Der (gemeine) Laubjäger

Der Laubjäger an sich, ist sicher ein Ordnung liebender Mensch. Manch einer, geht privat auf die Jagt, ein anderer ist dafür sogar bei der Stadt angestellt. Der städtische Jäger, trägt in der Regel eine orange farbene Tracht, die im Dunkeln leuchtet und dem Betrachter signalisiert, daß das ganz offiziell sein Job und seine Bestimmung ist. Er hat das Privileg, bereits morgens in aller Frühe, zum Beispiel um exakt 7 Uhr, auf die Jagd gehen zu dürfen. Der Privatlaubjäger darf indes etwas länger schlafen.

Was diese zwei Spezies verbindet, ist das Gerät: Der gemeine Laubpüster. Das wiederum ist eine äußerst nette Beschreibung dessen, mit dem sie ihre Arbeit verrichten. Es ist laut, stinkt und vor allem ist es laut.

Theoretisch, na ja und auch praktisch, können die Jäger zu jeder Wetterlage mit diesem Krachmacher um die Häuser ziehen. Ihr Ziel: Herbstlaub. Ist der Püster einmal angeworfen, gibt es kein Halten mehr! Der Luftdruck, den das Gerät entwickelt sorgt dafür, daß das Laub den Weg befreit. Oder den Rasen. Oder den Hof. Oder was weiß ich.

Der Geräuschpegel kann dabei so hoch sein, daß ein Anwohner, der versehentlich sein Fenster nicht geschlossen hat und einen freien Tag genießen könnte, spontan aus dem Bett fällt. Dabei handelt es sich auch nicht um einen gleichbleibenden Krach. Nein, der Laubpüstehalter hat es in seiner Macht, den Luftdruck und damit den Krach sogar zu steuern. Mal heult das Dings auf, mal ebbt es kurzfristig ab.

Nun nehmen wir mal an, das Laub ist feucht, da es in der Nacht geregnet hat. Die Blätter haben schlicht und ergreifend die Angewohnheit, mit der Straßen, dem Weg, dem Hof, quasi EINS zu werden. Der fleißige Püsterhalter wird in diesem Fall vom Ehrgeiz gepackt. Die Blätter müssen doch zu bewegen sein? Einen Feger zu benutzen, wäre definitiv keine Herausforderung. Zu einfach. Nein, der Püster muß es doch einfach schaffen können! Also hält dieser ehrgeizige und verantwortungsvolle Arbeitsmensch, das Krachgerät einfach mal 10 Minuten auf eine Stelle. Und selbst dann ist das Vorhaben oft nicht wirklich von Erfolg gekrönt.

Nun, wenn nun der private, wie auch der dienstliche Herbstlaubverjagungskünstler einmal aktiv ist, so scheint ihn so schnell auch nichts davon abzubringen. Außer, an einem Baum festgekettet zu werden vielleicht. Der müde Anwohner könnte auf so eine böse Idee kommen. Auch könnte er auf die Idee kommen, dem Püstehalter das Gerät um den Hals zu wickeln. Jetzt nur mal laut angedacht …

So richtig drollig wird das Bild erst, wenn ein Helfer dem Halter des Püstlings zur Hand geht und ohnehin alle umher fliegenden Blätter zusammen fegen oder PER HAND aufsammeln muß. Sei es ein orangefarben dienstlich Bekleideter oder die Ehefrau, die dem Privatmann die Blätterchen einzeln hinter her trägt. Jäger und Sammler vereint. Traumhaft! Apropos Traum…

Egal zu welcher Uhrzeit dieses Mistkäselaubpüstedings in Bereitschaft geht, von Träumen kann da kaum noch eine Rede sein.

Ich wollte das nur mal so zu bedenken geben.

