Jacques & Emily on Tour

Monsieur Jacques und ich haben an unserem ersten, so richtigen Urlaubstag dann erst einmal so richtig ausgeschlafen. Gegen 05:55 Uhr waren wir Zwei voll auf Sendung. Ich blickte zu meinem kleinen grünen, pelzigen Freund.

„Jacqui, was stellen wir beide heute an, hm?!“

Am Abend zuvor haben wir Monsieur & ich auf das DU angestoßen. Schließlich waren wir gemeinsam im Urlaub, da kann man doch ein bisschen entspannt sein oder?! Er zierte sich erst ein wenig, war dann aber einverstanden. Allerdings verbat er sich die Verunglimpfung seines Namens in Jacqui. Aber hey, erster Urlaubstag, ziemlich müde, ein Cocktail, da darf man auch mal gewisse Vereinbarungen kurzfristig verdrängt haben.

Jacques sah mich – wie immer – grinsend an und ehrlich gesagt, rief er nach Frühstück. Verfressener Bursche! Auch mein Magen knurrte bereits.

„Schnuckel, Frühstück gibt es erst ab 7……Wie wäre es mit einer Runde schwimmen im Pool??“

Ohne eine imaginäre Antwort abzuwarten, packte ich meinen freundlichen Wurm, wickelte ihn in mein Badetuch, fegte in Badezeugs durch die Gänge und sprang in den Pool.

Niemand außer mir war zu dieser Zeit hier unterwegs. Das Wasser war kühl und frisch auf der Haut. Ich tauchte unter und war schwerelos. Für den Augenblick. Ich öffnete meine Augen und sah die Sonnenstrahlen in das Wasser eintauchen. Meine Lungen verlangten nach Sauerstoff, aber ich tauchte immer wieder unter und genoß den Moment unter Wasser. Irgenwann blieb ich einfach auf dem Wasser liegen und sah in den blauen Himmel.

Meine Güte, wie wunderschön ist diese Welt?!

Ich schwamm und tauchte, bis sich eine angenehme Entspannung einstellte und so kroch ich aus dem schönen Naß. Ich suchte mir Platz neben meinem lieben Monsieur Jacques. Er hungrig, ich erschöpft und ja, okay, auch hungrig. Die Uhr zeigte ein paar Minuten vor 7. Spitze!

„Heeee Jacqui! Öhm, sorry! Jacques natürlich, es ist Frühstückszeit. Was meinst du? Sollen wir? Ich trag‘ dich auch!“ Er grinste weiterhin breit und signalisierte mir seine Bereitschaft sich tragen zu lassen.

„Alles klar mein Freund! Ran an das Buffet. Nur du und ich! Na ja, oder besser nur ich.“ Ich legte Jacques und was ich sonst noch bei mir hatte auf einem großen Tisch ab und stürmte los. Frisches Brot duftete durch den Saal, ein Koch bereitete Eier mit Speck zu. Auf einer Seite lagen frische Feigen, Datteln und Melonen. Es gab Feigenmarmelade und Joghurt, Nüsse und frisch gepressten Orangensaft. Käse lag neben einer Auswahl von Müslisorten. Ja, hier war ich richtig! Schon wieder tauchte ich in ein Paradies ein, zum zweiten Mal an diesem Morgen.

„Coffee Madame?“

Mit diesen Worten goß mir ein Kellner bereits das duftende und mächtig schwarze Gebräu in meine Tasse.

Hier bleib ich sitzen! Den ganzen Tag lang! So. Aus dem Augenwinkel heraus entdeckte ich ein übergroßes Glasgefäß, in dem eine Art Tee gekühlt wurde. Das musste ich mir genauer ansehen. Die liebe Vallartina hatte mir ein typisches Getränk empfohlen. Ob es das war? Ich inspizierte die Blüten die neben diesem Tee lagen und schätzte, es mussten eben diese Hibiskusblüten sein, aus denen der Tee gebraut wird. Neben diesem Teebehältnis standen Zuckertütchen und kleine Gläschen. Da ich meinen Tee für gewöhnlich nie mit Zucker trinke, goß ich mir mein Glas mit diesem Getränk voll und nahm einen großen Schluck daraus. Gerade als ich den Tee in meinem Mund hatte, wurde mir schlagartig klar, dass man diesen Tee nicht ohne Zucker trinken konnte. Alles zog sich zusammen. Ein Kellner ging an mir vorbei und grüßte freundlich. Ich schluckte und lächelte ebenfalls. Erst dann zog ich eine gekonnte Grimasse. Dieser Tee bügelte einem alle Falten weg, man musste halt nur den Zucker raus lassen. Ich nahm den Rest des Tees mit zu meinem Tisch, denn ich wollte ihn noch einmal mit Zucker probieren. Dann aber: lecker, köstlich, unbedingt empfehlenswert! Karkady tea.

