„Kunststoffdosenparty“

Jeder kennt sie – Männer drehen oft durch, wenn sie den Namen des Originalanbieters „T…..“ hören (manche  gehen aber auch selbst hin -HAB ICH NUR GEHÖRT! – das kommt allerdings einem Staatsgeheimnis gleich).

Neulich habe ich seit Jahren (!) mal wieder eine Einladung zu einer dieser Parties erhalten, auf denen die Nützlichkeit der Vorratshaltung in unterschiedlichsten und farbenfrohen Kunststoffbehältnissen mit lustigen Namen präsentiert wird. Als diese Einladung ausgesprochen wurde, stellten sich die Nackenhaare der anwesenden Herren auf. Gesichtszüge sind entgleist, man(n) holte sich schnell noch ein Bier und brachte den Leidensgenossen auch gleich eins mit. Augenblicklich stand ein weiteres  „Ach Schatzi! Ich würde aber auch gerne mal wieder eine Party geben ja?!“ im Raum. Man hätte auch gleichzeitig eine Stecknadel in diesem Moment fallen hören können.

Berichtet man von einer dieser „Kunststoffdosenparties“, hat man ruck zuck zwei getrennte Lager:

Die Einen blühen sofort auf: „Ich liebe diese Dosen! Die sind sooooo praktisch. Die gehen niiiiie kaputt. Die hier hatte meine Großmutter schon! Och du, und da kannst du sooo viel drin aufbewahren! Guck‘ hier…..“ zeig her…

Ja, Frauen zeigen sich dann gern die erworbenen quietschbunten Behältnisse, die einen besonderen Platz in der Küche verdient haben. Der Platz muss in der Regel umfangreich eingeplant sein. Am Besten ist es, man(n) baut die Küche einfach drum herum!

Die anderen sind strikte und überzeugte Gegner: „Ich lagere meine Lebensmittel nicht in Plastik oder ich muss dafür nicht jede Menge Geld ausgeben, die hier tut’s auch. Guck’….“    zeig auch her…

Nun, ich werde nicht so häufig eingeladen. Ich habe mich durchaus schon gefragt, warum das so ist. Ich habe auch ein paar von diesen bunten Plastikbehältern im Schrank, aber ich bin keine wahrhafte Verfechterin davon. Nein, ich muss zugeben, ich kann auch ohne die Besonderen unter den Kunststoffdosen leben.

Liegt es daran, dass ich mich manchmal über die Fragen anderer wundere? Kein Vermögen dort lasse? Mich nicht überschwenglich freue, wenn ich einen Deckel öffnen und schließen kann?

Bei einer von diesen Parties – und das ist nicht gelogen! – waren 7 Frauen anwesend. 5 davon waren Lehrerinnen. Nichts gegen Lehrerinnen!! Auf keinen Fall! Aber bei dieser Diskussion muss man sich einfach mal entspannt zurück lehnen und genießen. Die Eine hatte einen Mann und 2 Kinder = einen 4 Personenhaushalt. Das zur Vorgeschichte.

Die Eine (zur Vertreterin):   „Haben Sie nicht mal eine Dose für mich, in der ich Bockwürstchen gut aufbewahren kann?“

Die Andere:                      „Du, ich nehme immer das Schlanke Lieschen. Da kannst du die super da rein stellen und

Flüssigkeit einfach dann dazu geben.“ *)

Eine weitere:                    „Ich lege die ja lieber. Deswegen nehme ich das Lustige Frettchen. Die Würstchen kannst du da

prima rein legen. Die bekommen dann nicht so eine trockene Stelle oben dran. Das mögen wir

nämlich gar nicht. Die sehen dann so schrumpelig aus.“

Die Andere:                      „Du, das ist aber auch eine gute Idee! Und die passt ja so schön in das Kühlfach.

Ich glaube, so eine brauche ich auch noch.“

Die Vertreterin sagte gar nichts, nickte höchstens zustimmend. Logisch. Die Dosen verkauften sich nämlich von ganz alleine und ich stierte begeistert zwischen den Damen hin und her. Ich konnte kaum glauben, was vor meinen Augen ablief. Spannend das Ganze.

[…]

Die Eine:                           „Aber trocknen die dann nicht der Länge nach an? Wisst ihr, das ist nämlich so.

Wenn ich ein Glas aufmache, dann sind da ja meistens 8 Würstchen drin…“

Glas. 8 Würstchen. 4 Personenhaushalt…..hm. Ok. Emily, sei jetzt schön still! Sonst darfst du nie wieder her. Und das wollte ich ja auch nicht.

Im Ernst, die Nützlichkeit vieler Dinge ist bewiesen. So eine Party hat was von einem Happening und so eine Küche ist im Allgemeinen zu klein, um alles unterbringen zu können. Aber manchmal muss man die Kirche auch im Dorf lassen oder? Ich sehe gespannt den Dingen entgegen, die da kommen werden. Sehr gespannt. Und wenn es gut ist, vielleicht muss ich dann auch mal wieder eine Party geben!? Oder ausziehen, je nach dem 😉

Eine schönen Sonntag,

Emily

*) Namen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten sind zufällig, ich möchte keineswegs verklagt werden!