Alles Liebe,

Emily

27 Gedanken zu „Der (gemeine) Laubjäger

  1. Ich hab mich schon immer gefragt, ob die Dinger so sinnvoll sind, weil man im Endeffekt doch wieder mit der Hand ran muss. Aber die Herbstlaubverjagungskünstler sehen immer stolz und glücklich aus, vielleicht weil manche Männer gerne mit ihrer Technik angeben?! Immerhin bringt es Ehepaare dazu, gemeinsam etwas zu unternehmen. Und sei es nur „einer püstet, einer bückt sich“ 😉
    In unserer Straße gibt es glücklicherweise nur Besen schwingende Herbstlaubverjagungskünstler…
    Liebe Grüße,
    Caramellita

    • Natürlich sehen sie glücklich aus. Ich denke da nur an die Männer, die voller Stolz ihren Werkzeugkeller präsentieren…
      Ich würde denen wünschen, sie gingen lieber essen nach einem gemeinsamen Fegenachmittag 😉

      Gönne dir ein schönes Wochenend!

      Alles Liebe, Emily

  2. Da hab ich letztens eine noch andere Spezies der Sorte Laubjäger erlebt.
    Einer von der Stadt, mit Hörschutz, orangener Weste.
    Der pustete die Blätter schlicht und einfach in Richtung vorgärtliche Wiesen.
    Hauptsache: Weg vom Brügersteig!

    Ich war drauf und dran, der Kerl anzuquatschen und zu fragen, was das denn bitte soll ❓
    Sie sind nicht nur laut und früh, sie sind auch noch blöde….

  3. Brumm, brumm! Drollig sieht das aus. Eine Blätterwolke und irgendwo dazwischen ein Jäger, im Wettstreit wer „den Größten“ (und Lautesten) hat.
    Liebe Grüße und laubjägerfreies Wochenende! H.

  4. Jawohl. Und die Dinger kommen auch immer dann zum Einsatz, wenn man frei hat und ein paar Minütchen länger im Bette träumen will. „Gemeiner Laubjäger“ – das werde ich nächstens aus dem Fenster rufen, wenn die Hausmeister da unten mal wieder zum Wettkampf antreten. Es wird bloß keiner hören.

    Liebe Grüße und träum‘ morgen besser 🙂

    • Wie sollen sie es auch hören? Die haben die Öhrchen ja auch gut geschützt.

      Gleich geht es in die Federn 😉

      Ganz viele liebe Grüße an dich, Emily

  5. Soll ich mich jetzt freuen, dass man hier in Spanien von solchen Püstern verschont bleibt, oder bedauern, dass mir dieses Schauspiel entgeht 😉

    Ich wünsche dir einen guten Start in das Wochenende!!
    Lieben Gruß,
    Julia

    • Freuen! Freu‘ dich. Auf jeden Fall! Du hast nüscht verpaßt! 😉

      Ich wünsche dir auch einen schönen Start ins Wochenend‘

      Alles wird gut 😉

      Emily

  6. Wie unangenehm!!! Da schau ich mir doch lieber nochmal die schööööönen Photos der Beleuchtungskunst an, die Sie da eingestellt haben!! Die Farben sind einfach GIGANTISCH!! Und Lärm machen die wohl auch nicht!
    Liebe Wochenendeinläut-Grüße!

  7. Dieeeeeeeeeeee dürfen ab 7 Uhr morgens lauben 😀 und am Samstag kommen sie nicht, Sonntags auch nicht….wann mußt du denn in der Woche aufstehen ?
    Ich habe mal einen schönen A….satz auf den Blättern gemacht…nein danke, laß die Männer arbeiten und wenn sie nicht spritzen (Feuerwehr), dann eben laubsaugen…denn jeder Mann hat seine kleinen Hobbys, wir Frauen doch auch und irgenwie muß doch die Arbeit verteilt werden, das Geld verdient werden…das geht nicht anders 😀

    Komm Emily, sei gnädig und schenke denen ein Lächeln ♥

  8. Oh, ja, so wahr!

    Sehr fies ist aber auch der Gemeine Rasenmähling (entdeckt und erforscht von Stina), der hier neuerdings auch schon morgens um sieben loslegt. Mit Scheinwerfer (!) am Rasenmäher, damit er auch sieht, wo er hinfährt, und nicht versehentlich gegen die Birke knallt, die mitten auf dem Rasen steht…

    Gelegentlich wünschte ich aber, sie hätten sich (zu etwas christlicherer Uhrzeit) doch ausgetobt – immer dann, wenn ich wieder wie auf Eiern zur U-Bahn laufe, um mich nicht dank des nassen Laubmatsches doch mal auf meine fünf Buchstaben zu setzen.

