Vorsicht bissig!

Bevor Monsieur Jacques und ich uns wieder auf den Heimweg machen wollten, mussten wir natürlich noch wissen WANN wir denn zurück fliegen sollten. Auf meinem Zimmer lag bei meiner Anreise ein Zettel: „… wir informieren Sie 2 Tage vor Ihrer Abreise darüber, wann wir Sie abholen und bis wann Sie bitte Ihr Gepäck vor die Tür Ihres Zimmers stellen wollen…“

Da ich bis zum Tag VOR meiner Abreise noch nichts gehört oder gelesen hatte, wollte ich vor dem Yoga-Kurs am Morgen, noch einmal zur Rezeption gehen, um mal vorsichtig nachzufragen.

Ich: „Entschuldigen Sie bitte. Mein Flug geht morgen, daher hätte ich gern gewußt, wann ich abgeholt werde.“

Rezeption: „Dazu haben wir Ihnen eine Information aufs Zimmer gelegt.“

Ich: „Nein, die habe ich wohl nicht bekommen. Deswegen bin ich ja hier.“

Ach, bin ich entspannt…

Rezeption: „Oh, das ist aber seltsam… hm… geht Ihr Flug morgen um 12.15 Uhr?“

Ich: „Das nehme ich an?! Deswegen bin ich ja hier..“ lächel……

Rezeption: „Ich kümmere mich darum. Augenblick bitte.“

Ich: „Kein Problem. Ich gehe erst zum Sport und komme in etwa einer Stunde wieder.“ lächel….

Alles gut. Ich bin so was von entspannt…

Etwa eine Stunde später

Jemand anderes steht an der Rezeption.

Ich: „Hallo! Ich war vorhin schon einmal hier. Ich hätte gern meine Abreiseinformationen.“

Rezeption: „Wann reisen Sie denn ab?“

Ich: „Morgen.“

Rezeption: „Die haben wir Ihnen gestern aufs Zimmer gebracht.“

Ich: „Neee. Haben Sie nicht. Ich war vorhin deswegen schon einmal hier. Ihr Kollege wollte sich darum kümmern.“

R.: „Welche Zimmernummer?“ haben Sie bitte? (führe ich den Satz innerlich zu Ende)

Ich: „4162“

R: „Hm…wann geht ihr Flug? Mittags?“

Ich: „Nehme ich an. Ja. Deswegen bin ich ja hier.“ Ich glaube, mein Lächeln war etwas gequält jetzt. Der Puls beschleunigte leicht, trotz Yoga…

R: „Hm, Sie müssten gegen 9:15 Uhr abgeholt werden.“

Ich: „Ob es sich einrichten läßt, dass Sie es mir genauer sagen können? Auch wann Sie das Gepäck abholen und so weiter? Wäre super!“

Ich konnte eine gewisse Spur von Sarkasmus nicht verbergen…dabei war meine Stimme ganz sanft und freundlich.

R: „Klar, ich kümmere mich darum!“

18:30 Uhr an der Rezeption

Keiner von den beiden Experten vom Vormittag weit und breit zu sehen. Aber jemand anderes…

Ich: „Hallo. Ich reise morgen ab und ich hätte gern gewußt, wann ich abgeholt werde und wann ich mein Gepäck vor die Tür stellen muss.“

R.: „Ihre Zimmernummer?“ BITTE. Gerade hatte ich ein Dejavue, inkl. des beschleunigten Pulsschlages. Das lag allein schon an dem Typen vor mir: Marke Kotzbrocken. Glotzte mich nur an. Kein Gruß. Kein Lächeln.

Ich (tiiiiief durchatmend): „4162“

R.: „Sie haben Ihre Abreiseinformation aber schon  erhalten.“ Strenger Blick durch seine Brille.

Freundchen, mach‘ dich nicht unglücklich. Ich war mächtig entspannt, aber jetzt kommt mir gerade was hoch … du willst ein Augenduell? Bitte schön …

Ich: „Nein, ich habe nichts erhalten und deswegen war ich bereits um 10 UND um 11 Uhr hier. Ohne Erfolg.“ Meine Stimme war sanft und leise. Doch jetzt guckte ich streng und lächelnd. Zähne gefletscht. Unsichtbar.