14 Gedanken zu „„Kunststoffdosenparty“

  1. 😀 😀 jawoll, das kenne ich und habe schon mal so eine Party gegeben, mit Schnickschnack zum Essen und Trinken, denn schließlich sollten die Damen gesättigt sein und auch etwas kaufen, dafür bekam ich als Bonus etwas sehr brauchbares….weiß nicht mehr, was es war…bestimmt nutzlos, sonst wüßte ich es.

    Nee, meine Schwester ist eine absolute Freundin dieser Marke, der ganze Schrank davon ist voll, der Tisch immer mit diesen netten Dosen und so weiter gedeckt….ich nicht, nur ein ganz wenig habe ich.

    Aber ist schon lustig auf so einer Party 😀 vor allen Dingen das „Gesülze“ *sorry*

  2. Hehe, wie immer herrlich erzählt.

    …ich mag Dosen-Parties allein wegen des Essens.

    Aber diese Diskussionen zum Thema „Wie kann ich meinem Kind Bananen mit in die Schule geben, ohne dass sie braune Stellen bekommen“ sind wirklich einmalig und faszinierend.

    Da fällt mir ein…demnächst bin ich auf eine Party eingeladen, wo es Kunststoffwaren ganz anderer Art gibt. Ich bin mal gespannt, wie da die Gespräche zum Thema Würstchen und Bananen ausfallen….

  3. Liebe Emily,

    das war ja wahrhaftig ein interessantes Happening. War denn gar kein „Tupper“-Vertreter anwesend, das hätte vielleicht interessant werden können, denn da vertrocknet nix mehr. Ich kenne mich da aus, diese „Kunststoff-Dosen“ sind wirklich klasse. Will hier jedoch keine Werbung machen, bin auch KEIN Tupper-Vertreter.

    Allerdings zweifle ich daran, dass eine geschälte Banane – auch in einer Top-Dose – nicht braun wird. Wir werden sehen, oder hören. Ich bin gespannt.

    Dein Bericht hat mich wirklich zum Lachen gebracht. Danke dir ! Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag-Abend und einen guten Start in die erste Mai Woche.

    Von Herzen
    Doris

    • Liebe Doris,

      es freut mich sehr, wenn ich dich zum Lachen gebracht habe! Es war eben genau diese T-Party. Ich wollte nur das Original als Begriff vermeiden. Aber du bringst es auf den Punkt 😉

      Dir auch einen guten Start in den Mai.

      Liebe Grüße,
      Emily

  4. hach ja
    momentan brauch ich diese teile wirklich
    nahrungsmittelallergien
    und bisher hab ich nur bei den die kleinen übereinander stapelbaren gefunden
    aber preise haben die… heul total jehnseits von gut und böse

  5. Hallo Emily,
    ich war früher oft auf diesen Parties, weil ich nicht NEIN sagen konnte. 😉
    Heute habe ich sehr viel von diesem Zeugs und ich habe vier ältere Kinder. Ich kann sagen: Auch diese Dosen gehen mit der Zeit kaputt, werden häßlich, und sie nehmen zum Teil leider den Geschmack von dem an, was darinnen war oder verfärben sich (z. B. von rotem Essen).
    Mein Fazit nach über 20 Jahren: Je älter ich werde (und meine Kids), desto eher steige ich auf Glasdosen um! 🙂 Ich werde mir – trotz einer gut gefüllten Küche (das meiste wird nicht oder nicht mehr benutzt von dem Zeug) keine weiteren dieser Dosen kaufen.
    Liebe Grüße
    Ellen

    • Liebe Ellen,

      oh, ich glaube das geht fast jeder Frau so! Dennoch meine ich, die Parties waren und sind es vermutlich noch, immer ein Happening 😉

      Liebe Grüße,
      Emily

  6. Ich war kürzlich bei einer Backparty. Gleicher Ablauf wie bei den T-Party’s, nur eben mit Backformen und irgendwelchen Wunder-Backpülverchen. Schon lustig wie sich diese Form von Vermarktung hält. Und was man jetzt alles auf solchen Party’s kaufen kann: Backformen, Kerzen und diverse Kunststoffteile (nicht nur für die Küche) 😉

    • Sehr spannend. Bei uns im Bekanntenkreis sind solche Verkaufsparties total aus der Mode. Hm, manchmal schade finde ich…. 😉 Dabei könnte ich wunderbar darüber berichten!

      Liebe Grüße,

      Emily

  7. Also ganz ehrlich: ich dachte, diese Tupper Dings Parties gibt es schon lange nicht mehr! Wird doch heutzutage in jedem Super verkauft. Trotzdem, amüsant geschrieben.
    Gruss von der mexikanischen Pazifikküste!

    • Scheinbar doch! Und ich dachte, meine Kritiken wurden nicht mehr verkraftet ……

      Viele Grüße an die vermutlich deutlich wärmere Region!

      Emily

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: