bestellt, wenn ich du gewesen wäre, pruuust. Oder aber gesagt, die Blutwurst ist spitze hier, sehr, sehr lecker, kann ich NUR empfehlen 😆

    Der arme Heinz, endlich mal unterwegs auf nem Schiffken und dann immer noch an die Gesundheit denken müssen, der kann einem echt leidtun.

  8. Ach herrje… liebe Emily, ich hoffe, dir geht es gut. Irgendwie klangen deine letzten Einträge ein Bisschen nach viel Stress (?). Dieses Pärchen, das sich da zu dir gesetzt hat, gibt es wohl überall. Lass dir von solchen Leuten aber bloß nicht die Stimmung verderben. Du kannst sie ja als eine Art Sozialstudie betrachten und (so wie du das ohnehin gemacht hast) einfach als Blogeintrag verarbeiten. Liebe Emily, ich umärmel dich ganz fest und wünsche dir eine schöne und erholsame Woche! Lass es dir gut gehen, du liebe! 🙂

    • Leider stimmt es, ich saufe gerade ein wenig ab. Aber den Rettungsring lasse ich nicht los! 😉
      Wie gut, daß ich diese Sozialstudien überall vornehmen kann. Neulich war ich in einem Seminar…hach neee! Dazu später!

      Drück dich zurück und danke für die lieben Worte!

      Emily

  9. Frei nach dem Motto „Du willst doch bestimmt XXX haben! Und wenn Du es nicht schaffst, esse ich den Rest!“?! Köstlich; im doppelten Sinne! ;o)

    Da bekommt der Satz „Geh mir aus der Sonne“ eine ganz neue Tragweite, hm?

    • „Du nimmst mir die Sonne“ auch!

      Auf die Idee kam ich gar nicht. Aber jetzt, wo du es sagst…! Wenn ich an den Umfang denke… hätte gut passen können 😉

  10. Pingback: Dies ist mein erster … « skriptum ~ Eigen[/artig]es

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