R. „Kann aber nicht sein.“

???

Ich: „Bitte, was?“

Gleich fiel mir der Kitt aus der Brille!

R. „Die Unterlagen werden IMMER 2 Tage vorher verteilt.“

Ich: „Wollen Sie mitkommen? Einmal gucken gehen? Hm?“

Das Katz‘ und Mausspiel hat begonnen und wenn es sein musste, würde ich den mit Haut und Haar fressen. Wenn ich keine Pillen nahm, war der auch schnell wieder draußen! Montezuma sei Dank 😎

R.: „Nein. Ich entschuldige mich.“ Geht doch. „Aber das kann eigentlich nicht sein.“ hmpf….. „Sie werden um 09:15 Uhr abgeholt und Ihr Flug geht um 12:15 Uhr.“

Ich: „Danke. Mehr wollte ich ja gar nicht. Eine Beurteilung zur Reisegesellschaft und Anlage hätte ich gerne noch.“

R.: „Die liegt auf ihrem Zimmer.“

Eine Rauchwolke über meinem Kopf. Gleich machte ich ’nen Satz über die Theke und musste den Mann würgen. Einfach so.

Ich: „Nein. LAG SIE NICHT.“ Kein Lächeln.

Er schob mißbilligend eine Beurteilung über die Theke.

Ich: „DANKE“, knirrschte es zwischen meinen Zähnen heraus. Jetzt musste ich nur noch aufpassen, dass ich die Spitze meines Kugelschreibers nicht abbrach, während ich diesen Wisch ausfüllte.

Wer saß am Tag meiner Abreise im Bus VOR mir?? Na? Die Blitzbirne der Rezeption. Ich hätte ihn einfach mit dem Strick des Fenstervorhanges am Bus erwürgen können. Aber, ich war ja mächtig entspannt. So was von entspannt …….

Emily 😉

26 Gedanken zu „Vorsicht bissig!

  1. Haha, ein Glück, dass dir nicht gesagt worden ist „das war jetzt Ihr Bus, der gerade zum Flughafen abgefahren ist“. Ja, der Service und die Freundlichkeit mancher Leute sind schon ein Extrathema. Ich verstehe so was nicht, weil es zu ihren Geschäft gehört, aber naja.

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag zu Hause, mit sooooo viel Freundlichkeit (und Sonne), die Gudrun

    deine Geschichte war trotzdem lustig, für die anderen

    • Liebe Gudrun, ich fand sie ja auch witzig. Im ersten Moment rege ich mich zwar auf, dann amüsiere ich mich meistens drüber. Vor allem als der Gnom im Bus vor mir saß! Als ich den Beitrag geschrieben habe, musste ich schon laut loslachen 😉

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag dir!
      Emily

  2. Ja, ja, so sind sie, da muß man ziemlich oft nachfragen, das kann schon nerven.
    Erhol Dich gut, an diesem sonnigen Sonntag.

    GLG Marianne 😉

  3. Haben wir ein Glück, dass du Yoga gemacht hast, denn sonst wärest du vielleicht wegen eines Amoklaufes in der Rezeption festgenommen und in Handschellen nach Deutchland überstellt worden. Schrecklicher Gedanke! Nur dein kleiner Jacques noch in Freiheit!

    • Man hätte mir nur meine bunten Montezuma-Pillen wegnehmen müssen. Dann hätten sie sicher ihre Ruhe gehabt 😉
      Aber stimmt schon, nach dem Yoga war ich ja die Ruhe in Person *höhö*

  4. In solchen Fällen sage ich immer…

    „Sie “ vergessen Sie nicht, dass ich Ihnen durch meinen Aufenthalt Arbeit und Brot gebe! Dann wendet sich sehr oft das Blatt…;-( leider!

    Liebe Emily, Buddelchen macht sich auf den Weg zu Dir 😉

    Liebe Grüße
    Ulli

  5. Deine Geduld ist sagenhaft, liebe Emily. Ich wäre schon ziemlich früh geplatzt.
    🙂

    Hab einen schönen Sonntagabend und morgen einen guten Wochenbeginn.