In aller Gemütsruhe gönnten wir uns ein herrliches Frühstück. Wir blickten nach draußen und genossen die Stille, bis Helga sich zu uns gesellte.

Hm, Helga war Helga.

Helga: „Bist du auch seit gestern hiiiiiier?“

Ich (kauend & lächelnd): „Ähm, ja.“

Helga: „Ich ja auch.“

Ich: „Hm.“

Helga: „Darf ich mich zu dir setzen?“

Ich: „Ja klar.“

Helga: „Machst du gleich auch den Rundgang durch die Anlage mit?“

Ich: „Ich weiß noch nicht… ich habe mir gestern schon einiges angesehen. Vielleicht komme ich mal dazu, aber ich weiß noch nicht.“

Solche Gruppenübungen sind im Allgemeinen ja eher nicht so meine Welt.

Helga: „Hm. Und wie findest du das hier so?“

Wenn man mich morgens nicht voll textet, gut…..

Ich: „Bis jetzt ganz gut.“ *lächel*

Da ich mit meinem Frühstück soweit durch war, wünschte ich Helga noch einen netten Tag und ein „vielleicht bis später!“

Als diese Truppenübung dann startete, lockte mich denn doch meine Neugierde und ich gesellte mich zu allen Neuankömmlingen.

Helga nahm zu meiner Rechten Platz. Jürgen erkannte mich wieder und begrüßte mich freundlich zur Linken. Die Musik wurde laut und mir war mit einem Mal klar, ich wollte die Anlage alleine erforschen.

Ich: „Jürgen, das ist Helga. Helga, das ist Jürgen. Ich muss weg. Bis später denn ja?!“

Ungebremst startete ich durch, bewaffnete mich mit meinem dicken Buch und einer Flasche Wasser und suchte mir ein ruhiges Plätzchen am Strand.

„Jaaaaaaaaaa, so hatten wir uns das vorgestellt. Nicht Jacqui?“

Genüßlich breiteten wir uns im Schatten auf einer Liege aus. Einen Fuß stellte ich in den Sand und blickte hinaus aufs Meer…

„Ja, genau so!“

Fortsetzung folgt …

Emily & Jacques

19 Gedanken zu „Jacques & Emily on Tour

  1. hmmm, sieht so aus, als hättest du mit jacques den perfekten, weil stummen reisebegleiter. oder aber es kommen doch noch die momente, wo sich die passenden mitreisenden zueinander gesellen. ist wohl nicht ganz einfach, als individualist so einen hotelurlaub zu haben. ich werde es ja sehn, wie es mir ergeht und worauf ich lust haben werde. hat jacques noch freie reisetermine :mrgreen:?

    liebe emily, ein schönes wochenende!

    • Die Leute, die ich kennenlernen konnte, waren wirklich alle sehr nett. Ich war noch viel zu müde und erschlagen von all den Eindrücken. Ich glaube, ich konnte mit Konversation noch nix anfangen 😉

      Ich werde mit Jacques sprechen :mrgreen:

      Dir liebe Wortfeile alles Liebe und einen schönen Abend!

  2. Jaaaaaaaaaaa, ganz genau! Nur bloß nicht so ein Herdentum.
    Das mag ich auch nicht.

    Jacques ist ja ein treuer, lieber, ruhiger Begleiter. Mit ihm kannst du di bestens erholen.
    Gut so!

    Viele liebe Grüße ♥

    • Und liebe Bärbel, er ist ja soooooo pflegeleicht, du glaubst es nicht. Lächelt immer freundlich, ist kuschelig… 😉

      Ich wünsche dir eine gute Nacht & alles Liebe ♥
      Emily

  3. Pingback: You are not welcome! « Henseleit's Blog II

    • Liebe Heike,vielen Dank für deine Wochenendwünsche 🙂 Ich versuche mir erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Das ist ja gar nicht so einfach 😉

      Viele liebe Grüße und einen schönen Samstag!

      Emily

  4. Oh Mensch, beinah hätte ich den ersten Teil deines Reisberichtes überlesen 😮
    Dann hätte ich aber einen Blick ins Paradies verpasst. Gerade den Pool für sich alleine haben hört sich echt paradiesisch an!!
    Bin schon gespannt was ihr zwei noch so erlebt habt 🙂

    Lieben Gruß zum Wochenende,
    Julia

  5. Ach, Emily, vielen Dank fürs Teilhabenlassen. Wie schön das klingt!
    Aber: findest Du es nicht ein bisschen verantwortungslos, dass Jacques seine Sonnenbrille nicht getragen hat? 😉
    Dir auch ein schönes Wochenende!

    • Sehr gut bemerkt! Das gute Stück hat sich unterwegs leider verabschiedet und das obwohl „Made in Emilyhausen“. Was sagt man dazu? Ich wollte an der Poolbar einen Mini-Schirm schnorren. Aber die hatten keine…

      Liebe Grüße, Emily

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