    • Die Geschichte von dem „gemeinen Rasenmähling“ war schön geschrieben! Das Gerät mit dem Scheinwerfer ist aber schon die luxoriöse Variante oder? Ich habe früher regelmäßig einen ziemlich großen Hof im Herbst fegen dürfen. Es war Sport an der frischen Luft. Kann man das nicht allgemein wieder einführen? Dann müssen wir auch nicht eiern…das Problem kenne ich ja auch. Aber es wäre viel leiser 😉

  9. „Außer, an einem Baum festgekettet zu werden vielleicht. Der müde Anwohner könnte auf so eine böse Idee kommen. Auch könnte er auf die Idee kommen, dem Püstehalter das Gerät um den Hals zu wickeln. Jetzt nur mal laut angedacht …“

    😆 sehr schöne vorstellung, wär ich glatt dabei bei dem späßchen 😆

    liebe grüße, katerwolf

  10. Kennst du den gemeinen Fassaden-Kletterer? Oder den regulären 2-Rad-Monteur? Das schöne an diesen Gesellen ist, dass sie nie gleichzeitig auftauchen, sondern sich regelmäßig abwechseln.

    Weißt du auch, dass Stadtmenschen aufgrund von Lärmbelästigung sehr oft krank werden? Wir armen….

    Wie immer toll beschrieben!

    Lg Simone

    • Danke dir meine Liebe!
      Manchen Lärm nimmt man ja schon gar nicht mehr wahr. Erst, wenn man in der Stille untertaucht fällt einem auf, was man nicht vermißt 😉

      Hab noch einen schönen Abend und liebe Grüße an dich,

      Emily

  11. Hihi, liebe Emily, sorry, aber ich sitze hier jetzt mit einem fetten Grinsen vor dem Computer- selber schuld, wenn Du so herrlich ironisch humorvoll schreibst:-) Aber ich stimme Dir zu, diese Dinger sind einfach lästig und ich habe auch das Gefühl, das Laub wird hauptsächlich von A nach B gepustet, was für nen Sinn soll das machen…:-) Liebe Grüsse Andrea

    • Liebe Andrea,

      heute habe ich Laubpüsterhalter gesehen, die inmitten der farbigen Pracht standen. Sie haben das Laub von A nach B gepustet und waren kaum Herr der Dinge. Das sah sooo niedlich aus! Die Blätter wirbelten umher. Das war wunderschön anzusehen, aber den Sinn habe ich nicht erkennen können 😉

      Liebe Grüße an dich,

      Emily

  12. Neulich habe ich in irgendeiner regionalen Nachrichtensendung gesehen, dass es mittlerweile hier in Bayern schon Ortschaften gibt, wo der Gebrauch des Gemeinen Laubpüsters untersagt ist, dort wird wieder nach alter Sitte das Laub mit Besen zusammen gefegt und entsorgt. Himmlisch…

  13. @ all

    Da kriegt man die Tür nicht zu!

    Heute waren zwei städtische Bedienstete im Park mit Laubbläsern unterwegs…
    Einer fuhr ein Gerät, das wie ein Rasenmäher aussah. Ein Mega-Laub-Püster also! Der püstete in die eine Richtung und ein anderer mit einem Hand-Laub-Püster-Gerät in die andere Richtung.

    WAS für ein Bild 😀

    Und! Wir alle bezahlen dafür *tränenwegwisch*

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