    Liebe Grüße
    Heike

    • Ich war völlig yogaentspannt *oooohmmmm*

      Na ja, bis zu einem gewissen Punkt halt 😉

      Danke, dir auch einen guten Start in die neue Woche! Hoffentlich läßt die Sonne sich blicken.

      Liebe Grüße,
      Emily

  6. Zeigt ja leider, dass die ersten beiden Hanseln sich ja offenbar nicht gekümmert haben, sonst hättest du ja zwischendurch mal ’ne Info bekommen. Dass da der Blutdruck (trotz Yoga) steigt, völlig klar 🙂 Unglaublich kunden“freundlich“…

    Schönen Rest-Sonntag,
    Ozyan

  7. Ich bin sehr froh, dass du völlig entspannt warst … und keinen Amok-Lauf veranstaltest hast … das lag wohl am Yoga und deinen schönen bunten Pillen … *grins* … sonst hätten wir diesen netten Reisebericht jetzt nicht lesen können …
    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend und einen guten Start in die neue Woche …
    herzliche Grüße
    Doris

  8. OHA, Service wird mal wieder groß geschrieben, erinnert mich ganz leicht an meinen Bericht über brunch in Oppenheim, prust.

    Eigentlich hättest du Gift ausatmen müssen, so dass der umgefallen wäre.
    Aber dank Yoga warst du ja völlig entspannt – völlig – entspannt – ?

    Na ja, hart, sehr hart an der Grenze.

    Ich stell mir gerade mal so vor, du hättest dich NICHT drum gekümmert.
    Und dann hätteste gesagt, ja, die Info sollte ja aufs Zimmer kommen. Hab mich doch drauf verlassen….
    Und dann hättest du womöglich den nächsten Flug nochmal bezahlen dürfen. Oweh, ich darf nicht weiterdenken, lach.

    • Neee, liebe Bärbel. DEINE Brunchgeschichte war ergreifender!
      Wenn jemand so blöd daher kommt, wird es ein Sport für mich als Servicecoach 😉

      Nein nein, denken wir mal nicht weiter. War ja alles im sportlichen Bereich 😉

  9. Schön zu hören, dass Jaques und du wohlbehalten zurück seid. Ich hoffe ihr habt Montezuma dort gelassen und die Entspannung beibehalten.

    Eine schöne Woche euch beiden!

    • Hi Chillmone 🙂

      Ein paar Viren hatte ich noch im Gepäck, aber mittlerweile bin ich sie losgeworden. Die Entspannung leider auch *hmpf*

      Liebe Grüße und dir einen schönen Start in die neue Woche,
      Emily

  10. Eine Verlängerung des Aufenthalts um ein paar Jahre wäre ja möglicherweise ganz nett gewesen. Aber die Gitter vor den Fenstern hätte ich vermutlich auch als tendenziell störend empfunden! ;o)

    Ich wünsche Dir einen prächtigen Wiedereinstieg ins Berufsleben, liebe Emily!

    • Nicht nur die Gitter vor den Fenstern, ich nehme an auch die Aussicht wäre wohl eher spartanisch gewesen. Ach neee, das Buffet wäre dort sicher auch nicht so gut gewesen. War schon alles gut so 😉

      Ich wünsche dir einen schönen Abend & liebe Grüße!

  11. Liebe Emily, da warst Du ja noch „zen-mässig“ unterwegs *bewunder*. Einer meiner „Lieblingssätze“ ist auch dieses, „das kann nicht sein“… äh, ich bin zwar blond:-), aber wenn ich sage, es IST so, dann kann es eben auch sein… Mitfühlende Grüsse Andrea

  12. Ui Emily, ich hoffe diese Diskussionen haben nicht die ganze Ruhe aufgebraucht die du vorher so schön aufgesogen hattest 😮
    Ich glaube ich wäre dem wohl auch liebend gern an den Kragen gesprungen!!

    Lieben Gruß, Julia

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